zienzsteigerungen im System. Wir haben in Österreich im internationalen Vergleich eine gute medizinische Versorgung, aber es gibt noch Verbesserungsbedarf.
Der Herr Vizekanzler, ich und die gesamte Regierung garantieren, dass es keinesfalls – keinesfalls! – zu Leistungskürzungen für den Patienten kommen wird, denn es darf nur einen Gewinner bei den Reformen geben, und das ist der Patient, der Steuerzahler, der Versicherte, der Mensch in unserem Land. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Wurm: Genau!)
Ganz oben in unserem Gesundheitssystem geht es nämlich immer nur um Privilegien und Versorgungsposten; ich habe das selber im Hauptverband erlebt. (Zwischenruf des Abg. Lindner.) Wir wollen daher weniger Verwaltungsspeck und eine zukunftsfitte Gesundheitsversorgung. Jeder wird verstehen, dass es absurd ist, wenn in Österreich bei neun Bundesländern über 20 Krankenkassen mit unterschiedlichen Leistungssystemen und zig Verwaltungssystemen finanziert werden. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Bacher und Wurm.)
Derzeit gibt es einen erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem durch Ärztemangel in den vorgelagerten Bereichen, was sowohl Allgemein- als auch Fachärzte betrifft, und eine Zweiklassenmedizin mit zum Teil unzumutbaren Wartezeiten. Wenn Ärzten ihre tägliche Arbeit bis zu 40 Prozent mit Verwaltung zugedeckt wird, dann läuft etwas nicht richtig! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Taschner.)
Ich sage Ihnen sehr klar, was wir von der AUVA erwarten: Wir
erwarten eine organisatorische Verschlankung der Zentrale, eine Reduktion
von Direktionen und Zusammenlegungen von Abteilungen und eine Vermeidung
von Mehrgleisigkeiten in den Einrichtungen, um eine effiziente,
einheitliche Führung sicherzustellen. (Abg. Höbart:
Der Verwaltungsspeck muss weg!) Allein durch effiziente IT-Systeme
könnten innerhalb der AUVA Millionenbeträge eingespart werden. (Beifall
bei der FPÖ sowie der Abg. Schwarz.)
Wir erwarten den weiteren Ausbau der Kooperationen mit anderen Krankenkassen, wie es zum Teil schon ansatzweise geschieht. In Wien zum Beispiel gibt es eine Hauptstelle und eine Landesstelle – ein Paradebeispiel für unnötige Geldverschwendung und politische Günstlingswirtschaft. (Zwischenruf des Abg. Bacher. – Abg. Höbart: Der Verwaltungsspeck muss weg!)
Wie schon gesagt wurde, gibt es eine Studie der London School of Economics, die immerhin 630 000 Euro gekostet hat. Sie sieht ebenfalls eine organisatorische Änderung der AUVA vor. (Abg. Stöger: Frau Bundesministerin, lesen! Lesen!) Die SPÖ und ihre Funktionäre stehlen sich jetzt aus der Verantwortung und tun so, als ob sie die Hüter des Systems wären. (Abg. Stöger: Frau Bundesministerin, lesen! Lesen!)
Lieber Herr Kollege Stöger, vielleicht sagt Ihnen der Herr Generaldirektor Dragaschnig etwas. Der war einmal im Hauptverband tätig und hat in der Festschrift anlässlich 100 Jahre österreichische Sozialversicherung einen Artikel publiziert – Dragaschnig hat zu Ihrer Fraktion gehört; ich nehme an, Sie wissen das –, ich darf daraus zitieren:
Jüngere und modernere Systeme lassen eine eigenständige Unfallversicherung vermissen, dies aus der Erkenntnis daraus, dass das Leistungsrecht der Unfallversicherung weitgehend jenes der Krankenversicherung und jenes der Pensionsversicherung überlappt. Nicht im ganzen Ausmaß dieser Überlappung, aber doch im erheblichen Bereich kommt es zu Doppelversorgung. Funktionell gesehen entspricht daher der Aufbau und eine eigene Unfallversicherungsorganisation keinen zwingenden sozialen Bedürfnissen. (Beifall bei der FPÖ.) Das sagt Ihr Kollege Dragaschnig. (Abg. Stöger: 1988!) Das ist aus der Festschrift anlässlich 100 Jahre österreichische Sozialversicherung.
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