Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll130. Sitzung / Seite 85

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sonst irgendwas zum Einarbeiten. Denn wenn die Jugend als Zukunftsthema auch vom Herrn Bundeskanzler erkannt wurde – er hat es so formuliert: Bildungspolitik ist die beste Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik –, dann wird man sich hier keine Einarbeitungs­zeit gönnen können, wenn es noch dazu solche Schlagzeilen gibt wie: „Mathematik-Matura sorgt für Empörung!“

Hier sind Zukunftschancen unserer Kinder auf Weichen gestellt worden, hier hat man abrupt gebremst, eine zwölf- beziehungsweise acht-, beziehungsweise vierjährige – je nachdem, wie man die Schulstufen zusammenrechnet – Bildungslaufbahn wurde hier aus heiterem Himmel mit einem Nicht genügend belohnt.

Der Direktor des Bundesgymnasiums Zehnergasse in Wiener Neustadt schreibt in den „Niederösterreichischen Nachrichten“ aufgrund dieses Ergebnisses – ich zitiere –: „Die Mathe-Matura war ein Witz. Ich bin stinksauer, weil hier mit unserer Jugend expe­rimentiert wird.“

Da kann ich nur eines sagen: Ja, unsere Jugendlichen in Österreich, unsere Kinder sind zu schade, als dass sie als Versuchskaninchen für eine verfehlte SPÖ-Bildungs­politik herhalten müssen. (Beifall bei der FPÖ.)

Das kann und darf hier in diesem Bereich nicht so weitergehen. Wenn von Versuchs­kaninchen und Experimenten gesprochen wird, dann muss ich sagen: Die Frau Bun­desministerin – sie ist noch immer nicht da – hat in ihrem wissenschaftlichen Leben das Experimentieren sicher gelernt, und das musste sie auch und das ist auch wichtig. Aber bei unseren Kindern haben Experimente absolut nichts verloren. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Das muss von heute auf morgen gestoppt werden.

Kollege Walser hat in seiner vornehmen Zurückhaltung gemeint, er habe eine lange To-do-Liste, aber diese wolle er der Ministerin jetzt gar nicht mitgeben. Es wäre aber wichtig gewesen, zu sagen, was im Bildungsbereich tatsächlich verändert werden muss.

Es ist eindeutig falsch, was da passiert, dass man Kindern nach Ende ihrer Schul­laufbahn mit einer derart anscheinend überzogenen Mathematik-Matura das Leben schwer macht. Es kommen laufend, nahezu minütlich die Beispiele herein, 33 Prozent Durchfallsquote, 50 Prozent, zwei Drittel Durchfallsquote. Das darf es einfach nicht geben! Da hat das bisherige Zentralmaturasystem versagt. (Beifall bei der FPÖ.)

Wir haben aber aus meinem Bereich, aus dem Bereich der Kulturpolitik, auch noch einen anderen Bundesminister. Herr Drozda ist als Manager im Kulturbereich sehr erfolgreich gewesen, die Vereinigten Bühnen Wien haben eine hohe Auslastung. Das spricht für sein wirtschaftliches, aber auch für sein qualitatives Angebot. Er wird sich aber in diesem Bereich um mehr kümmern müssen.

Ich möchte an eines erinnern: Bundesminister Ostermayer hat eigentlich die Baustelle des Hauses der Geschichte Österreich hier hinterlassen mit allen Fragen, nämlich der Auseinandersetzung zwischen der Österreichischen Nationalbibliothek und dem Kunsthistorischen Museum, wo es das Gezerre um die Räumlichkeiten gibt, Sammlung alter Musikinstrumente und so weiter. Herr Bundesminister, auch da gibt es keine Zeit, zu warten.

Frau Glawischnig – das ist auch eine, die sich jetzt während meiner Rede schon verabschiedet hat, also ich könnte lange weitersprechen, vielleicht gibt es dann endlich Neuwahlen, weil wir nicht mehr beschlussfähig sind (Beifall bei der FPÖ) – hat gemeint, man muss allen eine Chance geben, denn das ist eine neue Fußballauf­stel­lung. Da kann sie sich unter Umständen bei ihrem Ehemann, der durchaus ein Fußballprofi ist, erkundigen: Es ist keine Neuaufstellung einer Mannschaft vor einem


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