Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll197. Sitzung / Seite 87

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dienserie Starting Strong zur Elementarpädagogik, das Country Profile Österreich des Education Policy Outlook, das erst vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde, die Talis-Studie zur Situation der Lehrenden in Österreich, die PISA-Studie, die PIAAC-Studie.

Ich glaube, Analysen gibt es, und seitens der OECD im Speziellen, wahrlich genug, konkrete Empfehlungen gibt es auch. (Abg. Walser: Umsetzen!) Diese Empfehlungen genügen jedenfalls den internationalen bildungswissenschaftlichen Ansprüchen, die sind auf dem modernsten Stand der Bildungswissenschaft. Ich glaube, dazu gibt es eine ge­meinsame Sicht.

Das, was wir tun müssen, ist, gemeinsam zu handeln, umzusetzen, und das geht mir in Österreich in der Tat noch zu wenig weit. Wir brauchen ein gemeinsames, wir brau­chen ein parteiübergreifendes Handeln, damit wir die Schule der Zukunft viel, viel schneller hinbekommen, als das in den letzten 16 Monaten der Fall war.

Aber einiges ist schon gelungen, und ich möchte noch einmal ganz gezielt auch daran erinnern, was in den letzten 16 Monaten gelungen ist. Ein Positivbeispiel war die Schul­autonomie: Das Gesetz dazu, ein gemeinsamer Schulterschluss, der Ende Juni hier im Parlament gelungen ist, konnte verabschiedet werden. Dabei sind wir explizit auf die Analysen der OECD eingegangen, die damals ein viel zu starres System, wenig Lea­dership, wenig klare Verantwortlichkeiten und viel Bürokratie in den Schulen festge­stellt hat.

Wir haben dieses Gesetz beschlossen. Was genau haben wir beschlossen? – Ich darf es noch einmal in Erinnerung rufen: Wir haben hier gemeinsam beschlossen – auch mit Unterstützung der Grünen –, dass die Pädagoginnen und Pädagogen den Unter­richt in Zukunft so gestalten sollen, wie ihn die Talente und die Potenziale der Kinder brauchen, ganz individualisiert, und ihn auf die Situation im Klassenzimmer zuschnei­den können. Wir haben dazu eine Vielzahl an Gesetzesmaterien und Verordnungen gelockert, weil das Schulsystem extrem festgezurrt war und freies Handeln, freies Ge­stalten den Pädagoginnen und Pädagogen wahrlich schwer gemacht wurde. Das ha­ben wir schon umgesetzt.

Wir haben die Schulleiterinnen und Schulleiter ermächtigt, dass sie sich ihre Lehrer aussuchen können, damit sie ein Teambuilding hinbekommen, das ihre Schwerpunkte abbildet, damit sie Schule gut gestalten können und ein klares pädagogisches Konzept entwickeln können. Wir haben dazu auch die Dauer des Unterrichts, der Unterrichts­stunden, all die Rahmenbedingungen entsprechend geöffnet. Wir haben Clustermög­lichkeiten geschaffen, mit denen in Wirklichkeit erstmals vom Kindergarten bis zur Ma­tura gemeinsam im Verbund ein Bildungskonzept entwickelt werden kann, eine klare Bildungsstrategie für die Kinder vom Kindergarten bis zur Matura entwickelt werden kann.

Und wir haben es auch geschafft, die Ressourcenverteilung festzuhalten, nämlich ent­lang eines Chancenindexes. Ich darf einmal mehr daran erinnern: Wir haben ganz klar vereinbart, wir haben gesagt, es geht um die Anzahl der Kinder, es geht um die Schwer­punktsetzungen, es geht um sonderpädagogischen Förderbedarf, es geht um Deutsch als Zweitsprache, es geht darum, welchen Bildungshintergrund die Eltern unserer Schü­lerinnen und Schüler haben, und es geht um regionale Besonderheiten. – Also Schluss mit der Gießkanne! Das ist der Chancenindex, wie wir ihn brauchen, wir müssen ihn ausgestalten und wir müssen ihn leben. Gesetzlich ist er verankert und verabschiedet worden.

Auch die Schulverwaltung ist Teil dieses Pakets gewesen. Erstmals wissen wir, wie viele Pädagoginnen und Pädagogen wann wo in der Klasse stehen und welches Fach unter­richten. Transparenz und Effizienz gehen damit einher, und das war ganz, ganz wichtig, um da entsprechend in die Steuerung zu kommen. Was mit der Transparenz, mit den klar hinterlegten Kriterien, Profilen für Leitungsfunktionen, Auswahlkommissionen und


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