Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll134. Sitzung / Seite 128

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ges Problem. Ich war ja selbst Lehrer, ich weiß, wovon ich rede. Was macht man mit solchen Kindern? Das ist wahnsinnig schwierig. Man will sie auf der einen Seite mit­nehmen, man möchte sie beschäftigen, man hat aber nicht die Zeit, sie zu beschäftigen. Also braucht es halt eigene Klassen. Das ist der Punkt. Das ist notwendig, und das tra­gen wir mit, nur muss die Sprachstandserhebung standardisiert sein, damit man das auch entsprechend machen kann.

Stichwort „Frühchen“, ist ja auch ein Punkt. Wir verstehen überhaupt nicht, dass Sie trotz mehrmaligen Versuchs der Freiheitlichen Partei nicht bereit sind, unserer Initiative zuzustimmen, dass die Eltern eine Wahlfreiheit haben, dass „Frühchen“, die eben zu früh geboren werden, auch später eingeschult werden können. Sie wissen, jedes Kind, das vor dem 1. September seinen 6. Geburtstag hat, muss mit dem 1. September die­ses Jahres eingeschult werden. Jetzt sind „Frühchen“ natürlich in ihrer Entwicklung ge­hemmt, und auch da kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen.

Unser drittes Kind war ein „Frühchen“ – ich kann da wirklich als betroffener Vater spre­chen –, hat sich unglaublich gut entwickelt, aber natürlich hat ein „Frühchen“ Schwä­chen, motorische Schwächen, Sprachschwächen et cetera. Und da muss man es den betroffenen Eltern ermöglichen, selbst zu entscheiden, wann sie ihr Kind einschulen wollen, eben mit einer Regelung, dass der Eintritt in die Schule auch gemäß des er­rechneten Geburtstermins möglich ist und nicht nur aufgrund des tatsächlichen Geburts­termins.

Also: Eine durchaus sinnvolle Initiative, die Sie abgelehnt haben, die Sie nicht unter­stützen, was wir überhaupt nicht verstehen.

Stichwort Abschaffung der Noten – ein langes Thema, auch ein hochpolitisches The­ma. Zumindest war es im Zuge der Schulversuche so, dass die Eltern die Möglichkeit hatten, eine ziffernmäßige Beurteilung einzufordern. Diese Möglichkeit besteht nun nicht mehr. Das ist bedauerlich. Jetzt gibt es also in den ersten drei Volksschulklassen nur mehr eine verbale Beurteilung. In diese verbale Beurteilung sollen jetzt auch die Eltern eingebunden werden, wo es darum geht, dass man im Zuge von Gesprächen mit den El­tern zu einer Beurteilung kommt.

Da fragen wir uns schon: Haben die Lehrer auch die Zeit dafür? Gibt es dafür zusätz­liche Stunden, wenn man da intensive Gespräche führt? Na wenn, dann muss ich es ernst nehmen, da kann ich nicht so larifari beurteilen. Wenn ich diese verbale Beurtei­lung ernst nehme und den Anspruch, den der Gesetzgeber hat, dass diese Note sich auch aufgrund von Gesprächen mit den Eltern herauskristallisieren soll, dann brauche ich auch die notwendige Zeit dafür.

Und wir sagen: Es muss auch die Möglichkeit bestehen, so wie im Schulversuch, dass die Eltern sagen können, wir möchten eine Notenbeurteilung zusätzlich haben. (Beifall bei der FPÖ.)

Also Sie sehen, wir haben da viele Punkte, die aus unserer Sicht noch genauer zu de­finieren sind. Aber das Hauptziel – und darüber wird mir viel zu wenig diskutiert – ist, dass allen Kindern die Kulturfertigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen beigebracht wer­den, und deshalb müssen wir uns eingehend mit der Frage beschäftigen, wie wir das schaffen können.

Abschließend noch generell zur Schule, und ich habe das im Hohen Haus schon mehr­mals eingefordert: Sie wissen, dass die Überforderung vieler Schüler leider Gottes über­handnimmt, viele Schüler unter massivem Stress leiden. Und da hilft nur eines: Lehrplä­ne entrümpeln, nicht immer noch mehr die Lehrpläne überfrachten! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.)

Wir müssen endlich einmal hergehen und die Lehrpläne entrümpeln, damit wir mehr Zeit zum Üben in der Schule bekommen. Es kann nicht so sein, dass die Eltern die Lehrer


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