Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll28. Sitzung, 13. Juni 2018 / Seite 135

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darüber brauchen wir überhaupt nicht zu diskutieren. Trotzdem müssen wir uns dabei natürlich anschauen, wie weit es auf der einen Seite auf die unterschiedlichen Schul­typen Rücksicht zu nehmen gilt und andererseits unter Umständen auf unterschied­liche Ansprüche im Zusammenhang mit dem, was die Schulen machen wollen. Da sind wir dann in gewisser Weise bei einer Autonomiefrage.

Eines muss man auch festhalten – das hat der Herr Minister schon gesagt –: Natürlich ist es auch so, dass Schule die Aufgabe hat, bis zu einem gewissen Grad zu selek­tieren. Das darf meines Erachtens natürlich nicht erst bei der Matura oder bei der Zen­tral­matura am Schluss einer Schullaufbahn sein, das sollte schon vorher passieren.

Wir haben eine Reihe von Maßnahmen im Regierungsprogramm festgehalten, so dass wir Kindern und Schülern die Möglichkeit geben, sich auf ihrem Bildungsweg richtig zu orientieren, es muss darin aber eine gewisse Qualität enthalten sein. Die Matura ist eben auch ein – sage ich einmal – Meilenstein oder eine Wegentscheidung darüber, ob jemand die allgemeine Hochschulreife hat oder nicht.

Da ist es bei aller Differenzierung eben so wichtig, dass man einheitliche Befähigungen hat. Wenn ich von Kollegen Taschner höre, dass es beispielsweise Maturanten gibt, die nicht wissen, was ein Doppelbruch ist, oder von anderen, Geisteswissenschaftlern beispielsweise, dass es Schüler gibt, die nach bestandener Matura nicht wissen, wann die Republik gegründet worden ist, muss man natürlich nachschauen, denn dann wis­sen wir, dass wir arbeiten müssen, sodass wir eine faire Matura, die auch qualitätsvoll ist, zustande bringen.

Abschließend darf ich noch all jenen jungen Damen und Herren, die dieser Tage ihre Matura schon erfolgreich bestanden haben, recht herzlich dazu gratulieren, und jenen, die die mündliche noch vor sich haben, viel Erfolg wünschen. Wir werden weiter dafür arbeiten, dass unsere Kinder eine entsprechende Zukunft haben, dass wir eine quali­tätsvolle Schule und Bildungspolitik machen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

16.02


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Cox. – Bitte, Frau Abgeordnete.


16.02.45

Abgeordnete Stephanie Cox, BA (PILZ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Minis­terin! Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ein Danke an Herrn Kollegen Strolz für das Abschiedsgeschenk – so sehe ich das im Moment. Zum Geschenk komme ich gleich, ich werde es gleich auspacken. Bevor ich aber das Ge­schenk auspacke, würde ich gerne dem Rat von Herrn Kollegen Taschner folgen und noch schnell einen tiefen Nachdenkprozess starten, und zwar indem ich mir prinzipiell die Frage stelle: Was ist die Matura eigentlich? – Sie haben vorhin gesagt, es geht um die Reife, Sie haben den Abschluss der Schullaufbahn erwähnt und ihn als Grundlage und Türöffner für Unis bezeichnet.

Von anderen Kollegen wurde gesagt, dass die Studienfähigkeit getestet wird, es also quasi darum geht, eine Hochschulreifeprüfung zu machen. Würden Sie mir zustimmen: Hochschulreifeprüfung? Also wenn es heißt, das ist eine Hochschulreifeprüfung, so heißt das: Wer die Matura geschafft hat, ist fürs Studium bereit. So würde ich es einmal zusammenfassen. (Ein Schriftstück fällt vom Rednerpult zu Boden.) – Jetzt fällt mir ein Zettel hinunter, den hebe ich auf. Beim Nachdenken muss man kurze Pausen ein­legen.

In den letzten Jahren wurden immer mehr Studieneingangsprüfungen geschaffen, und ich muss mir hier in diesem Nachdenkprozess einfach die Frage stellen: Warum müs­sen SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern diesem Stress der Matura ausgesetzt wer-


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