Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll128. Sitzung / Seite 108

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gen, die Mittel herauszuarbeiten, weil sie schon eingepreist sind. Es ist besser, allen­falls nachzudotieren, als es wieder herauszunehmen, sonst haben wir jede Art von Ver­handlungsposition verspielt.

Ich verstehe schon, dass immer wieder Kritik kommt, und ich kann viele der Kritikpunk­te auch nachvollziehen, aber wir sollten auch einmal den Weg beschreiten, zwei, drei Punkte in die richtige Richtung zu bringen. Es stimmt, wir haben Rekordarbeitslosig­keit, es stimmt aber auch, wir haben Rekordbeschäftigung. Es stimmt, wir haben in der Forschung nachzuholen, aber wir sind eines der wenigen Länder in der Europäischen Union, die die 3 Prozent Forschungsquote bereits erreicht haben. Jetzt kann man na­türlich argumentieren: Wir sind vom Ziel noch entfernt! – Ja, wir sind vom Ziel entfernt, aber wir sind auf dem Weg dorthin.

Damit das auch klargestellt ist: Der größte Teil dieser 3 Prozent kommt aus Steuergeld. Das ist öffentliche Investition, und das ist auch gut so. Daher glaube ich schon, dass wir das auch einmal positiv darstellen sollten. Wir sind übrigens beim Innovationsran­king um drei Plätze gestiegen, wenn wir schon von den Rankings reden. Und die, die immer von auf- und abgesandelt sprechen, sind in der Zwischenzeit, glaube ich, auch bei einer Art von Sandkastenstrategie angekommen.

Die Förderungen, die angesprochen wurden, habe ich auch beim letzten Mal schon er­wähnt. Ich bin jetzt mit den Ländern übereingekommen, dass die Förderungen in zwei Bereichen, nämlich Energie und Umwelt, transparent in die Datenbank eingestellt wer­den, sodass wir daraus ersehen können, ob Fördermaßnahmen tatsächlich die Wir­kung erzielen, die man mit der Förderung vorhat. Ich kann Ihnen garantieren, wenn die­ses Instrument für die Steuerung von Förderungen geeignet ist, dann werde ich die Bundesländer mit großer Sicherheit davon überzeugen, dass alle Daten eingespeist wer­den. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strolz.)

Herr Abgeordneter Klubobmann Lugar, wenn Sie gerne wissen möchten, wie die För­derungen ausgegeben werden, empfehle ich Ihnen, einmal die Landesförderberichte zu lesen. Ich tue das nämlich und bin in vielen Fällen äußerst verwundert, was alles und wie und wo gefördert wird. (Abg. Lugar: Verhindern Sie es!) Dass das verändert wer­den muss, da bin ich völlig bei Ihnen, das ist gar kein Thema. Daher glaube ich, dass wir den ersten Schritt mit der Transparenzdatenbank gut gesetzt haben.

Bei den anderen Punkten ist es notwendig, dass wir – ich glaube, das ist auch im Aus­schuss beim Hearing herausgekommen – einen durchaus ausbalancierten Bundesfi­nanzrahmen haben und dass wir das auf Basis der vorliegenden Daten erstellt haben. Derzeit schaut es danach aus, dass die Annahmen, die hinter dem Finanzrahmen ste­hen, stabil sind und dass wir diesen Finanzrahmen mit Vorsicht und ausbalanciert prä­sentieren. Ich glaube aber, dass bei den endgültigen Verhandlungen zu den Budgets sehr genau darauf geachtet werden muss, wo Schwerpunkte zu setzen sind und ob sich Rahmenbedingungen verändert haben. Das wird die Aufgabenstellung sein, mit der nach Beschluss des Bundesfinanzrahmens bei den Budgetverhandlungen sofort be­gonnen werden muss.

Wenn man sich insgesamt das Paket dieses Bundesfinanzrahmens anschaut, so sind in vielen Bereichen tatsächlich Gelder, die wir anders einsetzen hätten können, zum Beispiel in der Sicherheit eingesetzt worden. Die Fragestellung war natürlich, woher diese Mittel kommen. Diese Mittel kommen eben von dort, wo wir zum Beispiel durch niedrigere Zinsen weniger Ausgaben haben; dafür sind sie eben in die Sicherheit ge­flossen. Jetzt kann man darüber diskutieren, ob man andere Möglichkeiten für diese In­vestitionen gehabt hätte. Und wenn hier diskutiert wird, dass das alles nur durch die Flüchtlinge verursacht wurde, so ist festzuhalten, dass das nur ein Teilbereich ist, denn Sie selbst haben in Ihrem Antrag zum Bundesheer ohne Bezugnahme auf die Flücht-


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