Was wir hier diskutieren, das ist genau der Klimaschutz, das ist genau der Umweltschutz, das ist genau der Gesundheitsschutz, das sind die regionalen Arbeitsplätze, die wir verlieren. Deshalb habe ich auch dieses Foto heute gezeigt: Es ist – noch einmal – aus Kurt Langbeins „Landraub“; das Video kann jeder anschauen, genauso wie das Buch „So wird Hunger gemacht“ von Petra Ramsauer.
Gott sei Dank gibt es Schriftsteller, die sich eingehend mit dieser Thematik beschäftigen, aber sie werden belächelt. Diese Warnungen werden vom Wind verblasen, und kaum sind diese Unwetterschäden, die gewaltige volkswirtschaftliche Schäden verursachen, bereinigt und beseitigt, sind die Wunden vergessen, und wir sind schon wieder im alten Trott.
Warum möchte ich das sagen? – Ich habe heute ein Muster mitgenommen (eine Flasche in die Höhe haltend), weil das eine typische heimische Frucht ist, und der Baum, der diese Frucht trägt, dieser Orangenbaum, wächst in der Werbung auf der Schipiste im Rauch-Tal. Ist es notwendig, dass wir beim Marathon in Wien (eine Banane in die Höhe haltend) 17 Tonnen Bananen verspeisen – das ist ja wunderbar! –, und die steirischen Bauern kämpfen ums Überleben?! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Kolleginnen und Kollegen, betreffend diese ganzen Appelle, die jetzt gemacht wurden, darf ich auf die Aussage des Obmanns Hans Herbst hinweisen, nämlich dass diese Katastrophenschäden, die jetzt berechtigterweise bewilligt wurden und gezahlt werden, nicht die Lösung des Problems sind.
Kollege Grillitsch hat diese jungen, hoffnungsvollen Unternehmerinnen und Unternehmer angesprochen, die bereit sind, dieses Risiko einzugehen und diese Betriebe auch unter diesen von uns selbst verursachten katastrophalen Klimabedingungen zu führen: Die können nicht mehr, auch wenn sie wollen, denn hier reden wir nicht von Einkommen, sondern hier reden wir von Betriebserhaltung. Hier reden wir nur von Betriebserhaltung! (Zwischenruf der Abg. Gusenbauer-Jäger.)
Kolleginnen und Kollegen, dieses Thema ist zu ernst. Frau Kollegin Gusenbauer, dieses Thema ist zu ernst. Ich glaube, wir sollten uns viel eingehender damit beschäftigen. Hier geht es um die Zukunft! Hier geht es um die Zukunft unserer Ernährungssouveränität, und hier geht es ganz bewusst um diese regionalen wirtschaftlichen Kreisläufe, die uns kein TTIP bestimmen kann: diese regionalen wirtschaftlichen Kreisläufe, die wir in der Hand haben, bei denen wir die Fäden ziehen können, bei denen wir mit Partnern mit Handschlagqualität verhandeln können und uns nicht mit Paragraphen beschäftigen müssen. Ich denke, das ist das Wesentliche.
Wir müssen uns über eines im Klaren sein: Wer von uns hier glaubt, wir können diese Probleme wegversichern, der hat sich mit Versicherungsmathematik nicht beschäftigt. Diese Schäden zwingen dazu, dass es zu gewaltigen Prämienerhöhungen kommen wird, bis das System letztlich unversicherbar ist, weil es zu Vertragskündigungen kommt, weil die Verträge defizitär sind. Das muss uns vollkommen klar sein.
Danke dafür, dass die Politik da rasch geholfen hat – wer rasch hilft, hilft doppelt –, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir müssen uns in allen Bereichen anstrengen! Minister Rupprechter war heute hier. Hier, in diesem Haus, haben wir diskutiert: 100 Millionen € Dürrebeihilfe für die Bauern, die Milchbauern, alle bekommen Geld! 7 Millionen € sind es geworden.
Und jetzt darf ich das Ergebnis, den „Erfolg“ verkünden. Kolleginnen und Kollegen, wisst ihr, wie viel Dürrehilfe ein Milchbauer bekommt? – 54 € Betriebsprämie und pro Kuh 3,5 €, also bekommt er bei durchschnittlichen 20 Kühen gute 100 €. Wenn er einen teuren Schmied hat, kann er damit eine Stunde Reparatur bezahlen.
Das ist das Fatale daran: Was hier großartig als Hilfe verkauft wird, ist nicht einmal eine Notfalllösung, und deshalb brauchen wir kostendeckende Preise. (Beifall beim Team
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