Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll130. Sitzung / Seite 196

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Jahrelang wiesen sowohl der ehemalige Minister als auch das damalige Landes­haupt­mann-Duo Voves/Schützenhöfer jedwede Kritik von sich und zurück und kritisierten vielmehr die Kritiker, die damit angeblich die Erfolge schlechtreden würden.

Um das noch einmal klarzustellen: War es eine erfolgreiche WM? – Natürlich war es eine erfolgreiche WM, das steht außerhalb jeder Frage, und zwar aus sportlicher Sicht! Unsere Athleten haben dort Großartiges geleistet – umso mehr regt es einen ja auf, dass es überhaupt solche Missstände gegeben hat, die natürlich ein schlechtes Bild auf diese WM werfen. Und natürlich werden die sportlichen Erfolge in den Hintergrund gedrängt, aber daran sind nicht die schuld, die die Missstände ansprechen, sondern daran sind die schuld, die die Missstände verursacht haben! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mayer: Hypo!)

Doch was machen die Verantwortlichen aus der Politik? Haben Sie etwas aus dem Bericht gelernt? – Nein! Nachdem der Rechnungshofbericht herausgekommen ist, hat Ihr Parteikollege, der ehemalige Landeshauptmann Voves ihn als – ich zitiere – „dep­perte Kritik“ bezeichnet. So eine Reaktion muss man sich einmal vorstellen: „depperte Kritik“!

Irgendwie ist schon klar, dass er sich über den Bericht ärgert, wenn dieser eigentlich jedem seiner Kritiker recht gibt und klar und deutlich feststellt, dass jegliche Trans­parenz gefehlt hat, dass niemand einen Gesamtüberblick über die Entwicklung der Kosten hatte – ja, bis heute liegt keine detaillierte Endabrechnung vor! Es hat auch zahlreiche Mängel in der Organisation gegeben: Teilweise haben sieben unterschied­liche Gremien völlig unabhängig voneinander agiert. Auf jeden Fall wurden auch unzählige Steuermillionen ohne jegliche Kontrolle und Überprüfung der Sinnhaftigkeit in Prestigeobjekte gesteckt, die rein gar nichts mit der Sportinfrastruktur zu tun hatten – Stichwort: Skygate, das nicht umsonst im Schladminger Volksmund auch als „Präsi­den­tenzipfel“ bezeichnet wird.

Des Weiteren ist natürlich auch noch sehr interessant, dass auch der neue Sport­minister Doskozil anscheinend überhaupt kein Problem damit hat, dass es den Ver­dacht gibt, dass das Sportministerium Projekte gefördert hat, für die der Österreichi­sche Skiverband als Veranstalter ohnehin Finanzmittel vom Internationalen Skiverband erhalten hat – mein Kollege hat es bereits angesprochen. Das schreibt der Rechnungs­hof auch klar und deutlich in seinem Bericht.

Wenn so etwas in einem Bericht steht, dann kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und das nur zu Kenntnis nehmen. Das ist ein Hinweis, dass es vielleicht Doppelförderung gegeben hat. Und ja, auch ich habe die E-Mail bekommen, in der ich aufgefordert wurde, speziell das nicht anzusprechen, und ich finde das gleichfalls höchst bedenklich.

Wie gesagt, man kann nicht zur Tagesordnung übergehen! Genau da sollte auch der neue Minister hergehen und volle Transparenz vom ÖSV verlangen. Dieser soll seine Verträge offenlegen, und man soll sich eben nicht mit der Ausrede, das seien irgend­welche privaten Verträge, oder mit irgendwelchen geschwärzten Verträgen abspeisen lassen. Wenn der Bund, und das hat auch Kollegin Moser angesprochen, Infrastruktur­projekte fördert und aus öffentlichen Mitteln bezahlt, dann kann man natürlich Bedingungen daran knüpfen. Sie müssen fordern, dass alle Verträge vom ÖSV, die er mit der FIS hat, offengelegt werden. (Beifall bei der FPÖ.) Das gilt jetzt nicht nur vergangenheitsorientiert, sondern auch für die Zukunft, denn die nächsten Veranstal­tungen kommen mit Sicherheit schon bald!

Eines ist auf jeden Fall klar: Mit diesem Rechnungshofbericht kann das Kapitel noch nicht abgeschlossen sein. Wie ich schon gesagt habe: Es gehört dringend vom Minis-


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