Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll28. Sitzung, 13. Juni 2018 / Seite 138

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auch in einem zweiten Schritt, der ebenfalls ganz wesentlich ist, die Behörde diese Ergebnisse nimmt, auf die Schule zugeht und aus diesen Ergebnissen dann individuell auf Schulebene Maßnahmen ableitet, die für die einzelnen Schulstandorte wichtig sind.

Hierbei, glaube ich, wäre es auch eine gute Idee, gute und schlecht abschneidende Schulen – und ich sage extra: schlecht abschneidende Schulen, weil Schulen, die schlecht abschneiden, nicht unbedingt schlecht sind, denn es können viele Gründe dahinter sein – zusammenzuspannen und gemeinsam Ergebnisse ausarbeiten zu las­sen, sodass man wirklich einen Dialog der Schulen hat, die ein Peering eingehen und gemeinsam individuelle Maßnahmen auf lokaler Ebene ausarbeiten.

Ich glaube, dass Transparenz auch darüber hinaus sehr wichtig ist. Ich denke, dass man bei der Transparenz nicht hier stehen bleiben darf, sondern noch einen Schritt weiter gehen muss, denn es ist natürlich auch für Eltern wichtig, vergleichen zu kön­nen, wie Schulen abschneiden, um dann auch wirklich die Wahlfreiheit im Schulsystem zu haben, damit Eltern mit Kindern gemeinsam anhand von objektiven Kriterien – einerseits, was die Schwerpunkte an den Schulen sind, andererseits aber auch, was einem dort geboten wird – entscheiden können.

Herr Kollege Taschner hat uns eine Nachdenkpause verordnet. Ich glaube, dass Nach­denkpause in diesem Bereich nicht der richtige Weg ist, denn ich denke, dass wir nicht zu lange Pause machen können, da es immerhin um das Wohl der nächsten Gene­rationen geht. Darüber nachzudenken und in einen Dialog einzutreten ist aber, glaube ich, der richtige Weg.

Sie haben auch etwas ganz Wichtiges angesprochen: Es geht darum, dass wir breit einbinden, dass wir nicht nur die Experten reden lassen, sondern wirklich die Schüle­rinnen und Schüler gemeinsam mit Politikern, den Lehrern und so weiter diskutieren lassen. Nur: Um diesen Diskurs zu starten, um wirklich arbeiten zu können, brauchen wir auch wieder die transparent aufbereiteten Daten, denn sich nur zusammenzu­setzen und zu sagen: Na ja, ich glaube, ich habe das Gefühl!, wird nicht viel bringen. Wir brauchen also diese Daten auch, um den Dialogprozess zu starten.

In dieser ganzen Debatte wären wir ja auch keine Vorreiter – das wissen Sie, Herr Minister, ganz besonders gut. Es gibt viele Staaten, die ähnliche Prozesse durchlaufen. Die Niederlande werden da immer wieder als großes Vorbild genannt. Sie machen genau das, was ich jetzt gesagt habe. Als Erstes einmal arbeiten die Bildungsinspek­toren dort vor Ort mit den Schulen eben diese individuellen Lösungen aus und gehen dann wirklich auch in die schwächeren Schulen und schauen sich an, welche Maß­nahmen gesetzt werden müssen, um alle Schulen auf ein hohes Niveau zu bringen.

Die durchschnittlichen Ergebnisse werden dann veröffentlicht, sodass dieses Thema Wahlfreiheit wirklich in den Vordergrund gerückt wird. – Auch das ist ganz wichtig.

Was sie zudem machen: Sie stellen die Daten auch der Forschung zur Verfügung. Das ist ebenfalls wichtig, sodass Universitäten, Forschungsinstitute, Thinktanks und so weiter mit diesen Daten Maßnahmen ausarbeiten und sich genau anschauen können: Wo sind die Hürden in unserem System, wo verlieren wir Schüler? Das ist mit diesen Daten natürlich viel besser abzubilden.

Ich glaube, es ist der richtige Zeitpunkt, die Angst vor der Transparenz hinten liegen zu lassen und den Schritt zu machen, denn wir wissen, dass der evidenzbasierte Weg der richtige ist. Wir haben genug Vorbilder, die wir nutzen können und deren Wege wir weitergehen können. Wir müssen nicht warten. Wir müssen das Rad auch nicht neu erfinden. Wir müssen es, glaube ich, tun. Wir müssen in den von Kollegen Taschner angesprochenen Dialog eintreten, nicht langsam, sondern schnell, und schnell mit Maßnahmen weitertun – und es gibt dazu auch einige Maßnahmen.

 


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