Das Genehmigungssystem für Rebpflanzen mit diesem 1 Prozent ist angesprochen worden. Das hat mich schon sehr interessiert, wobei ich mir etwas nicht erklären konnte. Da steht:
„Übersteigt in einem bestimmten Jahr die den Anträgen zugrundeliegende Gesamtfläche 1% der tatsächlich mit Reben bepflanzten Fläche, so werden die Genehmigungen nach Prioritätskriterien erteilt.“
Über diese Prioritätskriterien hätte ich gerne gewusst, ob da nicht auch Willkür im Spiel ist. Manche böse Weinbauern – nicht ich – haben gesagt, dass in den Kammern immer die gewissen Lobbys, die es sich dann richten können, sind. Ich denke, das ist natürlich ein totaler Irrtum, aber ich gebe es an euch weiter.
Die Uhudler-Regelung, § 35 Abs. 2, ist besprochen worden. Wenn man lauter solche Lobhymnen über den österreichischen Wein, den südsteirischen Wein schwingt – heute haben wir das schon gehört, das ist so einfach gesagt worden –, dann möchte ich es noch einmal wiederholend sagen, da ich aus der Südsteiermark komme und sich viele dieser Katastrophe nicht bewusst sind. Kollege Auer hat heute ein schönes Wort gesagt: Es ist ein Super-GAU. Es ist keine klimatische Sache, die man vielleicht alle zwei, drei Jahre erleben könnte. Das letzte Mal, als so etwas passiert ist, war im Jahr 1912, und da nicht annähernd so schlimm wie jetzt.
Frost, Schnee (Zwischenrufe bei den Grünen), dann kommt etwas, das viele vergessen haben: Darauf folgend waren heiße Tage, das ist ganz schlimm! Manche Landstriche wurden dann noch von Hagel getroffen, wobei dort natürlich gesagt wurde: Der Hagel war dann schon egal, weil ohnedies alles kaputt war.
Vielleicht nur zum Verständnis für die kleine Südsteiermark – wobei ich Respekt vor den Puchern in der Oststeiermark mit ihren Obstplantagen habe, die, glaube ich, 7 Kilo Äpfel pro Österreicher produzieren – damit man die Größenordnung versteht: Die Steiermark hat 4 500 Hektar Weingärten, das heißt, 90 Prozent, sprich 4 000 Hektar, sind total geschädigt worden! Und wenn man immer wieder hört, von den Antrieben kann etwas werden: Bitte, welche Profis sagen, dass von einem Antrieb heuer noch etwas werden kann? – Das ist nicht der Fall!
Der nächste Punkt ist natürlich, dass eine an und für sich strukturschwache Region den größten Teil ihrer Wertschöpfung verliert. Es geht ja hier nicht nur um diesen Ernteverlust, es geht auch um die vielen Arbeitsplätze. Es geht um den Landmaschinenhandel. Mitarbeiter werden mittlerweile schon entlassen, denn wem soll man etwas verkaufen? Es leidet der ganze Tourismus darunter.
Die Arbeit im Weingarten – bitte, jetzt kommt auch noch das Besondere –, die Weingartenarbeit muss ja trotzdem weiter gemacht werden. Da gibt es die Bauern, die sind Traubenproduzenten und natürlich Weinproduzenten. Aber es gibt die vielen, unzähligen Traubenproduzenten! Die Traubenproduzenten haben mit sehr viel Herzblut und mit viel Geld geschaut, dass etwas zustande kommt – die haben jetzt nichts! Sie haben keine Tanks als Reserve in den Kellern, sie haben überhaupt nichts, also heuer nichts und auch nächstes Jahr nichts. Sie müssen aber weiterhin die gleiche Arbeit machen: Spritzen, Mulchen, die ganze Laubarbeit, alles, was hier notwendig ist. Sie sind also doppelt und dreifach betroffen.
Ich denke auch, dass dieses Maßnahmenpaket natürlich eine gute Sache ist, aber mit 100 Millionen € bei Weitem nicht greifen wird.
Gestatten Sie mir vielleicht folgenden Abschlusssatz – das haben mir viele Weinbauern gesagt, nicht, um eine Seite gegen die andere auszuspielen –: Wie viele Millionen sind für integrative Maßnahmen für Flüchtlinge sofort möglich gewesen! Und uns lasst ihr jetzt im Regen stehen? – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
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