schon eine besondere Auszeichnung, wenn so eine kleine Gruppe wie die Weinwirtschaft in Österreich so hohe Bedeutung hat; und das zeigt aber auch die wichtige Stellung des österreichischen Weines.
Im vorliegenden Entwurf des Weingesetzes regeln wir als ersten Punkt im Wesentlichen das Produktionspotenzial über die Auspflanzkontingente, die in sogenannte qualifizierte Zulassungen, in Quoten, wonach wir in Zukunft 1 Prozent der gesamten Rebfläche Österreichs neu auspflanzen können, überführt werden. Das heißt, es ist ein überschaubares Potenzial, aber es lässt dort, wo es notwendig ist, auch Wachstum zu.
Für den Konsumenten wird eine Regelung geschaffen, dass auf der Weinetikette mit der Zusatzbemerkung der Riede auch die Herkunft bis ins kleinste Detail ganz genau anzugeben und klar ersichtlich ist. Das ist ein wesentlicher Punkt, denn es ist ein Erfolgsgarant des österreichischen Weins, dass ich am Produkt erkenne, wo es her ist, wo es produziert wurde. Mit diesem Gesetz können wir auch die kleinste Einheit bestmöglich ausloben.
Der dritte Punkt – und das freut mich ganz besonders – ist, dass sich auch die österreichische Sektbranche darauf einigen konnte, dass wir eine Sektpyramide entwickelt haben, die wir in einer an dieses Gesetz anschließenden Verordnung auch umsetzen können. Damit führen wir den österreichischen Sekt näher an die Herkunft heran, können das auf dem Etikett ausloben und auch die Produktionsstandards entsprechend anpassen, denn auch dieses Qualitätsprodukt gehört entsprechend positioniert.
Da hat man wirklich beispielgebend mit der Expertenmeinung und dem Einbeziehen der Interessengruppen einen qualitativ hochwertigen Gesetzentwurf geschaffen. Damit kann die Gesetzgebung zeigen, dass sie Rahmenbedingungen für eine gesamte Branche schafft, sodass man da einen erfolgreichen Weg weitergehen kann.
Besorgniserregend sind für mich aber viel eher Signale der anderen agrarischen Märkte, wo wir diese Einigkeit leider nicht so oft haben und wo die landwirtschaftlichen Betriebe auch sehr, sehr stark um die Anerkennung durch die politischen Vertreter der verschiedensten Gruppen kämpfen müssen. Gerade dort müssen wir aber zu einer Gesamtregelung kommen, denn es hilft uns nicht, wenn wir da als Einzelkämpfer unterwegs sind, egal, ob es eine Kammer ist, ob es ein Bauernbund ist, ob es die Biosparte ist, ob es Themen wie TTIP, der Export oder die Frage der Brüsseler Rahmenbedingungen sind. Da müssen wir verstärkt Maßnahmen ergreifen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und wir müssen auch erkennen, dass wir in die Märkte eingreifen können. (Abg. Pirklhuber: Absolut richtig! Wo es nur geht!)
Die Land- und Forstwirtschaft ist der freien Marktwirtschaft nicht vollumfänglich sozusagen auszuliefern. Da sehen wir, dass im Getriebe des Handels der landwirtschaftlichen Produkte in Österreich einiges ins Stottern gekommen ist. Wir müssen in die Zahnräder eingreifen, um auch entsprechende Maßnahmen zu finden, denn billige Preise sind eine Wertschöpfungszerstörung für ganz Österreich. Da müssen wir eingreifen, und wir müssen relativ schnell ein Agrarpaket umsetzen, um die Betriebe, die stark gefährdet sind, auch zu unterstützen.
Dazu wurde auch vom Minister schon einiges vorgelegt. Wir müssen in diesem Haus darauf achten, dass wir an Tempo gewinnen, denn Folgendes sehen wir ganz deutlich: Die Landwirtschaft ist ein heikler Wirtschaftsorganismus, und wenn wir da nicht entsprechend regulierend eingreifen, so wie wir das beim Wein auch getan haben, dann zerstören wir Wertschöpfung für Österreich. (Abg. Pirklhuber: Richtig …!) Wir sehen das momentan: Der gesamte volkswirtschaftliche Schaden, den wir durch den Frost in großen Teilen Österreichs haben, ist noch gar nicht abzuschätzen. Der Schaden für die Landwirtschaft ist enorm, und die Folgeschäden werden wir erst in den nächsten Jahren sehen. (Beifall bei der ÖVP.)
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