der Galerie und vor den Fernsehgeräten! – Jawohl, Frau Kollegin Fekter, die „Oberösterreichischen Nachrichten“ von gestern solltest du lesen, die schreiben es bereits, da kannst du es dann schön langsam glauben! Palmöl wird heute noch ein eigenes Thema werden.
Ich hätte den leider nicht mehr anwesenden Vizekanzler Mitterlehner jetzt gerne gefragt, wie man sich hier herstellen und vor dem österreichischen Parlament sagen kann: Ich habe keine Kompetenz in Brüssel! – Das ist ja unerhört!
Gleichzeitig lese ich in den „Salzburger Nachrichten“, dass derselbe Herr Vizekanzler sagt: CETA ist ein gutes Abkommen, der Handelsvertrag ist nahe am Ziel! – Herr Staatssekretär Mahrer, vielleicht kannst du diese Frage weiterleiten.
Es war aber auch bezeichnend, was gerade vorhin Kollegin Mlinar gesagt hat. Ich war immer schon davon begeistert, wie blind sie der Globalisierung nachläuft – wahrscheinlich gibt es noch höhere Ehren als ein EU-Mandat –, aber, Frau Kollegin Mlinar, ich habe dir extra die heutige Ausgabe des „WirtschaftsBlatts“ mitgebracht, und du kannst gerne darin lesen, wie „begeistert“ die Manager in Österreich von TTIP und CETA sind, nämlich: 70 Prozent halten nichts von TTIP und CETA, sie halten diese Abkommen für keinen Gewinn; EU-weit sind es 71 Prozent.
Wenn ihr sagt, dass ihr die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertretet – und da darf ich auch gleich Frau Kollegin Winzig mit einladen, das zu tun, denn sie tut dies als Vertreterin der Wirtschaft, vor allem der kleinen Wirtschaft, in Vöcklabruck derzeit nicht –, dann möchte ich da etwas Realität hereinbringen: Dieses Bild (auf die auf dem Rednerpult stehende Tafel zeigend) hat ein Vöcklabrucker Unternehmer ins Internet gestellt, und darauf heißt es: „Wegen US-Konkurrenz geschlossen“. Man kann es um die aktuelle Preisliste von Wedl – auch aus Vöcklabruck – ergänzen. (Der Redner stellt eine weitere Tafel auf das Rednerpult, auf welcher eine Preisliste von Wedl abgebildet ist, wo unter der Überschrift „Steak-Weltmeister“ mehrere bepreiste Fleischstücke zu sehen sind.) Da heißt es: „Steak-Weltmeister“.
Wir reden ja so, als ob wir jetzt in einer heilen Welt lebten. Sepp Schellhorn glaubt immer noch, dass in Salzburg die Biobauern an die Hotellerie liefern. Lieber Sepp, du schaust dir das Plakat an, du musst dich aber mit der Realität beschäftigen! 80 Prozent der Bioprodukte kommen aus dem Import.
Ich darf heute mit Freude eine Gruppe des Bauernmarktes Regau unter Obmann Schwarz begrüßen, die sich diese Diskussion auf der Galerie mit Interesse anhört. (Beifall bei Team Stronach, FPÖ, Grünen und NEOS.) Auf dem Regauer Bauernmarkt bieten über 40 Aussteller aus dieser Region ihre Produkte an. Nur: Hier sieht man (auf die auf dem Rednerpult stehende Tafel zeigend), wie aggressiv derzeit der Markt umworben wird. Hier auf dieser Preisliste mit der Überschrift „Steak-Weltmeister“ sind sieben Gebiete angeführt: Japan, Europa, Südamerika, Nordamerika, Afrika, Australien und Asien, und auf der Speisekarte steht dann meistens – Herr Präsident Schultes, du wirst ja heute noch zu diesem Thema sprechen –: Produkte aus der Region, erzeugt nach heimischen Grundsätzen, nachhaltig und im Einklang mit der Natur. – Das ist das Problem, das unsere Betriebe, unsere kleinen Gewerbebetriebe, unsere Arbeitnehmer haben!
Frau Kollegin Mlinar, ich habe hier eine Internetmeldung zur Fließbandarbeit in den USA, Geflügelindustrie. „Arbeiter in der US-Geflügelindustrie müssen Windeln tragen“, weil sie keine Pause kriegen, damit sie aufs WC gehen können.
Sind das die Arbeitnehmerstandards, die Sie in Österreich einführen wollen? Ist das die Politik, die wir unterstützen wollen? (Beifall bei Team Stronach, FPÖ und Grünen. – Abg. Schieder: Nein …!) – Danke, Herr Kollege Schieder.
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