Das ist also ein Abschluss, der nicht nur für unsere Jugendlichen, sondern auch für das Umfeld, für die Eltern, ein durchaus entscheidender Abschnitt ist. Wenn Kollege Strolz hier von 43 000, 44 000 Maturanten und Maturantinnen gesprochen hat und wenn man das innerfamiliär hochrechnet, sind es 150 000 Personen, die pro Jahr mit den Maturanten mitzittern. Das ist wirklich viel.
Deswegen: Was sind wir unseren Schülerinnen und Schülern, unseren Maturantinnen und Maturanten wirklich schuldig? – Fairness! Was bedeutet Fairness? – Fairness bedeutet, dass die Maturanten im Zuge der Matura die Chance haben, die Aufgaben auch zu erfüllen.
Es kann also sicherlich nicht sein, dass, so wie jetzt bei dieser Mathematikmatura, im Nachhinein darüber geklagt wird, dass die Texte zu kompliziert waren, unverständlich waren. Die Mathematik muss etwas mit Mathematik zu tun haben, und wenn ich den Text nicht verstehe, dann ist das für mich schon sehr infrage zu stellen. Das ist nicht fair! Ich vermassle den Schülern einen positiven Abschluss, und das kann es wohl nicht sein.
Noch einmal: Man zittert, man arbeitet über Jahre auf diese Matura hin. Das ist der krönende Abschluss, nicht nur eine Studienberechtigung. Es ist ein gewaltiges Zeugnis, das man hat, und man soll auch die Chance haben, das mit der eigenen Leistung, so gut es geht, abzuschließen. Es kann nicht dem Zufall überlassen werden, ob ein Text gerade verstanden wird oder eben nicht verstanden wird. Darüber muss man sicherlich nachdenken. So gesehen, Herr Minister, Gratulation an Sie, dass Sie von Haus aus diesen Evaluierungsprozess, diese Analyse bereits in Auftrag gegeben haben! Es ist notwendig, darüber nachzudenken. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Was wird allerdings immer bleiben? – Immer, wenn geprüft wird – das wird auch zukünftig so sein –, gibt es bei den Noten eine Normalverteilung. Es wird Sehr gut geben, es wird aber auch Nicht genügend geben. Das ist die Natur der Sache, es ist so; damit werden wir leben müssen. Was nicht sein soll, ist, dass aus dieser Normalverteilung eine Verteilung wird, bei der die Fünfer überproportional werden, so wie jetzt in Mathematik: schriftlich 20 Prozent, fast jeder Fünfte hat Mathematik nicht positiv abschließen können. Dass das überwiegt, ist nicht normal, deswegen müssen wir darüber nachdenken.
Es wird aber immer auch Schüler geben, die in Mathematik oder in einem anderen Fach leider Gottes durchfallen. Deswegen ist es wichtig, dass es auch Kompensationsprüfungen gibt. Da bin ich schon auch der Meinung, dass es sinnvoll ist, diese Kompensationsprüfungen in der jeweiligen Schule durch den jeweiligen Lehrer abzuhalten. Die NEOS haben gemeint: keine Kompensationsprüfung, keine mündliche Prüfung, sondern eine weitere schriftliche Prüfung. Fakt ist: Es gibt Schüler und Schülerinnen, die eben im mündlichen Teil ihre Stärken haben. Auch das liegt in der Natur der Sache. Sie artikulieren sich vielleicht besser, das kommt vor; es kommt gar nicht so selten vor. Deswegen ist es auch fair, wenn neben einem schriftlichen Teil ein Teil mündlich abgeprüft wird und die Schülerinnen und Schüler die Chance haben, ihre Note im Zuge einer Kompensationsprüfung auszubessern. (Beifall bei der FPÖ.)
Es wurde seitens der NEOS angeregt, dass es nicht objektiv ist, wenn die Lehrer beurteilen. Fakt ist: Es beurteilt nicht nur der jeweilige Fachlehrer, sondern immer auch ein zweiter Lehrer. Diese Objektivität ist also sichergestellt, da kann nichts danebengehen. Speziell wenn Arbeiten negativ beurteilt werden, ist es verpflichtend, dass ein Fachkollege diese Arbeit auch anschaut. Also da wird die Objektivität sichergestellt.
Es wurde von euch kritisiert, dass die Stunden für die Vorbereitung nicht bezahlt werden. Ich halte fest: Es gibt die übliche Lehrverpflichtung, die weiterläuft. Die Stunden
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