Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll197. Sitzung / Seite 95

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dass wir uns darum kümmern: Was passiert im Klassenzimmer? Wie geht es den einzelnen Pädagoginnen und Pädagogen? Wie geht es den Schülern? Und was wollen die Eltern? – Daher haben wir von der Volkspartei ein Programm, und darin gibt es ei­nen klaren Fokus:

Wir wollen Deutsch-Förderung ab dem Kindergarten. Wir wollen, dass Kinder, die nicht ordentlich Deutsch können, zusätzlich in einer Deutsch-Klasse sind, bevor sie in den Regelunterricht kommen (Abg. Walser: Wahnsinn!), dass ihre Sprachkompetenz or­dentlich ausgebildet wird (Abg. Walser: Pädagogische Steinzeit!), weil wir wissen, dass die Sprache der Schlüssel ist. Das heißt nicht, dass wir Leute von anderen absondern wollen (Abg. Walser: Nein! Eigene Klassen, das ist keine Absonderung!), sondern wir wollen, dass sie Förderung zusätzlich bekommen und nachher gemeinsam mit allen anderen Schülern am Unterricht teilnehmen können. (Abg. Hauser: Warum haben Sie unsere ... dann immer abgelehnt?)

Wir wollen einen Fokus auf Grundkompetenzen, weil wir wissen, dass wir Kinder und Jugendliche brauchen, die, wenn sie mit der Schule fertig sind, lesen, schreiben und rechnen können. Deswegen wollen wir eine Bildungspflicht und keine Schulpflicht, da­mit genau das gewährleistet ist. Und wir wollen, dass sich der Inhalt, der in der Schule gelehrt wird, das, was die Kinder mitnehmen, auf die Zukunft ausrichtet, dass Unterrichts­inhalte beispielsweise Programmieren oder eben, wie ich gesagt habe, den Ethikunter­richt oder Staatskunde, um eine politische Bildung zu vermitteln, umfassen.

Wir wollen, dass es mehr Transparenz und dass es Talenteförderung gibt, damit man sich eben mehr auf die Talente und weniger auf die Defizite fokussiert. (Abg. Moser: Wozu waren Sie dann in der Regierung?) Und wir wollen Vielfalt, Wahlfreiheit und indi­viduelle Förderung in unseren Schulen. Und deswegen sind wir für ein differenziertes Schulsystem. Sie können das alles im Wahlprogramm der ÖVP nachlesen (Abg. Wal­ser: Ich habe es mir angeschaut, ja!), und wenn wir eine entscheidende Mehrheit be­kommen, dann können wir das auch umsetzen, Herr Kollege Walser.

Aber was wir nicht brauchen, ist eines: Wissen Sie, was die OECD ist? Ich glaube, ich brauche es Ihnen nicht zu erklären. Sie sind zwar manchmal sehr oberlehrerhaft, aber Sie werden sicher wissen, dass das eine Organisation für wirtschaftliche Zusammenar­beit ist. Ich bin daher schon etwas verwundert und frage mich, warum die Grünen – die sonst immer der Meinung sind, es geht bei Bildung um mehr als nur darum, dass wir die Kinder für den Arbeitsmarkt ausbilden – eine Organisation beauftragen wollen, die ganz explizit – ich habe es mir extra herausgesucht – den Sinn ihrer Bildungsstudien darin sieht, festzustellen, wie der ökonomische Nutzen für den Einzelnen und die Ge­sellschaft ist. (Abg. Walser: ... die OECD, die international Länder berät, bildungspoli­tisch! Sagen Sie jetzt, die OECD hat die Kompetenz nicht?)

Das ist Ihr Zugang: Anstatt als Politiker selbst Maßnahmen vorzuschlagen, anstatt selbst Leute von Ihren Positionen zu überzeugen, wollen Sie das auslagern an Wissenschaf­ter – die mit Sicherheit ihren Job gut machen, die aber nicht dazu da sind, um die Poli­tik in diesem Land zu gestalten. – Das aber wollen wir, und deswegen stehen wir zur Wahl, und deswegen bitte ich Sie auch, uns bei dieser Wahl zu unterstützen.

Da dies meine letzte Rede hier ist und ich in Zukunft nicht mehr im Nationalrat sein werde, möchte ich diese Gelegenheit nützen, mich bei all jenen zu bedanken, die uns immer im Hintergrund unterstützt haben, ob das meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren, ob das die Mitarbeiter im Klub oder jene in der Parlamentsdirektion waren. Ich glaube, ihnen gehört einmal ein ordentliches Danke gesagt, genauso wie wir vorhin auch den Lehrern gedankt haben, die eine tolle Arbeit machen. Vielen, vielen Dank da­für! – Sie dürfen auch klatschen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pendl und Strolz.)

 


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