als Wirt, weil natürlich die Bedürfnisse von Mitarbeitern und Gästen abzustimmen sind. Jeder Gast verlangt, dass er am Sonntag bedient und serviciert wird, bedenkt aber nicht, dass diejenigen, die die Arbeit machen müssen, zum Beispiel der Koch, die Kellnerin, die Putzfrau, alle Beteiligten, selbstverständlich auch die Chefleute, auch Familie haben. (Präsident Kopf übernimmt den Vorsitz.)
In diesem Spannungsfeld müssen wir das diskutieren, und ich habe jetzt in der gesamten Diskussion gespürt, dass auch da die Praxis und die Theorie wahnsinnig weit auseinanderklaffen. Ich habe heute Vormittag aufgrund der kurzen Redezeit beim Thema Reform der Gewerbeordnung nicht mehr erwähnen können, was die wahren Probleme sind, nämlich nicht die Grundansätze der Gewerbeordnungsreform, sondern die feinen Nadelstiche der Überbürokratie.
Wenn sich ein Jungunternehmer mit sechs Mitarbeitern zwei Fiskal-Lkw zulegt und dann vom Finanzamt 6 000 € zurückgefordert werden, weil die Ladefläche um 5 Zentimeter zu kurz ist, und er dann noch seine Sekretärin damit beschäftigen muss, aus der letzten Bilanz die Rechnungen für die Ersatzteile vom Service herauszurechnen, dann wissen wir, was den Unmut der Unternehmerinnen und Unternehmer wirklich weckt. (Abg. Hanger: Da ist schon der Hersteller schuld!) Dann wissen wir, das Problem sind diese Doppel- und Dreifachbürokratie, diese zusätzlichen feinen Schikanen, die da eingebaut sind. Ich glaube, das ist das ganz, ganz Wesentliche. (Abg. Hanger: Es wäre halt gut, wenn sich der Hersteller an die Richtlinien hält!)
Weil die Hotellerie und die Gastronomie – wir stehen ja hoffentlich vor einer erfolgreichen Wintersaison und hoffen, dass es nicht nur beim Wetterbericht bleibt – ein so wichtiger Wirtschaftszweig sind – und das ist besonders beim angesprochenen Alpenraum, Herr Schellhorn, in Verbindung mit einer funktionierenden Landwirtschaft zu sehen; mit Gemeindearbeitern oder mit öffentlich bezahlten Bediensteten können wir diese Kulturlandschaft nicht pflegen –, ist es ganz wesentlich, dass wir nicht nur bei der Unterstützung hinsichtlich Personal, sondern auch beim Produkteinkauf einen Schritt weiterkommen.
Lieber Gabi Obernosterer, ich verstehe dich immer besser. Ich habe mir am Anfang gedacht, du willst mich da irgendwie ein bisschen fuchsen, wenn du immer gesagt hast: Wir kaufen alles im Umkreis von 30 Kilometern!
Ich muss dir recht geben. Das ist mir völlig klar: Es kann ein Unternehmer, ein Gastronom, ein Hotelier oder sein Chauffeur am Vormittag nicht zehn Stationen anfahren, bis er die Waren für seine Küche eingekauft hat. Natürlich kauft er bei Professionisten. Es war ja dieses Wochenende gerade die „Gast“ in Salzburg, da kann man ungefähr sehen, was im professionellen Bereich möglich ist. Das ist ähnlich wie beim Privatkonsumenten die „Internationale Grüne Woche Berlin“. Was da den Unternehmerinnen und Unternehmern, den Großküchen zum Teil angeboten wird, das ist das, was wir hinterfragen müssen. Dort gilt es anzusetzen.
Durch einen Zufall hat heute Vormittag der Bundeskanzler bereits diese Geschichte mit den Eiern angesprochen und gesagt, dass es ihm wichtig ist, woher die Eier kommen. Ich habe durch Zufall, weil ich das heute thematisieren wollte, dieses Flüssig-Ei (einen 1-Liter-Kanister mit der Aufschrift „DANAEG“, in dem sich eine gelbe Flüssigkeit befindet, in die Höhe haltend) mitgenommen.
Da darf man nicht schimpfen. Wer heute im Hotel gefrühstückt hat, wird, wenn er kein ganzes Ei oder kein Spiegelei gegessen hat, nicht feststellen können, ob die Eierspeise nicht aus einer solchen Dose produziert wurde. Jetzt kann man fragen, was daran denn schlecht sei. – Das kommt aus Dänemark, und man hat gestern in dem Film „Bauer unser“ gesehen, dass die Kontrollen und Auflagen auch im landwirtschaftlichen Bereich so streng sind, dass wir uns über die Futterration beim Geflügel
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