dien manche Dinge darstellen, ist nicht die Realität und schon gar nicht Ausdruck einer ernsthaften Analyse. Ich hätte es also in Ihrem Antrag weggelassen, aber ich bin ja nicht der Oberlehrer des Herrn Strolz. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Auch eine Überschrift in Ihrem Antrag – „Rückblick, eine Geschichte voller Pannen“ – geht daneben, denn das Maturajahr 2018 war kein Jahr voller Pannen, und knapp daneben, muss ich sagen, heißt eben auch: Ziel verfehlt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strolz: Das bezieht sich auf die zehn Jahre, die Überschrift!)
Die standardisierte Reifeprüfung ist inzwischen sehr gut organisiert, das ist ja auch ein Verdienst meiner Amtsvorgängerinnen. Dank auch an das Haus – die können das eben: vorher geheim gehaltene Prüfungsfragen für dieses Mal 42 000 Schüler und Schülerinnen zu organisieren und abzugeben. Das ist alles sehr gut organisiert.
Es hat, glaube ich, drei kleine Fälle gegeben: Irgendein Mathematiklehrer hat auf die Uhr geschaut und um eine Stunde zu früh abgebrochen. Das spricht vielleicht nicht für den Lehrer. In einem zweiten Fall sind die falschen Kuverts geöffnet worden, aber es wurden sofort die Ersatzkuverts bereitgestellt. Das ist eine Marginalie. In einem dritten Fall hatte jemand offensichtlich ein zweites Handy. Das Ersthandy wurde abgegeben, dann wurde das Beispiel schnell fotografiert und dem Nachhilfelehrer durchgespielt, aber auch das wurde identifiziert. Ich sage Ihnen also: Der Maturajahrgang 2018 wurde organisatorisch ausgezeichnet abgewickelt.
Ich sage Ihnen auch, dass es mir sehr darauf ankommt, dass diese standardisierte Reifeprüfung eine faire Prüfung ist. Sie kann selektiv sein, sie soll selektiv sein. Ich habe ja auch eingangs gesagt, dass es hier um etwas geht, hier wird sozusagen Reife durch ein öffentliches Dokument zertifiziert. Dabei geht es also schon um etwas, aber es soll fair sein.
Herr Strolz, ich habe sofort, als die schriftlichen Beurteilungen bei der Mathematik-Teilmatura im Haus bekannt geworden sind, eine Pressekonferenz einberufen und gesagt: Wir stehen derzeit bei diesem und jenem Stand, und es schaut so aus, als ob dieses Jahr die standardisierte Reifeprüfung Mathematik, schriftlicher Teil, schlechter ausfällt als im letzten Jahr! Das ist ein vollkommen legitimes Verhalten meinerseits.
In der Zwischenzeit, das wissen die Profis aus dem Schulsystem, fand die Kompensationsprüfung statt. Die Kompensationsprüfung ist eine auch sinnvolle Maßnahme, ein Nichtgenügend auf eine Vier oder eine Drei auszubessern, und da sind die Ergebnisse gut ausgefallen. Kompensationsprüfungen finden vor einer Prüfungskommission statt, da gibt es auch eine Art des Dialogs, und man kann dann sagen: Lieber Schüler, liebe Schülerin, meinen Sie das wirklich so? Es ist also eine gewisse Hilfestellung, aber ohne die Lösung eines Beispiels zu geben. So, wie es jetzt ausschaut, werden wir ein normales Maturajahr 2018 hinter uns lassen.
Nichtsdestotrotz, Herr Strolz, bin ich durchaus fürs Nachschärfen, das habe ich auch medial gesagt. Das Produkt ist hier schon einige Jahre auf dem Markt, und es macht nichts, nein, es ist sogar gut, wenn wir nachschauen, ob bestimmte Dinge so funktionieren und ob sie auch im Sinne meiner Fairness realisiert sind.
Ich habe daher auch in der Zwischenzeit eine Arbeitsgruppe eingesetzt, das heißt aber nicht, dass die Arbeitsgruppe das Thema schubladisieren soll, ganz im Gegenteil, sie soll es aktiv bearbeiten. Es sind im Wesentlichen vier Punkte, die mir auffallen – als einem, der die Zentralmatura mitverfolgt, auch als Ehemann einer Mathematiklehrerin, die mir jeden Tag von ihren Sorgen erzählt und mich teilhaben lässt. Ich habe dann auch probiert, die Maturaaufgaben zu lösen, das ist nicht ganz so einfach. Manche Dinge fallen einem auf:
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