zweifellos so, daher bin ich auch stolz darauf, mit unterstützt zu haben, dass Dr. Steger kandidiert und sich hier präsentieren konnte.
Ich möchte allerdings, und das ist ehrlich gemeint, sowohl den NEOS als auch den Grünen Dank aussprechen für ihre wirklich objektive und uneigennützige Herangehensweise an die Sache, die Dinge tatsächlich ernst zu nehmen, auch über eigene Kandidaten zu sagen, wer besser war, wer stärker war, in die Richtung zu schauen, was das Beste für uns wäre, und über den eigenen Schatten zu springen.
Ich sage das ganz offen, ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass solche Machtstrukturen im Vorfeld erkennbar sein würden; ich nenne auch das Wort Trickserei nicht, ich nenne auch nicht die rumpelstilzchenhaften Auftritte mancher, die ich da miterlebt habe und wo ich mich gefragt habe: Was wird denn da gespielt? Es war tatsächlich so, dass die Machtstrukturen erkennbar waren. Wir haben, das kann man ganz offen sagen, auch mit Vertretern der freiheitlichen Fraktion Gespräche geführt, deren Klubobmann gesagt hat: Egal, wie stark, wie gut, wir wählen keinen der Kanzlerpartei – nicht der Regierungsfraktionen, sondern der Kanzlerpartei –, da kann kommen, was will, das kommt nicht infrage! Lopatka hat unabhängig davon gesagt: Dr. Steger, egal, wie gut er ist, kommt nicht infrage!
Jetzt muss man nicht höhere Mathematik studiert haben, um zu wissen, dass wir, wenn im Hauptausschuss, der aus 28 Mitgliedern besteht, die FPÖ sagt: Kommt nicht infrage!, und Lopatka sagt: Kommt nicht infrage!, mit unserem besten Kandidaten nicht durchkommen. Das war dann klar, auch nach der ersten Abstimmung. (Abg. Pirklhuber: Das sollten wir uns nicht gefallen lassen! – Ruf bei der ÖVP: Demokratie!)
Es wurde dann auch ein Name, der vorher in der ersten Runde überhaupt nie gefallen war, genannt; dass Frau Dr. Berger eventuell die Beste sein könnte, ist von niemandem gesagt worden. Plötzlich ist dann von der FPÖ der Name Dr. Berger gekommen, die NEOS haben dann auch gesagt, Berger wäre eigentlich eine gute Wahl, und es war sichtbar, was hier offensichtlich geplant war. (Abg. Rädler: Wir haben es verstanden!)
Als wir gesehen haben, Dr. Steger ist nicht durchzubringen, war es für uns wichtig, zu schauen, was eine zweitbeste Lösung sein könnte, das gebe ich ganz offen zu. Ich meine ja auch, Frau Dr. Kraker ist eine gute Lösung, aber sie ist für uns die zweitbeste Lösung. Wir haben uns dann anders entschieden und gesagt: Okay, wenn es nicht machbar ist, eine Mehrheit für unseren Kandidaten zu bekommen, dann unterstützen wir Frau Dr. Kraker. Sie wird es auch notwendig haben, da bin ich überzeugt, wir werden das auch tun. (Abg. Pirklhuber: Es ist aber trotzdem Erpressung!)
Ich hoffe auch – ich habe das heute bei der Verabschiedung von Herrn Dr. Moser gesagt –, dass sie über diesen Schatten springen wird, über den Fiedler und Moser auch gesprungen sind; es war nämlich erkennbar, dass sie, kaum waren sie im Amt, dieses auch unabhängig und parteiübergreifend geführt haben. Sie wird es brauchen, denn ich sage Ihnen, da Dr. Moser und Dr. Steger im Rechnungshof nicht mehr zur Verfügung stehen werden, werden wir tatsächlich alle Ärmel aufkrempeln müssen, um die Qualität, die wir bisher hatten, halten zu können. (Abg. Hammer: Es ist ohne Dr. Steger auch gegangen!)
Daher werden wir heute Frau Dr. Kraker unterstützen und hoffen, dass wir – es wurde in weiser Voraussicht gesagt, in zwölf Jahren werde alles voller Lobeshymnen sein – tatsächlich diesen Schritt gehen können. Ich werde alles dafür tun, dass das Parlament durch diese Entscheidung nicht in seiner Unterstützung durch den Rechnungshof geschwächt wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von Grünen und NEOS.)
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