Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll130. Sitzung / Seite 174

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die Verantwortung für unsere Jugend und damit die Verantwortung für die Zukunft unseres Landes.

Schulen sind gleichsam Werkstätten, in denen unterschiedliche und umfassende Befähigungen erworben werden sollen. Schule ist aber, wie alles andere auch, dem ständigen Wandel unterworfen. In der Wirtschaft stehen wir vor entscheidenden Verän­derungen, vor Änderungen, von denen viele sagen, sie werden so einschneidend sein wie seinerzeit die Industrialisierung.

Machen wir den Versuch, nur einige Handlungsfelder, die wir hoffentlich gemeinsam auf- und erarbeiten werden, um diesen Wandel nicht zu verpassen, tatsächlich umsetzen zu können! Ich erlaube mir daher, ein paar Dinge kurz anzureißen:

Ich meine, es geht in der Schule in der Zukunft um neue Lehr- und Lernformen: E-Learning, Flipped Classroom, Big Data, digitale Medien. Es geht um neue Lehr- und Lerninhalte, IKT-Kompetenzen im Hinblick auf Industrie 4.0, aber auch um Ethik, politische Bildung, interkulturelles Lernen. Besonders wichtig – und das haben Sie selbst angesprochen, Frau Ministerin – sind Wirtschafts- und Finanzwissen.

All dies soll in den Stundenplan einfließen. Und damit das passieren kann, wird es notwendig sein, zu schauen, wo wir etwas wegnehmen können – eine der großen Herausforderungen! Die Liste, was alles unterrichtet werden soll, ist lang und gut. Aber es wird wesentliche Veränderungen brauchen, um einen Mix zu finden, der die Zukunft nicht außer Acht lässt, aber das Gute an der Schule der Vergangenheit auch nicht über Bord wirft.

Frau Ministerin, Sie haben bereits ausgeführt, dass Ihnen die Arbeitsbedingungen und die Wertschätzung der Pädagoginnen und Pädagogen besonders wichtig sind. Ja, das höre ich sehr gerne, da wir aus vielen Erfahrungen wissen, dass es weniger um die Schulsysteme geht – ich glaube, Ihre eigene Lebenserfahrung bestätigt das auch –, sondern dass es um das Was in der Schule geht, wie in der Schule vermittelt wird, wie in der Schule die Lehrer so motiviert werden, dass diese Motivation auch auf die Schüler übertragen werden kann.

Ich möchte abschließend auf ein Thema zu sprechen kommen, das mir besonders wichtig ist, und das ist die Autonomie von Schulen. Wenn wir Schule weiterentwickeln wollen, müssen Entscheidungen vor Ort fallen können.

Frau Ministerin, seien Sie mutig, stärken Sie die Entscheidungsfreiheit von Direk­torinnen und Direktoren, von Lehrerinnen und Lehrern! Seien Sie Frontfrau für eine Schulautonomie, die ihrem Namen auch gerecht wird! Mehr Verantwortung bringt mehr selbständiges, mehr eigenverantwortliches Handeln. Entlassen Sie unser Schulsystem Schritt für Schritt in die Autonomie, denn anders, denke ich, wird es nicht gehen! Dann können nämlich auch Leistungen transparent gemacht werden, dann entsteht ein gesunder Wettbewerb der besten Konzepte, dann kann auch die von Herrn Staatssekretär Mahrer initiierte Bildungsstiftung ihre Zwecke bestens erfüllen.

Autonomie bedeutet für mich aber auch finanzielle Autonomie. Es fließt viel Geld in unser Schulsystem. Und es soll so eingesetzt werden, dass an den Schulen best­möglich entschieden werden kann, wo die Schwerpunktsetzung liegen soll, dass dort bestimmt werden kann, in welche Richtung sich eine Schule entwickeln wird, dass also die Bedingungen, wie Schule funktioniert, an der Schule entschieden werden.

Sie haben selbst gesagt, dass es nicht der Schultyp war, sondern dass es die Men­schen in der Schule waren, die es Ihnen ermöglicht haben, Ihren Lebensweg zu gehen. Ich gehe davon aus, dass das auch Ihre Arbeit prägen wird. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)

18.20

 


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