Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll28. Sitzung, 13. Juni 2018 / Seite 139

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Sie kennen hoffentlich diese Studie, Herr Minister! (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) – Ich gebe Sie Ihnen nachher, wenn Sie sie nicht kennen. Sie wurde von Ihrem Ministerium im November 2016, glaube ich, um immerhin 12 000 Euro in Auftrag gegeben und enthält genau all diese Punkte. Die Studie nennt sich „Auswirkungen von Schulrankings auf Unterricht, Schulorganisation und Bildungssystem: Internationale Erfahrungen und Schlussfolgerungen für die österreichische Bildungspolitik“.

Genau die Maßnahmen, die ich angesprochen habe, stehen drinnen, aber dieses Papier liegt jetzt eineinhalb Jahre, und es ist, in unserer Wahrnehmung, nicht sehr viel umgesetzt worden. Die Studie spricht von der Einbettung der Schulevaluation in ein umfassendes Gesamtsystem. Sie spricht von der Entwicklung von bundesweit aner­kannten Kriterien für die Schulqualität, von der Sicherstellung der Kompetenz und der Glaubwürdigkeit von Externen – also all diesen Dingen, die wir jetzt hier angesprochen haben, von denen auch viele Ihrer Kollegen, Kollege Taschner unter anderem, und auch Sie immer wieder gesagt haben, dass das wichtige Dinge sind. Sie finden sich da drin.

Ich bitte Sie nur: Lassen Sie dieses Papier nicht in irgendeiner Schublade liegen, son­dern nehmen Sie es, gehen Sie wirklich sorgsam damit um und machen Sie etwas da­raus! Es ist gut, wenn Sie eine Arbeitsgruppe machen, aber das kann nur der erste Schritt sein. Eine Arbeitsgruppe ist schön und gut; wenn es aber ohnedies schon viel gibt, dann nehmen wir doch das und arbeiten wir mit dem weiter!

Ich glaube – um zum Schluss zu kommen –, dass es wichtig ist, jetzt langsam in einen Kultur- und Mentalitätswandel im Bildungsbereich zu gehen. Wir dürfen nicht nur zuschauen, wie die Chancen der jungen Menschen die Donau runterschwimmen, son­dern müssen sie nutzen. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir von Regulierungsbehörden langsam hin zu potenziellen Begleitungsagenturen gehen, die die Schulen begleiten und die Qualität sichern. Das sind zwei ganz, ganz wichtige Punkte, die auch in Zu­kunft an den Schulen und an den Schulstandorten stattfinden müssen. In diesem Zu­sammenhang ist wieder das Thema Autonomie ganz wichtig.

Jetzt ginge es sehr lange weiter, wenn ich dieses Thema auch noch anschneide, ich glaube aber, dass durch Schulautonomie genau die individuellen Maßnahmen, die die einzelnen Schulen brauchen, um besser zu werden, gesetzt werden können. Matthias Strolz hat die Schule als lebende Organisation angesprochen. Genau das brauchen wir. Wir brauchen eine Schule, in der Vielfalt eine Rolle spielt. Wir brauchen eine Schule, die selber lernen kann und die sich selbst weiterentwickelt, und das ist genau das, was wir mit diesem Antrag anstoßen. Ich hoffe, dass wir bald zu Lösungen kom­men, denn die Chancen der jungen Menschen können nicht weiter verloren gehen. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)

16.17


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist die erst heute angelobte Abgeordnete Salzmann. – Bitte, Frau Abgeordnete.


16.17.44

Abgeordnete MMMag. Gertraud Salzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister Faßmann! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie und vor den Medien daheim! Es freut mich, dass ich bereits am ersten Tag, am Tag der Angelobung, zu Ihnen sprechen darf. Es ist für mich eine Ehre, als Abgeordnete tätig sein zu dürfen.

Als Juristin und Pädagogin bin ich seit vielen Jahren im Bildungsbereich tätig und bringe eine lange Unterrichtserfahrung in verschiedenen Schularten mit ein, einerseits in der APS, aber auch in der BHS, der berufsbildenden Schule, und seit mehr als


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