Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll5. Sitzung / Seite 137

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die Volkspartei und die Freiheitlichen gegen das Projekt am Heumarkt gestimmt, und die Unesco hat der österreichischen Bundesregierung bis zum 1. Februar Zeit gege­ben, noch einmal eine Kehrtwende zu betreiben und das Welterbe Wien zu retten.

Ich bringe daher folgenden Antrag ein:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Welt­kulturerbe-Status retten“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird ersucht, dringend alles in ihrer Macht Stehende zu unter­nehmen, um die Stadt Wien auf die Bedeutung ihres kulturellen Erbes für den Ruf Ös­terreichs hinzuweisen und die Gefahr abzuwenden, den Welterbestatus zu verlieren.“

*****

Schauen wir einmal, ob das, was in Köln gelungen ist – die Stadt Köln wollte nämlich Hochhäuser außerhalb des Kernzentrums bauen, wurde aber von der Bundesregie­rung in Deutschland abgehalten –, in Österreich mit der neuen Regierung gelingt oder ob es wieder genauso funktioniert wie vorher und wir das Weltkulturerbe verlieren. Schauen wir, was Sie dazu sagen, ob Sie dafür stimmen oder nicht. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz.)

21.29

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen betreffend ‚Welt­kulturerbe-Status retten‘

eingebracht im Zuge der Debatte zur Erklärung der Bundesregierung bei der 5. Sitzung des Nationalrates am 20.12.2017

Begründung

Vor sechzehn Jahren hat Österreich nach der Ratifizierung der Welterbekonvention an die UNESCO den Antrag gestellt, das historische Zentrum der Stadt Wien in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Die UNESCO ist nach eingehender Prüfung 2001 diesem Ansuchen nachgekommen.

Nun gefährdet ein Hochhausprojekt diesen auch touristisch wichtigen, jedenfalls aber selten vergebenen Status. Die Aussagen der UNESCO dazu sind eindeutig. Hochhäu­ser in der Kernzone zerstören deren gewachsene Substanz und beeinträchtigen dra­matisch das Gesamtbild. Schon 2013 hat das Welterbekomitee Österreich aufgefor­dert, in dem Areal nicht höher als im Bestand zu bauen. Für die internationale Orga­nisation ist das aktuelle Projekt inakzeptabel. Sollte es umgesetzt werden, käme Wien auf die Rote Liste und würde in der Folge den Status „Weltkulturerbe“ irreversibel ver­lieren.

In der österreichischen Einreichung aus dem Jahr 2000 wird die Begründung der Auf­nahme Wiens unter den Punkten 2a-2d wie folgt gerechtfertigt: „Die historische und kunsthistorische Bedeutung hat bis heute anschaulich ihren Niederschlag im ‚Stadt-


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