nämlich 2013, mit den Budgetüberschreitungen und den sonstigen Missständen befasst.
Die unerklärlichen Barauszahlungen für nicht immer nachvollziehbare Leistungen wurden offen geduldet. Wo gibt es so etwas? Wo kann man so etwas machen? Die Verantwortlichen haben sich unter Missachtung der einfachsten Regeln Geld ausbezahlt.
Viele Vorredner haben schon angesprochen, dass es eine Reihe von Versagen gegeben hat. Es mangelte an einfachster Kontrolle der Finanzgebarung. Dieser Fall, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist wirklich einzigartig, dieser Fall kann, denke ich, als einzigartig bezeichnet werden.
Gehen wir noch zurück in die Historie: Was ist dann geschehen? – Minister Ostermayer konnte damals nicht mehr wegschauen und hat eine Sonderprüfung des Rechnungshofes in Auftrag gegeben, über deren Ergebnisse wir heute diskutieren. Das hätte man sich aber alles ersparen können, wenn das Ganze nicht passiert wäre. Im Nachhinein ist man natürlich immer gescheiter, aber vor allem dann, wenn die Spielregeln eingehalten worden wären, hätte man sich vieles ersparen können.
Jeder Fußballverein, jeder Musikverein muss sich an Spielregeln halten. Beim Burgtheater findet das aber keine Anwendung, und das ist anscheinend kein Problem. Die Rechnungshofprüfung war meines Erachtens – das kann man so sagen – eine Alibiaktion, um in der Öffentlichkeit den Schein zu wahren: Minister Ostermayer handelt, er übergibt es dem Rechnungshof, er gibt eine Sonderprüfung in Auftrag, und es ist alles in Ordnung.
Der Skandal um das Burgtheater, meine sehr geehrten Damen und Herren, kam aber keineswegs überraschend, denn man wusste, wer dort als Direktor eingesetzt gewesen ist. Das war nämlich Matthias Hartmann, jemand, der von finanzieller Kontrolle nicht besonders viel hält. So meinte er am 22. April 2009 bei seiner ersten Spielplan-Pressekonferenz in Wien, „in Zürich habe man ihn zuletzt vorwiegend nach Auslastung- und Budgetzahlen gefragt, was ihm“ – Zitat: Anführungszeichen – „,zum Hals raushängt“.
Die Abneigung Hartmanns gegen eine ordentliche Finanzgebarung ist auch Thema eines jüngst erschienen „profil“-Interviews mit dem Wiener Burgschauspieler Heribert Sasse. „Profil“ fragt: „Finden Sie es nicht dubios, wenn Hartmann meint, er müsse sich als Burg-Chef nicht für Bilanzen interessieren?“ Die Antwort des Burgschauspielers: „Das war saublöd. Ich habe es ihm auch gesagt. 50 Prozent der Arbeit eines Intendanten ist kaufmännisch – Kunst kostet!“
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte abschließend noch auf den Geschäftsbericht 2014/2015 der Bundestheater-Holding zu sprechen kommen, denn da steht Folgendes am Cover: „Die Bedeutung von KULTUR lässt sich nicht allein an ihrem ökonomischen WERT bemessen.“ – Wenn man so auf einen Finanzskandal reagiert, dann hat man leider nicht verstanden, dass es dabei um Geld der Steuerzahler geht, dass es um schwer verdientes Geld der Steuerzahler geht, und wenn ich mir dieses Motto am Cover des Geschäftsberichts vor Augen führe, dann muss ich leider befürchten, dass das nicht der letzte Skandal bei den Bundestheatern war.
Ich hoffe, dass es nicht so ist, aber es ist leider nicht ausgeschlossen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
18.22
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mayer. – Bitte.
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