Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll197. Sitzung / Seite 123

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in der Debatte und bei den Fragestellungen ganz, ganz weit vorne. Es ist wichtig, dass man auf diese Jugendlichen hört, denn die erleben tagtäglich, was Sache ist und was geändert werden muss, an welchen Schrauben man drehen muss und was sich ändern muss, damit Bildung wieder Spaß macht, damit am Schluss ein effizientes und effekti­ves Bildungssystem herauskommt.

Sie beschäftigen sich ja nicht zum Spaß damit, es gibt Landesschülervertretungen, es gibt Bundesschülervertretungen, es gibt die Schülerparlamente. Die erarbeiten Program­me, die erarbeiten wichtige Förderungspunkte, und die gehören auch entsprechend um­gesetzt.

Es gibt unzählige Vorschläge aus der Praxis, was unser Schulsystem betrifft, die den täglichen Unterricht sofort weiterbringen könnten. Junge Leute wollen keinen Frontal­unterricht mehr, sie wollen kein stures Auswendiglernen. Vielmehr fordern junge Men­schen, dass sie Schlüsselkompetenzen der heutigen Berufs- und Arbeitswelt erlernen. Da geht es um Teamarbeit, es geht um Konfliktlösung, Managen, Organisieren, Team­führung, Medienkompetenz und viele weitere Bereiche, die umfassend gelernt werden müssen und die genau in diesem Bereich wichtig sind. (Abg. Walter Rosenkranz: Geht es auch um Wissen?) Es geht um ein Anforderungsportfolio, von dem es wichtig ist, dass man es in der heutigen Welt in jedem Beruf, in jeder Berufssparte draufhat.

Das wissen junge Leute und das fordern sie auch, und dafür muss im Unterricht und im Schulsystem selbst Platz geschaffen werden. Das fängt bei dem Herrn an, der die Fein­kosttheke leitet, der sein Team zu managen hat, und geht bis hin zur Salesmanagerin. Es geht darum, Schlüsselkompetenzen, besonders die, die heute in der Berufswelt ge­fordert sind, den Schülern auf ihren Weg mitzugeben.

Ich möchte es aber auch ein bisschen konkreter machen. Die Möglichkeit der Digitali­sierung war eine zentrale Frage bei dieser Schülerdiskussion. Es geht darum, dass ins­besondere in höheren Schulstufen die Digitalisierung in vollem Umfang auch ermög­licht werden muss. Es kann nicht sein, dass zum Beispiel Schüler in Oberstufen darum kämpfen müssen, dass sie ihre Mitschriften auf einem Laptop schreiben dürfen. Da kön­nen wir hier herinnen schon über Digitalisierung reden und darüber, wie wichtig das Gan­ze ist, wenn der konkrete Unterricht und die konkrete Pädagogik, die dahinter steckt, das nicht ermöglichen und die Lehrpersonen das nicht zulassen, dann gibt es da kei­nen Fortschritt.

Es geht aber auch weiter, und da möchte ich auch noch erwähnen, was von Elternseite oft kommt. Die Digitalisierung ist wichtig, aber sie soll nicht zu früh beginnen. Es ist ganz zentral, wann digitale Medien und Tablets und Co eingesetzt werden, weil es im Volksschulalter zentral ist, dass Kinder und Jugendliche einmal diese Grundkompe­tenzen, die grundlegenden Kulturtechniken erlernen: Rechnen, Lesen, Schreiben, dass das gefestigt ist. Wenn man da schon mit Tablets und Co die Kinder eigentlich über­fährt, führt das genau zu dem Problem, das dann herauskommt, dass es nämlich diese Grundfertigkeiten eben nicht gibt beziehungsweise diese zu wenig gefestigt sind.

Eine ganz zentrale Forderung hat auch immer den individualisierten Unterricht betrof­fen. Es muss vieles in der Schule gelernt werden, was später im Leben einfach nicht mehr gebraucht wird. Das war eine zentrale Fragestellung, bei der es auch wichtig ist, dass es unbedingt eine Lösung gibt. Denn das führt auch dazu, dass nötige Unter­richtsfächer dann keinen Platz haben. Wo soll man zum Beispiel wichtige Unterrichts­fächer, die nötig wären, hineinpacken, wenn der Unterrichtskanon schon so voll ist?

Es ist unter anderem auch darum gegangen, wie wir unsere jungen Menschen zu kriti­schen BürgerInnen ausbilden und heranbilden können. Es geht darum, wie wir bei den jungen Menschen die Fähigkeit des kritischen Denkens fördern können, die eigene Mei­nung zu hinterfragen und zu hinterfragen, was tagtäglich in den Medien steht. In einer


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