da einige Abwurfpakete formulieren, sodass wird die Matura Neu schlanker machen können.
Wir müssen sie auch, Herr Minister, in ihrer mannigfaltigen Ausgestaltung abschlanken, denn wenn sie wirklich vergleichbar sein soll, können wir nicht mit rund 70 Prüfungsheften arbeiten, wie wir sie derzeit haben. Wir haben 70 verschiedene Ausformungen der Zentralmatura in den verschiedenen Fächern. Das ist halt nicht mehr einheitlich und wird dann auch dem Auftrag und dem Namen nicht mehr ganz gerecht.
Die Zentralmatura Neu soll entsprechend der Transparenz, Fairness und Vergleichbarkeit einen gemeinsamen Kern formulieren, der wirklich zentral ist. Dieser soll einheitlich, also unter Verzicht auf eine breite Ausfächerung nach Schultypen, und damit vergleichbar durchgeführt werden. Wichtig ist auch, dass extern ausgewertet werden soll, was in anderen Ländern völlig selbstverständlich ist.
Ich halte nichts von der internen Auswertung, also dass jener Lehrer, der die Schülerinnen und Schüler über Jahre begleitet hat und die Lernergebnisse gemeinsam mit ihnen erreichen soll, am Ende auch prüft. Um beim Pickerl zu bleiben - - (Abg. Hauser: Es gibt ja die Koprüfer!) – Ich stelle mir das Pickerl nicht selber aus. Das geht sich, glaube ich, nicht aus. Es gibt zwar die Anleitung, wie es zu machen ist, aber ich finde auch das problematisch. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Wenn ich mich in die Schuhe eines Lehrers oder einer Lehrerin stelle: Ich bekomme da allein für Deutsch einen elfseitigen Bogen, die Handreichung zum Beurteilungsraster. Man muss schon ein sehr gestandener Lehrer oder eine sehr gestandene Lehrerin sein, um davon nicht mehr verwirrt zu sein. (Zwischenruf der Abg. Hammerschmid.) Im Sinne der Vergleichbarkeit wird jeder diese elf Seiten ein Stück weit anders verdauen. Ich glaube, dass das im Sinne einer einheitlichen Auswertung natürlich zentral organisiert sein soll. Das halte ich für wichtig. Vergleichbarkeit ist also der Wunsch, auch das ist wichtig. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Ich bin nicht alleine mit diesen Vorschlägen. Rudolf Taschner – durchaus amtsbekannt hier im Haus, ÖVP-Bildungssprecher – hat in einem Interview gemeint: „Es wäre klug, wenn man die schriftliche Prüfung teilen würde. Die erste Hälfte sollte ein zentraler Teil sein, der von allen positiv bewältigbar ist.“ – Weiß ich nicht. Die Hosen müssen wir nicht unbedingt runterlassen, aber ich verstehe den Punkt. Vielleicht war es in diesem Interview unscharf rezipiert. – „Es sollte das Mindestmaß sein, das junge Leute erreichen müssen. Die zweite Hälfte sollte von Lehrern erstellt werden, die in diesem Teil zeigen können, was sie mit ihren Schülern gelernt haben und was diese besonders gut können. Es wäre damit ein Pflicht- und ein Kürteil.“
Ich bin einverstanden, wenn auch noch nicht in jedem Detail. Denken wir es im Sinne einer teilzentralen Matura: Es gibt einen zentralen Teil und einen Teil, der schultypenspezifisch und standortspezifisch montiert werden kann. Das wäre das Ziel. Habe ich Sie richtig verstanden, Herr Taschner, sind wir Verbündete auf der Reise? (Abg. Taschner: Sie werden es noch hören!) – Eine gemeinsame Zielrichtung ist immerhin schon etwas. Es ist ja nicht immer der Fall, dass Herr Taschner und ich einer Meinung sind. Ich nehme das wohlwollend zur Kenntnis. Ich sehe auch, dass Sie einen Antrag in Vorbereitung haben, der in diese Richtung zielt.
Was uns auch wichtig ist, ist die Mitaufnahme der Medienkompetenz in eine Reifeprüfung, weil wir natürlich schauen müssen, dass aus einer Reifeprüfung kein Fall fürs Museum wird. Zu sagen, dass man keine Hilfsmittel verwenden darf, das Internet nicht verwenden darf, halte ich für zunehmend problematisch. Warum? – Weil es nicht den Lebensrealitäten entspricht.
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