nicht hinzuzufügen –, dass die beiden Novellierungen einem faireren Wettbewerb dienen werden.
Im Übrigen ist es tatsächlich richtig, dass bereits vor einigen Jahren unterschiedliche Abgeordnete, aber auch Praktiker darauf hingewiesen haben, dass es da zu einem Interessenkonflikt durch die Einführung neuer digitaler Geschäftsmodelle mit den bestehenden Buchungspraxen und Geschäftsmodellen im Bereich der österreichischen Beherbergungsbetriebe kommen wird. Das ist übrigens auch kein österreichisches Phänomen, sondern die Digitalisierung in diesem Bereich hält in unterschiedlichen Branchen Einzug. Das, was wir hier heute behandeln – und Frau Abgeordnete Karl hat es ja angesprochen –, ist in anderen europäischen Ländern bereits auf unterschiedliche Art und Weise geklärt: entweder mit einer gesetzlichen Lösung oder durch die jeweilige Wettbewerbsbehörde durch einen einschlägigen Entscheid, wie da vorzugehen ist.
Wir kommen nun sozusagen einem gemeinschaftlichen Wunsch nach, nachdem wir im Tourismusausschuss eine sachliche Debatte mit den Vertretern der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde geführt haben. Wenn ich richtig informiert bin, ist es eine Premiere: Das sind die ersten Gesetzesvorlagen, die aus dem Tourismusausschuss überhaupt das Plenum erreichen. (Zwischenruf des Abg. Schellhorn.) Das ist eine gute Geschichte. Ich danke allen Fraktionen im Ausschuss und allen Sprecherinnen und Sprechern, die sich in der Debatte eingebracht haben.
Nun werde ich die Ausführungen des Abgeordneten Schellhorn und aller anderen kurz kommentieren: Es ist eine Tatsache, dass alle Branchen zurzeit – nicht nur im Speziellen in Österreich, sondern in allen europäischen Ländern – einem besonderen Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind. Und je nach Branche gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Einflussfaktoren, wie man diesen Wettbewerbsdruck lindern kann. Digitalisierung ist ein Einflussfaktor – wir haben das schon öfter in den Ausschüssen, aber auch hier im Plenum besprochen –, der sich noch stärker auswirken wird. Da ist das Buchungsverhalten nur ein Punkt.
Ich freue mich, dass Kollege Willi sehr gut aufgepasst hat, als ich beim letzten Mal ausgeführt habe, was sich dadurch verändern wird, dass die digitalen Anbieter im Bereich der sozialen Netzwerke Foto- und Videodateien der Konsumentinnen und Konsumenten verwenden werden und der Meinung sind, sie werden selbst korrektere und präzisere Buchungsangebote machen, als das heute die Buchungsplattformen machen. Das wird in den nächsten Jahren auch noch so weitergehen. Da können Sie nun Branche für Branche durchgehen, all diese Branchen stehen unter Druck.
Wovor ich warnen würde – tatsächlich warnen würde! –, ist, ewig eine Debatte darüber zu führen und den fast 200 000 Beschäftigten in fast 64 000 Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben ständig zu kommunizieren, wie schlecht es denn dieser Branche gehe und wie dramatisch das im Vergleich zu anderen sei. Diesen Druck gibt es nämlich tatsächlich auch in der Industrie – egal, ob das die produzierende Industrie oder das produzierende Gewerbe ist –, den Druck gibt es auch im Handel, den Druck gibt es aufgrund der Veränderungen zurzeit massiv im Bereich der Finanzdienstleistungsbranche, Banken und Versicherungen, und natürlich auch im Tourismus. Das ist keine Einzelentwicklung, der wir da ausgesetzt sind.
Worüber ich mich aber freue – und das sind die Zahlen, die wir ja sehen, und die muss man einfach auch immer auf der Habenseite verbuchen –, ist, dass wir im Sommer wieder eine ganz tolle Buchungslage gehabt haben, nämlich ein Plus im Bereich der Nächtigungen und in Summe ein Plus im Bereich der Gäste, und dass – das ist das Schönste, was ich hier eigentlich an Zahlen nennen will, und das ist vielleicht ein wunderbares Symptom dessen, dass es in Österreich doch genügend Betriebe gibt,
HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite