Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll165. Sitzung / Seite 181

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Alle Anregungen im Zuge der Beratungen im Rechnungshofausschuss, sozusagen Überlegungen, wie man den Bericht noch weiterentwickeln könnte, werden wir in die Gestaltung des Berichts einbeziehen, ebenso die Bedenken. Eines werden wir ganz sicher machen: die Darstellung der regionalen Verteilung der Teilzeitarbeit; das ist, wie ich meine, eine Anregung, die wir durchaus aufgreifen können. In diesem Sinne ist der Einkommensbericht bereits jetzt eine umfangreiche Daten- und Informationsquelle für den gesamten Nationalrat und nicht nur für den Rechnungshofausschuss. Wir haben verschiedene Faktoren aufgezeigt, der Bericht ist in keiner Weise einseitig; man kann verschiedene Faktoren dafür, wie wir zu einer bestimmten Einkommenshöhe in Österreich kommen, herauslesen.

Was sind die Fakten? – Im Jahr 2015 waren rund 4,2 Millionen Personen unselb­ständig beschäftigt. Diese Zahl stieg seit dem Jahr 1998 um insgesamt 25,1 Prozent an. Eine stärkere Zunahme gab es bei den Frauen, nämlich um 33,64 Prozent, bei den Männern gab es einen Anstieg von 18,24 Prozent. Der Frauenanteil unter den unselb­ständig Erwerbstätigen lag damit bei 47,3 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist im selben Zeitraum, das will ich noch hinzufügen, um 33 Prozent gestiegen.

Wie schaut nun das mittlere Bruttojahreseinkommen aus? – Das Medianeinkommen betrug 2015 in Österreich 26 678 €. Wenn man nur ganzjährig vollbeschäftigte Per­sonen betrachtet, so steigt das mittlere Bruttojahreseinkommen auf 39 812 €.

Zur Einkommensentwicklung: Wir haben mehrere Fakten dargestellt, unter anderem auch den Vergleich mit dem Jahr 1998, dem ersten Berichtsjahr, ab dem eine einheit­liche Datenbasis vorliegt, und da sehen wir, dass die Einkommensschere auseinan­dergeht; das ist ein Faktum. Die 10 Prozent mit den höchsten Einkommen hatten von 1998 bis 2015 inflationsbereinigt einen Anstieg um 4,3 Prozent zu verzeichnen, die 10 Prozent mit den niedrigsten Einkommen einen Rückgang um 35 Prozent; die mittleren Einkommen sanken im selben Zeitraum um 3,5 Prozent.

Zweites Faktum: Die Entwicklung der Einkommen der Arbeiterinnen und Arbeiter war zwischen 1998 und 2015 stark rückläufig; im Jahr 2015 betrug das Medianeinkommen nur mehr 87 Prozent des Vergleichswerts von 1998, und das inflationsbereinigt. Die Einkommen der Angestellten und der Beamten – es wurde schon besprochen, dass es da Effekte gibt – stiegen im selben Zeitraum an.

Der inflationsbereinigte Einkommenszuwachs ist naturgemäß höher, wenn man die Vollzeitbeschäftigten betrachtet; das gilt für Frauen und Männer, aber auch das Einkommen der vollzeitbeschäftigten Frauen lag im Jahr 2015 deutlich unter jenem der Männer, nämlich bei 83 Prozent. Wenn man alle unselbständig Erwerbstätigen in Be­tracht zieht, so liegt das Einkommen der Frauen bei 62 Prozent des Medianein­kommens der Männer, bei selbständig Erwerbstätigen gar nur bei 52 Prozent des mittleren Einkommens der Männer, und Pensionistinnen hatten 60 Prozent des Ein­kom­mens der Pensionisten.

Ein weiteres Faktum: Die Situation verbessert sich bei stabilen Beschäftigungs­ver­hältnissen. Wenn man mindestens fünf Jahre durchgängig und ganzjährig be­schäf­tigt war, dann gibt es einen Einkommenszuwachs von rund 9 Prozent, auch infla­tionsbereinigt; das betrifft 43 Prozent der unselbständig Erwerbstätigen.

Nächstes Faktum: Auffällig ist, dass die Anzahl der atypisch Beschäftigten zwischen 2013 und 2015 stärker zugenommen hat als die Anzahl der unselbständig Beschäf­tigten, und zwar mit 4,8 Prozent überproportional. Die atypische Beschäftigung ist überwiegend weiblich geprägt: 61 Prozent der weiblichen unselbständig Erwerbs­tätigen waren atypisch beschäftigt, und insgesamt war bei den atypischen Beschäfti­gungsverhältnissen ein Frauenanteil von 70 Prozent zu verzeichnen. Diese Gruppe der Beschäftigten erzielte ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 12 483 €, aber das ist


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