Wir sind der Meinung, dass die Zentralmatura so funktionieren soll, dass sie diesen Namen auch verdient. Eine Zentralmatura ist nur dann zentral, wenn wir das Ganze auch so abwickeln können. Es sollte zum Beispiel auch keine mündlichen Kompensationsprüfungen mehr geben, sondern stattdessen eine zweite Chance, um in diesem bestimmten Fach die Matura schriftlich noch einmal zu machen.
Im Übrigen ist die mündliche Kompensationsprüfung eigentlich nicht dazu da, um Schülerinnen und Schülern zu sagen: Bist du dir sicher, dass du das so machen wolltest? – Das ist nicht Sinn und Zweck einer Zentralmatura und eigentlich auch nicht einer Kompensationsprüfung. Wenn, dann ist das allerhöchstens zum Schluss noch einmal eine Methode, um zu schauen, ob man die Leute doch noch einmal rüberkriegt, aber das hätte es nie sein sollen. Deshalb macht man es besser grundsätzlich schon einmal gescheit und gibt den Schülern eine zweite Chance, um die Matura in diesem Fach noch einmal schriftlich zu wiederholen, es ordentlich zu machen.
Damit das aber möglich ist, müssen wir ehrlich darüber reden, was wir von der Zentralmatura wollen, müssen zum Schluss auch den Mut aufbringen, die Ergebnisse so vergleichbar darzustellen, dass man auch sagen kann: Es gibt Schulen, die diesbezüglich Nachholbedarf haben. Dann müssen wir zu Eltern und SchülerInnen ehrlich sein, was die Leistungen betrifft, die an einer gewissen Schule aufgrund der Rahmenbedingungen möglich sind, und auch was die Profilbildung in Bezug auf bestimmte Themen betrifft, auf die sich die Schule konzentriert. Dann hätten wir, glaube ich, ein Zentralmaturasystem, das auch fair gegenüber den LehrerInnen, den SchülerInnen und den Eltern ist.
Fairness war ja auch etwas, worauf Sie sehr viel Wert gelegt haben, Herr Minister. Deshalb hoffe ich, dass wir sehr konkret über unseren Vorschlag zur teilzentralen Matura diskutieren können und nicht nur über die Stilkritik zu manchen Formulierungen im Antrag. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS.)
15.41
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf die Gäste von der Neuen Mittelschule Eggersdorf recht herzlich bei uns im Hohen Haus begrüßen. Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Taschner. – Bitte.
Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Lieber Herr Kollege Strolz! Ich kann durchaus nachvollziehen und finde es auch außerordentlich sympathisch, dass Sie sagen: Jetzt, da ich gleichsam den Schwanengesang in diesem Parlament halte, werde ich mich dem Zukunftsthema widmen, dem Thema Matura. – Ich kann mich nur dafür bedanken, dass Sie in Ihrer Rede auch meinen Namen genannt haben, was mich sehr ehrt.
Nebenbei gesagt, fühle ich mich auch deshalb geehrt, weil ich schon im Jahre 2008, als dieses Projekt in Gang gesetzt wurde, versucht habe, eigene Gedanken darin einfließen zu lassen – beziehungsweise waren es nicht einmal eigene Gedanken. Ich habe viele Ideen von einem niederländischen Mathematiker bekommen, der wirklich ein guter Mathematikdidaktiker ist, nämlich Jan de Lange, und diese Ideen versuchte ich einzubringen.
Ich habe es auch über die Medien gemacht, aber es war damals so: Ministerin Schmied hatte diese Idee der Zentralmatura, die eine gute Idee ist, einzubringen versucht, und es meldeten sich dann die Scharen derer, die die Bildungsexperten sind und gemerkt haben: Die Spielwiese ist offen, sodass wir unsere im Elfenbeinturm entstandenen Ideen des didaktischen Daseins in dieser Matura verwirklichen können. –
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