Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll19. Sitzung, 17., 18. und 19. April 2018 / Seite 469

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beginn einen Freibrief bekommen (Zwischenruf bei der ÖVP), indem sie maximal 855 Euro an Säumniszuschlag bezahlen müssen; unabhängig davon, ob sie zehn, 50 oder 100 Mitarbeiter später anmelden. Das ist mit 855 Euro gedeckelt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben jahrelang für die Anmeldung vor Arbeitsbeginn gekämpft. Im Zeitalter der Digitalisierung, wo man jederzeit und von überall in Österreich aus einen Mitarbeiter per App bei der Gebietskrankenkasse an­melden kann, gehen Sie her und sagen, das gehört verändert. Das ist ein Freibrief für all jene, die nicht ordnungsgemäß rechtzeitig anmelden. (Abg. Loacker: Du weißt, dass das nicht stimmt!) Die Wiener Gebietskrankenkasse hatte 2017 30 000 Meldever­stöße betreffend die ordnungsgemäße Anmeldung zur Sozialversicherung zu verzeich­nen. Jetzt frage ich Sie, nachdem Sie das gelockert haben: Werden es jetzt weniger Verstöße werden oder mehr? – Es werden wesentlich mehr Verstöße werden. (Ruf bei der ÖVP: So ein Blödsinn!)

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist das Spiegelbild Ihrer Politik. Sie spa­ren bei der Integration, Sie sparen bei der Qualifizierung, Sie sparen bei der Ausbil­dung, Sie sparen bei der Jugend, Sie sparen bei den Schwächsten, bei Kindern und Frauen, bei den Arbeitslosen, bei den Pensionisten. Sie sparen vor allem mit dem En­de der Beschäftigungsaktion 20 000 – dazu muss ich den Antrag noch einbringen – bei jenen, die es wirklich brauchen, gerade in diesem Bereich haben Sie vielen Menschen, die eine Chance gehabt hätten, über die Gemeinden einen Job zu finden, die Nase vor der Tür zugeschlagen. (Abg. Lugar: „Die Nase vor der Tür“ ist schwierig! – Abg. Schi­manek: „Die Nase vor der Tür“?!)

Frau Sozialministerin, bitte machen Sie eine Auswertung, welche Gemeinden diese Ak­tion in Anspruch genommen haben! Sie werden sehen, dass es überwiegend ÖVP-Ge­meinden sind, die diese Aktion in Anspruch genommen haben. Ich bin überrascht, dass da kein Aufschrei von euch kommt, offenbar ist die Parteidisziplin wesentlich wichtiger, als soziale Verantwortung für die Menschen in diesem Land zu übernehmen. (Beifall bei der SPÖ.)

Ich bringe daher folgenden Antrag ein:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend „die Weiterführung der Beschäftigungsaktion 20.000“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz wird aufgefordert, die erfolgreiche Beschäftigungsaktion 20.000 fortzuführen und dafür ent­sprechend budgetär vorzusorgen.“

*****

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sparen nicht im System, Sie sparen eindeutig bei den Menschen in diesem Land. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)

11.49

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen

betreffend die Weiterführung der Beschäftigungsaktion 20.000

 


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