Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll28. Sitzung, 13. Juni 2018 / Seite 133

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immer auch von einem externen Lehrer kontrolliert. Das heißt, wir sind da, wie ich meine, wirklich auf dem richtigen Weg.

Du sagst, du würdest diese Ergebnisse der zentralen Reifeprüfung gerne in die Schulentwicklung einfließen lassen. Ja, genau, das haben wir auch getan. Das war das Erste, was ich 2016 gemacht habe, als ich ganz neu ins Amt gekommen bin und die Zentralmaturaergebnisse bekommen habe. Ich habe die Ergebnisse gesehen, habe gesagt, da muss man genau hinschauen und mit jenen Schulen arbeiten, die nicht so gut abschneiden. Ich habe die Schulaufsicht und auch mein Haus dazu angehalten, genau diese Prozesse einzuleiten, zu lernen, Schulentwicklung zu machen.

Dabei geht es aber nicht nur um Zentralmaturaergebnisse, sondern auch um Bildungs­standards, um Pisa-Daten – all diese Ergebnisse haben wir. Die müssen wir in solche Schulentwicklungsprojekte aufnehmen, und mit dem Bildungsreformpaket ist die Schulentwicklung in den Mittelpunkt gerückt. Genau das muss dort passieren: Peer-Learning, Schulentwicklung auf Basis von Bewertungen, Leistungsvereinbarungen, Entwicklungsplänen – aber genau das ist auf den Weg gebracht. Das habe ich selbst noch angestoßen, die Prozesspläne zur Ausrollung sind bereits in Kraft. Schulen sollen reflektierte, lernende Systeme sein und noch besser werden, das ist ganz, ganz klar und dazu gibt es auch meine Unterstützung.

Wenn wir schon über die zentrale Reifeprüfung und über Weiterentwicklungs­möglich­keiten reden, möchte ich noch einen Gedanken einbringen, der mir wirklich überle­genswert erschiene, nämlich jenen, die Jahresnoten mit in die Bewertung zur Matura einfließen zu lassen. Das ist jetzt keine Idee, die mir gerade eingefallen ist, auch da nützt der internationale Blick. Es gibt Länder, die diesbezüglich Vorbilder sind. So werden beispielsweise in Bayern vier Zeugnisnoten in die Bewertung zum Abitur hin­eingenommen. Auch andere Länder haben diesen Weg gewählt, weil es eine Möglich­keit ist, den Einfluss punktueller Tagesverfassungen auf die Gesamtnote zu senken.

An der Universität, das ist ja meine Herkunft, haben wir bei den Aufnahmeprüfungen für die Veterinärmedizin immer die Jahreszeugnisse und die entsprechenden Noten der entsprechenden Fächer in der Zusammenschau, ob das Aufnahmeverfahren be­stan­den wurde oder nicht, miteinfließen lassen. Das könnte ein Weg sein, um in die zentrale Reifeprüfung eine neue Dimension, eine neue Dynamik hineinzubekommen.

Herr Bundesminister Faßmann, ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie sagen: Es ist für mich selbstverständlich, dass ich analysiere, dass ich hinschaue und dass ich weiter­entwickle. – Das war auch unser Weg. Ein Entschließungsantrag dürfte ja unterwegs sein; ich finde es spannend, wenn die eigenen Parteien Sie auffordern, etwas zu tun, das Sie ohnehin machen. (Heiterkeit des Bundesministers Faßmann.) Danke, dass Sie es tun. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)

15.57


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mölzer. – Bitte.


15.57.00

Abgeordneter Wendelin Mölzer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Minister! Hohes Haus! Werte Zuhörer, Zuhörerinnen und Zuseher, Zuseherinnen vor den Bild­schirmen und auf der Galerie! Frau Kollegin Hammerschmid! Das war heute ein bisschen eine Bewerbungsrede in Richtung des Herrn Ministers: Vielleicht haben Sie (in Richtung Bundesminister Faßmann) bei Ihnen im Ministerium etwas frei?

Ich muss Ihnen heute in weiten Teilen beipflichten. Man merkt, dass Sie die Oppo­sitionsrolle noch nicht ganz gefunden haben und NEOS gegenüber etwas verteidigen, was Sie nicht müssen (Zwischenrufe bei der SPÖ), was aber vielleicht auch ehrlich


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