Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll199. Sitzung / Seite 266

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ginnen und Kollegen ständig davon gesprochen haben, dass es tatsächlich ein Frei­willigengesetz braucht. Jetzt gibt es das Freiwilligengesetz, und das ist auch gut so. Es hat sich auch gut weiterentwickelt, denn erst in der darauffolgenden Legislatur­periode ist das Freiwilligengesetz eine finanzielle und rechtliche Absicherung für unsere wich­tigen Auslandsdienste, Gedenkdienste und internationalen Gedenkdienste, die wir als Österreich notwendiger- und wichtigerweise auch finanziell unterstützen müssen, geworden.

Es war ein Erfolg, als der Auslands- und Gedenkdienst für Frauen geöffnet worden ist. Das war eine echt lange und langwierige Debatte: Frauen können den Gedenkdienst ja sowieso machen, und Männer sollen ihn im Rahmen des Zivildienstes machen. – Nein, es war wichtig, ihn finanziell abzusichern und Frauen und Männern gleichwertig die Möglichkeit zur Verfügung zu stellen, einen Auslandsdienst, einen Gedenkdienst zu machen. Das ist schon auch unser Erfolg von uns Grünen, denn es waren unsere Anträge, die im Endeffekt beschlossen wurden. (Beifall bei den Grünen.)

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich euch damals schon gesagt habe, dass es wichtig ist, den finanziellen Rahmen zu erhöhen und mehr Organisationen, wie die Blaulichtorganisationen, dazuzunehmen. Ich bin froh, dass ich in meiner letzten Sitzung hier als Abgeordnete das auch noch mitbeschließen darf.

Aber Leute, ganz ehrlich: Ihr könntet viel öfter auf uns Grüne hören, dann bräuchte es nicht ständig irgendwelche Gesetzesänderungen und Novellierungen! (Beifall bei den Grünen.)

Die letzten zwei Legislaturperioden waren politisch und persönlich mehr als intensiv: die Debatten zu Kinderrechten in der Verfassung – die gibt es jetzt, aber immer noch nicht ausreichend, jedoch ist das besser als gar nichts –; die vielen Zivildienst­gesetz­novellen; Erinnerungs- und Gedenkpolitik prinzipiell; die Befragung zur Wehrpflicht, die uns alle sehr intensiv beschäftigt hat; in meiner zweiten Legislaturperiode die Außen- und Entwicklungspolitik, beginnend mit der Ukrainekrise, einer Krise, bei der keiner von uns wusste, wie sie tatsächlich ausgehen wird, die jetzt noch immer sehr schwer einzu­schätzen ist; Syrien ist seit vielen, vielen Jahren ein Ort nicht nur des Krieges, sondern auch mit vielen Flüchtlingen, wobei unsere gesamte Politik einfach darauf ausgerichtet war, wie Österreich tatsächlich human und menschenrechtsbasiert mit Flüchtlingen um­geht; die USA mit Trump; sowie der ständig wachsende Klimawandel und seine Auswirkungen.

Aber nicht nur das: Ich durfte in den letzten zwei Legislaturperioden zwei gesunde Mädchen zur Welt bringen, zwei Kinder, die jetzt vier und sechs Jahre alt sind und in diesem System aufgewachsen sind. Es ist ein System, das uns als Abgeordnete einerseits auszeichnet, das aber andererseits nicht sehr familienfreundlich ist: ständig den Terminkalender und das Smartphone, das iPad, den Computer parat zu haben, ständig von einem Termin zum anderen zu hetzen, zwischendurch möglicherweise die Töchter vom Kindergarten oder von der Schule abzuholen. Das alles zerreißt. Meine Priorität war immer, ob auf Bundesebene, Verfassungsebene oder privat, die Kinder­rechte einzuhalten. Ich bin jetzt in der Lage zu sagen: Meine Kinder haben nun das Recht auf ihre Mama. (Beifall bei den Grünen.)

Mit dem, was ich mir wünsche, möchte ich auch den Bogen zu ein paar Dankesworten schlagen: Was ich mir wünsche, liebe Petra Bayr, ist ein echter Ausschuss für Entwicklungszusammenarbeit. Entwicklung, Sicherheit, Friede, fairer Handel, zukunfts­fähige und nachhaltige Politik mit Ländern des globalen Südens braucht auch einen echten Ausschuss in diesem Parlament und und nicht nur einen Unteraus­schuss. Ich kann den Abgeordneten der nächsten Legislaturperiode nur sehr nahe legen, Entwick-


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