Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll194. Sitzung / Seite 110

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sein könnte. Ich glaube, dass man mit der Gesundheit der Menschen nicht spielen sollte, und daher ist das natürlich ein ganz sensibles Thema. (Beifall bei der FPÖ.)

Wissen Sie, Herr Minister, Sie haben ja auch ein bisschen Sachlichkeit eingefordert. Ich habe die Diskussion zumindest zu Beginn sehr sachlich gefunden. Ich glaube, es wäre im Sinne der Sachlichkeit auch gut, würden Sie sich festlegen. Sie werden sich wieder der Stimme enthalten, wie Sie es schon einmal getan haben, und das finde ich sehr schade, denn es gab andere Länder wie beispielsweise Frankreich, die ganz ein­deutig Stellung bezogen haben und dafür waren, dass das eben nicht wieder zugelas­sen wird.

Ich sage Ihnen schon, Herr Minister: Ich glaube, das ist ein falscher Weg, wenn wir immer versuchen, oder wenn Sie immer versuchen, für alle die Kurve zu kriegen. Wenn ein Gift, ein Breitbandherbizid, in Verdacht steht, Krankheiten auszulösen, und zwar sehr schwere Krankheiten, dann sollten wir uns ein bisschen darauf zurück­besinnen, welche Interessen wirklich die wesentlicheren sind: Sind es die wirtschaft­lichen Interessen, vor allem die von Konzernen?

Sie tun auch den Landwirten nichts Gutes, wenn Sie ihnen erklären: Das ist eh alles super, verwendet das weiter! – Das ist einfach der falsche Weg. Ich glaube, dass sehr viele Landwirte bereit sind, von Glyphosat abzulassen und nach anderen Möglichkeiten zu suchen. Gerade Österreich ist übrigens ein Vorreiter und ein Vorbild in der biologischen Landwirtschaft. Also da gäbe es viele Möglichkeiten. (Beifall bei der FPÖ.)

Auf der anderen Seite haben wir eine Gesundheitsministerin – ich bedaure es sehr, dass sie heute nicht gekommen ist –, die sich ja in den letzten Wochen doch immer wieder geäußert hat, sie möchte die Zulassung nicht weiter haben. Es haben auch die beiden Redner, die bisher an der Reihe gewesen sind, Kollege Vogl und Kollegin Heinisch-Hosek, darauf hingewiesen, dass es für die SPÖ gut wäre, richtig wäre, die Zulassung eben nicht weiter zu verlängern.

Ich sage jetzt aber schon eines: Wir haben in Österreich Glyphosat nicht nur in der Landwirtschaft. Das ist zwar ein großer Bereich, aber Glyphosat wird beispielsweise von den ÖBB in Riesenmengen – entlang aller Gleisanlagen – ausgebracht, genauso von der ASFINAG. (Abg. Pirklhuber: Stimmt!) Das sind Mengen, die wir dort nicht brauchen. Da wäre es schon auch möglich, einmal auf nationaler Ebene zu schauen, wo wir das eigentlich einsparen können, und da hätte ich mir auch, wenn es die Gesundheitsministerin wirklich so ernst gemeint hätte, erwartet, dass sie erstens an der Debatte teilnimmt, aus Eigeninteresse, aber auch, dass die SPÖ einmal in ihren eigenen Reihen beginnt, Meinungsbildung zu betreiben. (Beifall bei der FPÖ.)

Lassen wir einmal den Landwirtschaftsbereich beiseite! Die ÖBB brauchen kein Glyphosat auszubringen. Die ASFINAG braucht auch kein Glyphosat. Was haben sie denn früher gemacht? Da war das ja auch in Ordnung. Es wird auch andere Möglichkeiten geben, und ich glaube, da müssen wir jetzt einmal hinkommen, dass wir uns überhaupt bewusst werden, wo denn das überall verwendet wird. Man konnte früher Roundup kaufen; in jedem Bauhaus, in jedem Baumarkt konnte man sich das mitnehmen. Das haben die Menschen irgendwo verwendet, weil es so praktisch war, weil es jeden Grashalm kaputt gemacht hat.

Wir sind davon schon ein bisschen weg, aber in den Großbereichen wird das nach wie vor gemacht, und da würde ich mir von der SPÖ schon auch erwarten, dass sie etwas mehr Verantwortung an den Tag legt, weil ich glaube, dass ihr die ideologische Aus­richtung bei ÖBB und ASFINAG und deren Vorstände schon sehr nahestehen. Da wäre es einmal notwendig, auch endlich in Verhandlungen zu treten, dass man auch ein Vorbild vorweisen kann, dass man sagen kann: Es geht auch ohne!, denn wenn es dort geht, dann werden wir es auch im landwirtschaftlichen Bereich schaffen. Unsere


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