Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll197. Sitzung / Seite 122

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ter Förderung, damit niemand mit neun Jahren aussortiert werden kann, aussortiert wer­den muss von den LehrerInnen, wie es jetzt ist. Kollegin Karl hat gesagt: Gymnasium für alle. Sie war dann leider nicht mehr Ministerin.

Weiters: Ich bedauere es, dass sich Kollege Töchterle ebenfalls heute verabschiedet hat, der mit der Vater dessen war, dass wir eine neue PädagogInnenbildung haben. Kol­legen Strolz habe ich in der Fernsehdiskussion reden gehört, als wenn er das nicht mit­beschlossen und mitberaten hätte. Wir haben jetzt eine neue PädagogInnenbildung, die genau dort den Hebel ansetzt, damit nicht mehr jeder, der glaubt, er wisse nicht, was er studieren soll, dann auf Lehrer macht. Es kann nicht mehr jeder Lehrer werden, son­dern man prüft ganz gezielt die Qualität. Gute Pädagogen sind die entscheidenden Play­er im Schulsystem. (Abg. Moser: Aber nicht zu wenig Praxis! Berufsbegleitend!) Da ha­ben wir auch in der Vergangenheit entsprechend die Weichen gestellt.

Daher glaube ich schon: Es stimmt, was gesagt wurde, Schule ist nichts Fixes, es ist auch mit dieser Reform nicht abgeschlossen, es bleibt in Bewegung. Ich kann nur hof­fen und dafür plädieren und kämpfen, dass jene, die das entscheidend miteingeleitet hat, nämlich unsere Bildungsministerin, die Möglichkeit hat, auch nach dem 15. Oktober die­ses Amt weiter zu führen und die Reform weiterzubringen. Daher muss man am 15. Ok­tober SPÖ wählen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strolz: Jetzt hättest du mich schon fast überzeugt!)

15.22


Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Holzinger-Vogtenhuber. – Bitte.

 


15.23.06

Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Der Dringliche Antrag, der heute vorliegt, ist ja grundsätzlich zu begrüßen, um im Bildungsbereich existierende Blockaden zwischen den Koalitionspartnern auflö­sen zu können. Die Frage ist, ob es dadurch möglich ist, ob es durch OECD-Vorschlä­ge überhaupt möglich werden würde, diese zu öffnen, aufzubrechen. Die Debatte zeigt aber auch, wo wir bei uns in Österreich mit der Bildungsdebatte bereits stehen. Wir se­hen uns einer Situation gegenüber, in der die Menschen draußen abschalten, wenn wir von Bildungsreform reden, weil einfach nichts geschieht, weil in den großen Fragen nichts weitergeht, in den großen entscheidenden Stellungnahmen und Fragen, die zu lö­sen wären.

Es sind auf beiden Seiten ideologische Scheuklappendiskussionen, es geht nicht da­rum, dass man soziale Gerechtigkeit im Bildungsbereich herstellt, dass man sich die Fra­ge stellt, was die Kinder betrifft, was die Schüler und Schülerinnen am Ende des Tages betrifft. Es geht in der Debatte nicht darum, die gleichen Chancen und Startmöglichkei­ten für Kinder herzustellen, sondern man will einfach verfestigte und eingefahrene Sys­teme weiterhin erhalten. (Abg. Walter Rosenkranz: Genau, das Theresianum!)

Da spreche ich ganz dezidiert die ÖVP an: Im Bildungsbereich nichts verändern zu wol­len, heißt aber auch, keine Fortschritte in diesem Bereich erreichen zu können. Ich glaube – die OECD-Studie oder dieser Auftrag ist löblich, das ist in Ordnung, wenn wir das machen –, wir müssen die Bildungsexperten und -expertinnen, die wir in Österreich haben – das sind die Schülerinnen und Schüler, das sind die Eltern und das sind die PädagogInnen –, einmal anhören und dem zustimmen beziehungsweise das umsetzen, was hier gewünscht und gefordert wird. Das sind die Menschen, die Jugendlichen, die das jeden Tag trifft, die damit konfrontiert sind.

Ich war vorige Woche bei einer Diskussion und hatte die Gelegenheit, mit SchülerInnen in Wels bei einer Podiumsdiskussion zu diskutieren, wobei es unter anderem natürlich um die Themen Digitalisierung, Arbeitswelt, Integration gegangen ist. Aber Bildung war


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