Bestandteil ist, ist ein explosives Thema. Wir haben jetzt von der einen Seite immer gehört, wie schädlich es ist, von der anderen, dass die Landwirtschaft ohne Glyphosat nicht mehr existieren kann. Ich glaube, so sollten wir das auch sehen.
Wir haben – wenn man sich ein Dreieck vorstellt – erstens die Landwirtschaft, zweitens die Gesundheit, aber auch internationale Konzerne. Es ist natürlich auch ein riesiges Geschäft damit verbunden, das kann man auch nicht so wegstecken. Man muss natürlich auch die Bauern verstehen; da ist ja auch immer wieder diese Diskussion zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft. Wenn jemand sagt, biologische Landwirtschaft ist das allein Richtige und die konventionellen Bauern sind das nicht, dann ist das auch falsch.
Also wo ist der richtige Weg? – Die sogenannte Glyphosate Task Force ist ein Zusammenschluss von 22 Herstellern und Vertreibern, und die haben eine Neuzulassung beantragt. Seitdem geht die Diskussion natürlich ordentlich los. Wenn die WHO feststellt, dass das „Unkrautvernichtungsmittel“ – unter Anführungszeichen – krebserregend sei, dann kann ich nicht sagen: Die irren sich!
Wenn die EFSA dann natürlich behauptet: Das stimmt ja auch wieder alles nicht!, und dann werden 100 oder 96 Experten angeführt, die dann wieder sagen: Um Gottes Willen – das ist eine Kritik daran –, ihr habt ja in Wirklichkeit nicht die krebsfördernde Substanz darin erkannt!, dann muss es einem auch zu denken geben.
Wenn wir uns jetzt natürlich nur auf die Experten verlassen, dann hieße das nur: Wer richtig prüft, der hat auch recht, und die anderen, die auch richtig geprüft haben, hätten dann ja nicht recht. Ich muss ganz offen sagen, damit würden wir es uns wirklich zu leicht machen.
Die Anwendung unter dem Hauptbegriff Glyphosat ist ja eine vielfältige. Die Frage ist, ob die Landwirtschaft wirklich ohne dieses Breitbandherbizid auskommen kann. Diese müssen wir behandeln, oder wir müssen auf Alternativen für einen besseren Pflanzenschutz setzen. Kollege Pirklhuber ist ja schon sehr lange engagiert dabei, wir haben schon einige Jahre versiebt und gesagt, dass man alternative Pflanzenschutzmittel auf den Markt bringen sollte. Damit würden vielleicht auch österreichische Produzenten profitieren können.
Wenn man natürlich Glyphosat als Bestandteil einer Lebensmittelkette sieht, dann fällt mir der Satz von Feuerbach ein: „Der Mensch ist, was er isst.“
Ein Leser, ein engagierter Bauer, schreibt dazu, dass in Österreich ausschließlich die Vorsaatanwendung erlaubt sei, um die Altunkräuter ohne wendender Bodenbearbeitung in den Griff zu bekommen und so weiter. Umgekehrt wäre es aber umso notwendiger, die zu 95 Prozent aus gentechnischem Anbau stammenden Soja- und Maisimportproduktionen aus Übersee nach Europa einzuschränken, denn diese Futtermittel würden zwei- bis dreimalig direkt mit Glyphosatmittel behandelt.
Ja, das ist natürlich ein tolles Argument, das dieser Mann bringt. Auf der anderen Seite weist uns das ja schon auf die Gefahren von TTIP und CETA und darauf hin, was wir uns damit einhandeln. Aber es sagt auch gleichzeitig, dass es da ja nur um die Altunkräuter gehe. Aber da gibt es ja auch Mikroorganismen, Lebewesen, und die sind ja auch in diesem Grund und Boden drinnen. Also die vernichte ich. Jetzt kann ich natürlich sagen: Sind wir für die Artenvielfalt? – Dann zählen die natürlich auch dazu.
Ich komme schon zum letzten Punkt, den wir heute vielleicht noch nicht so betrachtet haben, wobei ich Respekt vor den Äußerungen der Damen und Herren habe, die vor mir gesprochen haben. Es geht um den Problemkreis generell, wie viel Gift die Erde verträgt. Wenn man sagt, dass die Bauern das Recht haben, sie ja produzieren müssen, da wir sonst das billige Zeug aus dem Ausland reinholen müssen und unsere ei-
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