Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll19. Sitzung, 17., 18. und 19. April 2018 / Seite 259

HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite

Meine Damen und Herren! Auch im Bereich der Luftfahrt wird sich die Art und Weise, wie wir Flugzeuge antreiben, verändern. Professor List und Mag. Kapsch haben vor ei­nigen Tagen gesagt, wir müssen technologieneutral investieren und forschen. Das heißt, wir wissen heute nicht, welcher Antrieb sich wo durchsetzen wird. Denken wir an die Energiesparlampe, die die Politik so intensiv forciert hat! Am Ende des Tages war es dann die LED. Das heißt, wir müssen der Wissenschaft, der Forschung diesen Frei­raum geben und wirklich neutral in Forschung investieren, damit sich dort das entwi­ckeln kann, was wir in Zukunft brauchen.

Im Bereich der Luftfahrt gibt es auch bereits die ersten Elektroflugzeuge für Schu­lungszwecke mit einer Flugdauer von etwa einer Dreiviertelstunde. Das bedeutet eine massive Lärmreduktion für Anrainer, die in der Nähe von kleinen Flugplätzen leben oder arbeiten. Bei den Treibstoffen – wir fliegen mit Kerosin – wird sich auch vieles än­dern in Zukunft. Kerosin ist kein sehr hochwertiger Treibstoff und kann ersetzt werden.

Also: Ich sehe die Zukunft sehr optimistisch; ich habe sie aber nicht immer so opti­mistisch gesehen wie heute. Das, was sich jetzt entwickelt, was sich jetzt tut, ist ein guter Weg in die Zukunft. Wir sehen auch, dass unsere Kinder umdenken. Ich habe es schon oft erwähnt: Als ich 18 Jahre alt war, habe ich den ganz, ganz großen Wunsch gehabt, so schnell wie möglich ein eigenes Auto zu haben – mit dem Geld meines Vaters. Heute ist das, wenn ich an meine Kinder denke, nicht der größte Wunsch, den man hat. Mein ältester Sohn ist 25 und hat kein Auto, er hat auch überhaupt kein Inter­esse daran, er hat völlig andere Interessen. Das ändert sich also vollkommen. Ich bin auch davon überzeugt, dass, wenn sich das autonome Fahren stärker durchsetzt, auch Carsharing eine noch größere Rolle spielen wird. Ein eigenes Auto zu haben, was für uns so ein großer Wunsch war, wird für die nächsten Generationen nicht mehr der gro­ße Wunsch sein.

Ich glaube, das ist nicht unbedingt ein Nachteil. Denken wir doch einmal ehrlich da­rüber nach, wie viel wir ins Auto investieren und wie groß die Belastung für jene ist, die als Pendler in ein zweites Fahrzeug investieren müssen! Deswegen: Bauen wir den öffentlichen Verkehr weiter aus, investieren wir in Forschung und Entwicklung! Ich sage es noch einmal: Ich sehe die Zukunft sehr positiv.

Abschließend möchte ich mich beim Herrn Bundesminister für die gute Zusammenar­beit bedanken, bei Ihnen, meine Damen und Herren, weil die Diskussionen in den Aus­schüssen überaus sachlich verlaufen sind, bei den Mitarbeitern meines Hauses und noch einmal bei meinen Vorgängern, weil es natürlich so ist, dass alles, auf das ich jetzt aufsetzen kann, auch eine Leistung meiner Vorgänger ist. – Herzlichen Dank! (Bei­fall bei FPÖ und ÖVP.)

9.48


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf die Gruppe aus dem Linzer Technikum recht herzlich in unserem Hause auf der Galerie willkommen heißen! (Allgemeiner Beifall.)

Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Gerhard Deimek. – Bitte.


9.48.54

Abgeordneter Dipl.-Ing. Gerhard Deimek (FPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bun­desminister! Das heute zur Diskussion stehende Budgetkapitel Verkehr, Innovation und Technologie ist insofern spannend, als es ein durchaus richtungsweisendes Budgetka­pitel ist. Ich möchte mich am Anfang einmal auf die Digitalisierung konzentrieren.

Es wurde heute schon angesprochen, dass wir noch „alte Mittel“ – unter Anführungs­zeichen – aus der Vorperiode zur Verfügung haben. Warum ist das aber so und was heißt das für das heurige und für das kommende Jahr? Die Mittel wurden nicht zur


HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite