Den Arbeitsplatz muss man mir zeigen, an dem ein junger Mensch in eine Bewährungsprobe kommt und der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin sagt: Du, schau, dass du gute Ergebnisse erzielst, aber du darfst das Internet dabei nicht benutzen. – Das ist weltfremd. Wir müssen da schon auch moderne Konzepte integrieren, wie Open Book Testing und internetfähige Geräte.
Ein zentraler Auftrag des Schulsystems ist natürlich auch das, was Irmgard Griss immer als Kritikfähigkeit bezeichnet. In einer Reifeprüfung muss so etwas mitintegriert sein, das halte ich für essenziell.
Damit komme ich zu einem Bereich – schon ausgeschildert –, der mir im Sinne eines Übergabepakets immens wichtig ist, und ich hoffe, dass dieses Paket in den nächsten Jahren zur Entfaltung kommt, nämlich zum Thema Schulentwicklung. Es gibt so viele gute Geister, zum Beispiel die Leadership Academy, die von Ihren Amtsvorgängerinnen angestoßen wurde. Das ist ein großartiger Beitrag zum Thema Schulentwicklung, es sind mittlerweile Tausende von Absolventinnen und Absolventen im Schulsystem verankert. Wir haben deswegen auch schon telefoniert, Herr Minister.
Diese Tradition darf nicht sterben, auch wenn Sie es budgetär nun irgendwie anders einhängen wollen. Schauen Sie, dass dieser Faden nicht abreißt, denn das wäre ewig schade! Nehmen Sie diese Tausenden von Menschen, die in ihre eigenen Leadership-Qualitäten, ihr organisatorisches Verständnis und ihr Verständnis für Schulentwicklung investiert haben, als Verbündete, denn diese warten darauf, sie wollen es und haben freiwillig bewiesen, dass sie bereit sind für mehr, dass sie MitunternehmerInnen im Schulsystem sein wollen. Nehmen Sie diese kreative Kraft und diese Kompetenz als Allianzpartnerin, geben Sie ihnen den Rahmen für gelingende Prozesse, denn das ist so wichtig!
Ich habe da ein echtes - - (Abg. Jarolim: Unterstützt der Herr Bundeskanzler diese Idee?) – Bitte? (Abg. Jarolim: Unterstützt der Herr Bundeskanzler ...?) – Der Herr Bundeskanzler? Das weiß ich nicht. Die Frage war, ob der Herr Bundeskanzler diese Idee unterstützt. Das erschließt sich mir nicht ganz. Er ist darüber informiert, dass ich eine Passion für die Bildung habe. Er hat es an Herrn Faßmann delegiert, soweit ich es verstanden habe – und das ist schon einmal etwas. (Beifall des Abg. Jarolim. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Ich sehe ja, Herr Faßmann, dass Sie da mit großem Willen an die Dinge herangehen. Ich sehe, dass die Agenda, die Sie bisher bestritten haben, ein Stück weit sehr stark in der Logik dieser schwarz-blauen Regierung steht. Sie müssen halt Themen bewirtschaften, die mit Ausländern zu tun haben – gekauft. Wir haben bei der Integration auch viele Themen, bei denen es Lösungen braucht, aber schauen Sie in den nächsten Monaten und Jahren bitte auch ein Stück weit über diese Ihnen auf den Weg mitgegebenen Schwerpunkte hinaus! Schauen Sie dorthin, wo es wirklich Handlungsbedarf gibt, nämlich in den Bereich der Schulentwicklung!
Wir sollten die Schule als lernende Organisation begreifen. Wenn man das macht, dann ist man wirklich in einer Sekunde an dem Eck, an dem man sagt: Wow, wir haben mit der Zentralmatura einen großen Schatz, einen riesigen Datenschatz. Wir haben von jeder maturaführenden Schule dieser Republik eine Batterie an Daten, und das ist doch ein wunderbarer Ausgangspunkt für Schulentwicklung. Warum nutzen wir ihn nicht? Wie kann man auf die Idee kommen, ihn nicht zu nutzen?
Ihre Amtsvorgängerin hatte schon einiges angestoßen, aber ich habe das Gefühl, dass das zuletzt wieder eingeschlafen ist. Die Frage ist: Wie gehen wir mit den Ergebnissen um? Dürfen Schulleitungen die Ergebnisse im Detail erfahren? – Ja, natürlich, darüber haben wir, glaube ich, Einvernehmen. Darf das auch der Schulgemeinschaftsausschuss, der SGA? – Ja, natürlich, würde ich meinen.
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