ist – in diesem Fall ein Kompliment –, weil Sie natürlich in den letzten zehn Jahren – nicht nur Sie persönlich – für die Durchführung der Zentralmatura verantwortlich waren.
Zum Dringlichen Antrag der NEOS: Ich fühle mich da immer ein bisschen an meine jungen Zeiten im Chronikjournalismus erinnert. Da sind jedes Jahr zu Beginn und gegen Ende des Schuljahres in den Zeitungen, im Radio und so weiter immer wieder die gleichen Geschichten gekommen; so ähnlich ist es hier. Jedes Mal, wenn die Matura ansteht – da haben Sie natürlich recht, Herr Kollege Strolz –, redet die Öffentlichkeit darüber, und dann versinkt das Ganze im Untergrund.
Ich bin Ihnen an dieser Stelle sehr dankbar dafür, dass wir die Gelegenheit haben, heute hier über die Zentralmatura oder die standardisierte Reife- und Diplomprüfung, aber auch über Bildungspolitik generell zu reden. Das ist, finde ich, immer wichtig. Ich muss aber sagen, dass wir nicht zu jenen gehören, die immer nur am Schulschluss oder gerade, wenn es anlassbezogen ist, daran denken, sondern wir denken über solche Dinge und solche Fragen natürlich laufend nach. So ist es auch kein Zufall – der Herr Minister hat es ja schon angedeutet beziehungsweise gesagt und Kollege Taschner auch –, dass wir bereits im November etwa im Regierungsprogramm klar und deutlich festgehalten haben, dass wir uns die standardisierte Reife- und Diplomprüfung entsprechend anschauen werden, und zwar vor allem unter gewissen Gesichtspunkten.
Wir bekennen uns natürlich klar dazu, das ist keine Frage, aber es geht auch darum, dass wir uns die Durchführungsbestimmungen anschauen, dass wir uns die Beurteilungskriterien anschauen, dass wir natürlich darauf schauen werden, Rücksicht auf das differenzierte Schulsystem zu nehmen – Stichwort teilzentral –, und dass wir uns natürlich auch die Zulassungskriterien anschauen wollen.
Dass das ehestmöglich zu passieren hat, ist auch keine Frage – no na net –, aber ich glaube, nach dem Motto Speed kills darf man nichts übers Knie brechen und muss natürlich schauen, dass man qualitätsvoll arbeitet, dass man entsprechend zu schauen versucht, wo der Hund tatsächlich begraben liegt.
Wenn Sie von den Medienberichten sprechen, die von Pannen handeln, die da oder dort passiert sind, muss ich sagen: Überall, wo Menschen am Werk sind, passieren auch Fehler. Das ist vielleicht auch in Zukunft nicht ganz vermeidbar, aber ich finde, die großen Pannen sind tatsächlich ausgeblieben, wenn man da an die Vergangenheit denkt, daran, was das Bifie etwa gemacht hat.
Wir alle wissen, und da sind wir uns, glaube ich, einig, dass es eben Probleme gibt, beispielsweise mit der Textlastigkeit in der Mathematikmatura – das hat Kollege Taschner sehr schön ausgeführt –, dann aber natürlich auch generell in der Frage der Beurteilungskriterien, Stichwort Kompetenzaufteilung, und eben letztlich auch im Bereich der Rücksichtnahme auf die Differenzierung unseres Schulsystems. Wenn es so ist, dass beispielsweise Schüler in einem sprachlichen Gymnasium die gleich schwere Mathematikmatura zu absolvieren haben wie jene in einem Realgymnasium, wo es naturgemäß mehr Stunden Mathematikunterricht gibt, so sind das Dinge, die wir uns definitiv anschauen müssen. (Abg. Rosenkranz: Richtig!)
Bei mir – ich gehe schon wieder in meine Vergangenheit zurück – ist es heuer 20 Jahre her, dass ich maturiert habe – alt wird man! –, und ich kann mich erinnern, schon damals – Ende der 1990er-Jahre war das, 1998 – ist in mir der Gedanke gereift, dass es natürlich wichtig ist, dass man faire Beurteilungskriterien hat. Mir ist damals aufgefallen, dass ehemalige Schulkollegen, die andere Schulen besucht haben, es in der einen Schule nicht geschafft haben und in einer anderen Schule plötzlich Vorzugsschüler waren. Man sagt, das kann es einfach nicht sein, das darf nicht sein. So gesehen ist der Grundgedanke einer standardisierten Reifeprüfung ein absolut richtiger,
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