Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll19. Sitzung, 17., 18. und 19. April 2018 / Seite 258

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deswegen denke ich auch, dass der wirtschaftliche Austausch mit China von Vorteil ist. Es geht ja nicht nur darum, Produkte aus China nach Europa zu karren, sondern es geht auch darum, dass Produkte, die hier hergestellt werden, die eine hohe Qualität haben, auch eine Chance bekommen, auf einem anderen Markt zu reüssieren. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Es geht auch um Folgendes: Wenn Unternehmen, wenn Menschen miteinander wirt­schaftlich tätig sind, lernt man sich auch persönlich kennen und versteht auch die je­weilige Kultur wesentlich besser. China ist weit weg, auch andere Länder sind weit weg, aber sobald man in Kontakt steht, versteht man auch die Seele des anderen Lan­des. Das ist eine wichtige Basis für Frieden und Freiheit.

Ich habe gesagt, dass sich die Art und Weise, wie wir uns bewegen, völlig verändern wird. Dabei spielt die Forschung eine enorm wichtige Rolle – der Forschungsbereich, auch mit der Datenbank und der Frage, wie wir sie aufsetzen, wurde bereits angespro­chen. Im Moment findet hier in Wien die wichtigste Transportforschungskonferenz Eu­ropas, die TRA, statt. Man sieht dort genau, welche Technologien unseren Alltag in den kommenden Jahren verändern werden. Für das autonome Fahren brauchen wir 5G, Breitbandausbau. Wir werden uns durch Elektromobilität anders bewegen – ob es der Lithium-Ionen-Akku sein wird, ob es die Brennstoffzelle sein wird, wird die Zukunft weisen.

Ich glaube, wir brauchen neben den Elektrotankstellen auch Wasserstofftankstellen in Österreich. (Beifall des Abg. Hörl.) Wir haben derzeit fünf, wir werden aber mehr be­nötigen, denn ich glaube, dass das ein ganz wichtiges Feld ist, nicht nur für das Auto, sondern auch zum Beispiel für die Zillertalbahn und für andere Projekte, die auf Was­serstoff setzen werden. Es kommen die ersten alltagstauglichen Fahrzeuge auf den Markt, die mit Wasserstoff betrieben werden; man hat 3 Kilo Wasserstoff an Bord und kann damit 400 Kilometer fahren, und aus dem Auspuff kommt nur mehr Wasser­dampf.

Wir müssen uns auch überlegen: Wie können wir in die Wasserstoffproduktion gehen? Können wir die Überschüsse aus den erneuerbaren Energien nutzen? Wir haben im Bereich der erneuerbaren Energien Überschüsse; an manchen Tagen, an denen wir diesen Strom nicht benötigen, könnten wir ihn für Elektrolyse nutzen, mit CO2 könnten wir Methanisierung betreiben. Das sind Möglichkeiten, die wir hier in Österreich haben. Kein anderes Land hat so einen reichen Schatz an erneuerbaren Primärenergieträgern wie wir hier in Österreich. Wir haben viel durch Wasserkraft abgedeckt, wir haben Biomasse, wir haben ausreichend Sonnenstunden für Solarthermie und Photovoltaik, wir haben Geothermie, wir haben Windkraft; es ist alles vorhanden, was wir brauchen, damit wir diese Veränderung auch tatsächlich umsetzen können.

Ich glaube, dass die Investitionen in die Forschung, auch in die Verkehrsforschung, von höchster Bedeutung sind. Wir haben nun eine F&E-Quote von 3,14 Prozent, und die F&E-Quote steigt weiter, weil auch viele Unternehmen sehr stark auf Forschung und Entwicklung setzen. Drei Viertel der Klein- und Mittelbetriebe sind innovativ tätig.

Für uns wird es wichtig sein, dass wir in diesem Bereich einige organisatorische Ver­besserungen vornehmen – Sie haben es angesprochen, Frau Abgeordnete Cox –, um Redundanzen zu vermeiden, um bürokratische Abläufe zu optimieren. Das Wichtigste wird aber das Forschungsförderungsgesetz sein. Aus meiner Sicht ist das so wichtig, weil ja auch Unternehmen, die Forschung betreiben, Sicherheit benötigen, was die Mittel anbelangt, die sie im nächsten oder übernächsten Jahr für die eigenen Projekte abrufen können. Deswegen glaube ich, dass das Hauptaugenmerk darauf liegen muss, ein wirklich kluges und gutes Forschungsförderungsgesetz auf die Beine zu stellen. (Bei­fall bei FPÖ und ÖVP.)

 


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