Aber wenn man sich die tatsächlichen Kosten anschaut für das, was diese Sekretärin an Gehalt bekommt, diese 15 800 €, und was der Betrieb zu leisten hat, was sie den Betrieb kostet, nämlich diese 23 700 € (Abg. Heinzl: Ist das ein Jahresgehalt brutto?) – Herr Kollege, besser zuhören!, ich habe gesagt, eine Teilzeitbeschäftigte –, dann weiß man, welche Kosten da entstehen. Und wenn wir etwas schönreden wollen, dass wir eh so toll aufgestellt sind – Herr Minister, ich kann dir nur gratulieren und danke auch für deine klare Aussage, dass wir wettbewerbsfähig sind und die Wettbewerbsfähigkeit gegeben ist –, dann muss man aber schon dazusagen, dass internationale Statistiken beweisen, dass wir annähernd 10 Prozent höhere Lohnnebenkosten haben, was auch viele Unternehmerinnen und Unternehmer beklagen.
Herr Kollege Haubner, ja, es gibt tolle Unternehmen, die Mitarbeiter suchen, aber es gibt sehr viele, die sagen, na ja, die Selbständigkeit kann ich meinen Kindern nicht empfehlen. Und besonders im ländlichen Raum, wo wir nicht so große Industriebetriebe haben, sondern kleine und mittlere Unternehmen haben, haben wir sehr viele mit Nachfolgesorgen, auch was Mitarbeiter anlangt, da das Ganze im Konnex passiert. Ich glaube, genau so müssen wir das auch sehen.
Deshalb bin ich unglücklich, Herr Kollege Katzian, über diese emotionale Diskussion. Du kannst dich darauf verlassen, ich war 22 Jahre lang Kammerobmann, ich weiß, wovon wir sprechen beim Kammernsystem. Ich war damals mit Walter Berger von der Wirtschaftskammer einer der Gründer des Runden Tisches in Vöcklabruck. Mir war es immer wichtig, dass man ausgewogen und partnerschaftlich zusammenarbeitet. Aber es ist ganz wesentlich – der Minister hat es bereits bei der Regierungserklärung gesagt –: Österreich hat ein Ausgaben-Problem und kein Einnahmen-Problem. (Abg. Haubner: Er hat immer noch recht!)
Ich muss die Aufgabenerfüllung der Regierung einfordern, denn wir müssen endlich zu den Maßnahmen kommen, ihr müsst endlich die Wahlversprechen in Form von Entbürokratisierung, in Form von Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger einlösen – dort sind Kosten zu sparen, anstatt nach neuen Steuern und neuen Einnahmen zu suchen. (Beifall beim Team Stronach.)
Da brauchen wir nichts schönzureden, da hat Kollege Strolz recht, wenn er sagt: Hier ist anzusetzen. Wir müssen wegkommen von der Bewahrer-Politik und der Haltung: Weil es so super funktioniert und weil es gerade so richtig schön läuft und es für die Amtierenden passt, tun wir nichts! Ich glaube, es ist das Allerwesentlichste und es ist die Verantwortung von uns allen hier im Haus, dass wir uns alle gemeinsam für die Zukunft bemühen müssen. Wir müssen uns alle gemeinsam bemühen, bei jeder Möglichkeit einzusparen, wenn es etwas einzusparen gibt.
Und ich glaube, das ist auch ganz wesentlich: Wir sollten nicht die Situation haben, Herr Kollege Haubner, dass führende Industrielle, Gewerbetreibende in Oberösterreich – ich darf hier den Chef von KTM, Stefan Pierer, nennen – beim Industrie-Empfang sagen, Österreich ist eine Bananen-Republik. Und wenn wir nicht von den Lohnnebenkosten, sondern von den Lohnhauptkosten reden, dann sind das nicht irgendwelche Inszenierungen vom Kollegen Strolz, der irgendwem etwas am Zeug flicken will, sondern dann ist das die Realität. Ich glaube, das ist das ganz Wesentliche, dass wir die Realität nicht verleugnen. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Das ist das Entscheidende, das darf man einfordern. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Haubner.)
Ein letzter Punkt zur Realität: Wir alle wollen österreichische Produkte, alle reden davon, wie gut die efko-Produkte sind. Hier ist der letzte aktuelle Bericht von den „Oberösterreichischen Nachrichten“ vom 2. Juli, efko sagt: Die Zukunft wird sein, dass wir österreichische Gläser haben werden und die Produktion in Tschechien. – Das-
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