Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll197. Sitzung / Seite 68

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finde, der Respekt beginnt schon bei den Begrifflichkeiten, denn Tiere sind Lebewesen und keine Dinge. In Österreich geht es darum – das sollten wir auch heute zum Anlass nehmen –, Verbesserungen für den Tierschutz zu erreichen. (Beifall bei den Grünen so­wie des Abg. Zinggl.)

Immer noch sind Tiertransporte mit bis zu zehn Stunden möglich. Noch immer ist die Kastration bei Ferkeln ohne Schmerzausschaltung möglich. Auch das Schreddern von Küken ist möglich. – Bei all diesen Dingen braucht es Verbesserungen.

Wir im Nationalrat drücken unsere Verantwortung für Tiere über das Tierschutzgesetz aus. Und nun geht es ganz konkret um den Handel, um das Vermitteln von Tieren. Wir haben schon gehört, dass die Novelle vor ungefähr einem halben Jahr beschlossen wor­den ist. Die Idee dahinter war, den illegalen Handel mit Tieren einzudämmen.

Diese Idee und diese Motivation teilen wir, nur war die Umsetzung ein absoluter Pfusch, nämlich für Private, die Tiere weitergeben mussten, und auch für Tierschutzinitiativen und Vereine, die Tiere nicht mehr vermitteln konnten. Das hat dazu geführt, dass Tiere auf Autobahnstationen oder – im besten Fall – in überfüllten Tierheimen gelandet sind.

Stellvertretend für all diese Tiere, die keinen Platz haben (ein Foto eines jungen Hun­des mit der Bildunterschrift Waldo auf das Rednerpult stellend), stehen heute einige Tie­re hier. (Die Abgeordneten der Grünen heben zeitgleich Fotos von Hunden und Katzen mit unterschiedlichen Namen in den Bildunterschriften in die Höhe.)

Wir machen darauf aufmerksam, dass all diese Tiere ein Zuhause suchen, eine Familie suchen. Sie werden aber keine Familie finden, wenn wir die Tierschutzinitiativen nicht ihre Arbeit machen lassen. Was Sie tun, ist, dass Sie die Tierschutzinitiativen ins Kri­minal führen, anstatt sie arbeiten zu lassen, sodass sie Tiere, die kein Zuhause haben, weitervermitteln können.

Wir alle haben über den Sommer Tausende E-Mails über diesen unhaltbaren Zustände bekommen. Sie haben das Problem nun zumindest erkannt. Der Vorschlag, den SPÖ, ÖVP und NEOS heute einbringen, setzt aber den Pfusch leider nur fort, denn es ist kei­ne Lösung. Tierschutzinitiativen werden weiter ausgenommen werden, sie werden wei­ter in ihrer Arbeit behindert. Und auch Private können nur sehr eingeschränkt Tiere wei­tervermitteln. Wenn mir eine Katze zuläuft, ist es laut Ihrem Vorschlag am besten, wenn ich die Tür zumache und gar nicht hinschaue, denn weitervermitteln darf ich sie nicht.

Wir Grünen haben dieses Problem sehr ernst genommen. Wir haben uns während des Sommers mit Tierschutzinitiativen – nämlich mit denen, die wirklich tagtäglich die Ar­beit machen – an einen runden Tisch gesetzt und an einer Lösung gearbeitet. Und ge­nau diese Lösung habe ich heute in Form dieses Abänderungsantrages eingebracht, nämlich dass Tierschutzinitiativen ihre Arbeit machen können und Tiere auch wirklich vermitteln.

Das heißt, wenn Katzen viele Junge bekommen, wenn es einen Todesfall gibt, bei dem man ein Tier weitervermitteln muss, wenn einem Tiere zulaufen, wenn man eine Aller­gie hat und ein Tier leider weitergeben muss – welche Gründe es auch immer gibt –, dann kann man sich nach unserem Vorschlag an eine Tierschutzinitiative, an einen Tierschutzverein wenden, die diese Arbeit professionell machen und für die Tiere einen garantiert guten Platz suchen. Wir brauchen die Tierschutzinitiativen, um Tierschutz in der Praxis machen zu können.

Ich appelliere an Sie alle: Heute ist Welttierschutztag. Denken wir wenigstens heute an die Tiere, fassen wir wenigstens heute am Welttierschutztag einen Beschluss für die Tie­re und lassen wir diejenigen arbeiten, die sich tagtäglich um das Wohl der Tiere küm­mern und für all diese netten Tiere vom Wasti bis zur Carla (auf die noch immer in die


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