Dass das notwendig ist, zeigen die heute auf der Tagesordnung stehenden sechs Berichte, insbesondere die zwei angesprochenen Berichte im Zusammenhang mit dem abgestuften Bevölkerungsschlüssel beim Finanzausgleich sowie den Zahlungsströmen zwischen den Gebietskörperschaften. Diese Prüfungen haben gezeigt, dass Mittel zwischen Bund, Ländern und Gemeinden intransparent, schwer nachvollziehbar und gleichzeitig vorrangig zur Bewahrung von Besitzständen verteilt werden.
Aktuelle Entwicklungen – das wurde bereits angesprochen –, demografische Änderungen, abgabenrechtliche Änderungen werden ebenso nicht ausreichend berücksichtigt wie ein Finanzkraftausgleich, ein regionaler Ausgleich oder die Aufgabenorientierung. Die hochkomplexen Regelungen führen dazu, dass die Verteilung der öffentlichen Mittel von den Ländern falsch berechnet und von den Gemeinden in vielen Fällen falsch verbucht wird.
Es besteht Handlungsbedarf! Es besteht Handlungsbedarf in vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, um die Nachhaltigkeit der Aufgabenerfüllung für die Bürgerinnen und Bürger tatsächlich zu gewährleisten. Dies hat der Rechnungshof im Jahr 2011 mit seinen 599 Empfehlungen zum Ausdruck gebracht. 50 Prozent dieser Empfehlungen wurden bislang umgesetzt. Seither hat der Rechnungshof 373 Berichte veröffentlicht, und diese Berichte zeigen, dass in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung eine Weiterentwicklung stattfinden muss, um die Nachhaltigkeit der Aufgabenerfüllung zu gewährleisten.
Der Rechnungshof hat die Aufgabe, zu prüfen und zu beraten. Aus diesem Grund haben wir nunmehr ein Positionspapier für eine nachhaltige Entwicklung Österreichs mit 1 007 Empfehlungen aus 23 Handlungsfeldern vorgelegt, um die Erbringung öffentlicher Leistungen in Österreich nachhaltig abzusichern.
Ich ersuche Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, Ihre parlamentarischen Möglichkeiten zu nutzen und die Umsetzung der Empfehlungen voranzutreiben, denn ein Mehr an Transparenz, ein Mehr an Rechenschaftspflicht, ein Mehr an Ergebnisverantwortung macht Österreich stärker. Dafür war und ist der Rechnungshof immer ein verlässlicher, unabhängiger, objektiver und wirksamer Partner.
Es freut mich, dass ich den Rechnungshof als Best-Practice für Exzellenz von Prüfen und Beraten übergeben kann. Es freut mich dabei auch, dass meiner Nachfolgerin ein national wie international anerkannter Rechnungshof und gleichzeitig auch Rücklagen im Ausmaß von 5 Millionen € übergeben werden.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rechnungshofes für ihre hervorragende Arbeit, ihre Unterstützung und ihr unermüdliches Engagement danken.
Ich bin mir sicher, dass meine Nachfolgerin ihre Aufgabe ebenfalls mit vollem Engagement wahrnehmen wird, und wünsche ihr dabei, dass sie mit den Zahlen und Fakten durchdringt und dabei Ihre volle Unterstützung findet. Die Zahlen und Fakten zeigen nämlich, dass es notwendig ist, dem Wollen nun endlich ein Tun folgen zu lassen. Wie es Nelson Mandela so zutreffend ausgedrückt hat: Yesterday is history, tomorrow an opportunity, today is all we have. Let’s build together now.
Meine zwölf Jahre als Rechnungshofpräsident sind nunmehr Geschichte. Mit der heutigen Wahl der neuen Rechnungshofpräsidentin wird in Österreich ein neues Kapitel der Kontrolle eröffnet. Nutzen wird das Heute, um mit unserem Tun das Morgen zur Chance werden zu lassen! – Herzlichen Dank. (Allgemeiner, stehend dargebrachter lang anhaltender Beifall. – Präsidentin Bures sowie die Klubobleute aller Parteien begeben sich zur Regierungsbank, um sich persönlich von Rechnungshofpräsidenten Moser zu verabschieden.)
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