Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll186. Sitzung / Seite 39

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Verwaltung, das nächste Thema: Sie haben im Sozialausschuss die Aktion 20 000 be­schlossen. Ich bin Ihnen wirklich dankbar dafür, denn der Kampf gegen die Arbeitslo­sigkeit insbesondere der Älteren ist entscheidend. (Beifall bei der SPÖ.) Wir wissen, diese Menschen, die davon betroffen sind, kommen nicht leicht wieder ins Berufsleben zurück. Es ist nun einmal Praxis, dass man, wenn man einmal älter als 50 ist, Dutzen­de Bewerbungsschreiben schreibt, aber oft nicht einmal eine Antwort bekommt. Wir ha­ben gesagt, wir wollen, dass diese Menschen die Chance bekommen, in den Arbeits­markt zurückzukommen.

Wir wollen das so gestalten, dass der gesellschaftliche Nutzen da möglichst groß ge­nug ist. Das ist auch für die Schulen eine Riesenchance, denn wir wollen – so haben wir es heute mit dem Stadtschulratspräsidenten in Wien besprochen – dafür sorgen, dass solche Menschen begleitend in den Schulen aktiv sind, um die Lehrer von Verwaltungs­aktivitäten zu entlasten.

Die Berufsbilder müssen durchlässiger werden. Jeder von Ihnen, der sich mit Bildungs­politik beschäftigt hat, hat schon einmal Kontakt mit der großartigen Initiative Teach For Austria gehabt. Viele dieser jungen Leute, die bereit sind, einen Teil ihres Lebens die­ser Initiative zu widmen, in die Schulen zu gehen, mit den Kindern zu arbeiten, Wissen weiterzugeben, haben mir erzählt, sie würden gerne in den Schulen bleiben. Was muss unsere Aufgabe sein? – Die Durchlässigkeit des Systems zu erhöhen, zu ermöglichen, dass auch Menschen, die keine klassische Lehrerausbildung haben, die Chance bekom­men, in unseren Schulen zu unterrichten. (Beifall bei der SPÖ.)

Es gibt noch zwei Dinge, auf die ich hinweisen möchte, in Erweiterung dessen, was Kol­lege Strolz eingangs referiert hat: Wenn wir über Bildung reden, dann reden wir über die Kindergärten, über die Volksschulen, die besonders betroffen sind und unsere Unter­stützung brauchen, und wir reden über die weiterführenden Schulen. Ein Thema ist mir aber ein besonderes Anliegen: die Lehrausbildung.

Was das betrifft, haben wir in den vergangenen Monaten deutliche Fortschritte gemacht, und das ist auch wirklich wichtig, denn wenn wir die Hypothese haben, dass Österreich im Bildungssektor zur Weltspitze gehören muss, dann wissen wir, es gibt ein Segment, wo wir das bereits sind: Das ist die Lehrausbildung. (Beifall bei der SPÖ.)

Aus meiner eigenen Praxis, als Chef von großen Unternehmen, kann ich Ihnen sagen: Das ist das, was unsere Wettbewerbsfähigkeit entscheidend beeinflusst, was uns von vie­len anderen Ländern unterscheidet: dass wir in Österreich bestqualifizierte Facharbei­ter haben. Darauf können wir nicht nur stolz sein, sondern darauf müssen wir bauen, denn das ist genauso die Zukunft wie das, was sonst in den Schulen passiert.

Für mich heißt das, wir haben ganz konkret die Zahl der Berufsschulstunden ausge­baut – ich hoffe, dass die Länder dabei mitziehen werden –, wir haben versucht, die Sprach­qualifikation von Lehrlingen zu verbessern, wir haben versucht, die Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung zu verbessern. All das sind erste wichtige Schritte, um den jun­gen Menschen im Land zu zeigen, dass eine Lehre eine tolle Berufsperspektive bietet, eine tolle Zukunft bietet. Aus meiner Sicht muss aber mehr kommen, und unser Ziel muss es sein, dass wir in Zukunft für einen Lehrling genauso viel investieren, wie wir das heute für einen Gymnasiasten zu tun bereit sind. (Beifall bei der SPÖ.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich darf zu meinem letzten inhaltlichen Punkt kommen: Wenn wir über Bildung diskutieren und uns über den gesamten Bildungssek­tor bis hin zur Erwachsenenbildung gemeinsam den Kopf zerbrechen, dann kommen wir natürlich nicht umhin, auch über die Zukunft der Universitäten zu reden.

Aus meiner Sicht gibt es da zwei Überlegungen, die wichtig sind: Die Erste ist, aus der konkreten Situation heraus die Finanzierungssicherheit für die Universitäten herzustel­len, denn die brauchen finanzielle Planungssicherheit. Das Zweite aber, und das müs-


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