Wenn man sich die Geschichte des Handwerkerbonus ansieht, so zeigt sich, dass sich über 90 Prozent der Unternehmen für die Verlängerung des Handwerkerbonus ausgesprochen haben. Nach einer Studie der Wirtschaftskammer Österreich zeigt sich auch, dass über 60 000 Österreicherinnen und Österreicher dieses Angebot des Handwerkerbonus angenommen haben.
Wenn wir für 2016 20 Millionen € zur Verfügung stellen, beziehungsweise auch in weiterer Folge, wenn die Rahmenbedingungen bleiben, für 2017 weitere 20 Millionen € zur Verfügung stellen, so zeigt das für mich, dass wir es gerade in dieser schwierigen Situation versuchen, durch diesen Handwerkerbonus den Konsumentinnen und Konsumenten zu helfen und vor allem jenen, die den Nutzen davon haben, den Kleinst- und Kleinunternehmen, zu helfen, damit wir die Wirtschaft ankurbeln.
Meiner Meinung nach ist dieser Handwerkerbonus nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern er fördert die Wertschöpfung im eigenen Land, er schafft dadurch auch die Nachfrage in der Wirtschaft und trägt etwas für den Kampf gegen die Schwarzarbeit bei; damit ist er ein wichtiges Instrument.
Für mich ist der Handwerkerbonus ein wichtiger Konjunkturtreiber für die heimischen Unternehmen aus dem Gewerbe- und Handelsbereich. Er stärkt die klein- und mittelständischen Unternehmen in Österreich und bringt positive Beschäftigungseffekte.
Somit ist das eine gute Maßnahme, die wir hier beschließen. – Gratulation, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ.)
17.44
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Kassegger. – Bitte.
17.45
Abgeordneter MMMag. Dr. Axel Kassegger (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Danke, Herr Kollege Hechtl, Sie haben jetzt genau das dargelegt, was der Handwerkerbonus eben nicht ist, weil ihm dazu, sowohl was die absolute Größe – wir reden hier von einer Ameise von 20 Millionen € – als auch den Prozentsatz der Förderung betrifft, etwas fehlt. Das sind nämlich 20 Prozent, in Wirklichkeit der Ersatz der Umsatzsteuer. Das ist in keiner Weise ausreichend, um die von Ihnen dargelegten Effekte, wie erfolgreiche Bekämpfung der Schwarzarbeit, Impulse für den Arbeitsmarkt, Ankurbelung der Wirtschaft und die Stärkung der Konjunktur, hervorzurufen.
Wir müssen da die Kirche einfach im Dorf lassen. Das ist aus meiner Sicht – und da schließe ich mich dem Kollegen Matznetter vollinhaltlich an – nicht die intelligenteste Maßnahme und Lösung, hat aber gut Platz in diversen Marketingpräsentationen, PowerPoint-Folien, wenn es darum geht, die Leistungen von wem auch immer – ich nehme jetzt einmal die Wirtschaftskammer und den Wirtschaftsbund – zu verkaufen. Das steht auf der Aktivseite.
Auf der Passivseite, auf der Belastungsseite stehen dann so Brocken wie Energieeffizienzgesetz, Altstoff-Recycling-Verordnung, Anti-Lohndumping-Gesetz, Zettelwirtschaft, Lohnverrechnung kompliziert, Erhöhung der Kapitalertragsteuer, Verlängerung der Abschreibungsdauer, Registrierkassenpflicht et cetera. Auf der guten Seite ist ein weißes Blatt Papier, da steht jetzt der Handwerkerbonus drauf. – Es soll so sein.
Von der Methodik der Vorgehensweise sind wir auch nicht überzeugt. Wir haben das im Finanzausschuss besprochen, es gibt da unterschiedliche Gutachten zu dem Thema. Das IHS sagt, das ist völlig budgetneutral. Das heißt, keine Effekte, keine Wirkungen, wir schicken das Geld im Kreis, unter Verursachung von 5 Prozent Verwaltungskosten; das sind in dem Fall 1,2 Millionen €. Da fragt man sich, ob das überhaupt notwendig ist.
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