Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll36. Sitzung, 5. Juli 2018 / Seite 221

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steiermark die Frage: Wenn Universitätsprofessoren auf der einen Seite reden, Univer­sitätsprofessoren auf der anderen Seite reden, wer hat denn dann recht? Jeder sagt, er ist im Recht.

Dann höre ich heute, jetzt müssen die Stakeholder etwas sagen. – Da bin ich aber neugierig, denn wenn das die Österreichische Schmerzgesellschaft ist, von der man sagt, dass sie von der Pharmaindustrie – Namen möchte ich nicht nennen – unterstützt wird, muss ich fragen: Wie objektiv kann sie dann sein?

Ich gehe davon aus, dass auch die andere Seite mit Geld unterstützt wird. Kollege Ka­niak hat ja schon gesagt, Cannabis ist ein riesiger Weltmarkt. Das heißt, mit diesem grünen Gold kann man Geld verdienen. Ich habe das heute zufällig gesehen (ein Blatt Papier in die Höhe haltend, das eine Werbung für Cannabisaktien zeigt): Cannabis­aktien kann man kaufen. – So weit geht das aber nicht. Wir müssen aufpassen, dass wir eine vermutliche Wunderpflanze nicht fehlinterpretieren.

Die Stakeholder müssen wir uns genau anschauen, denn der Bericht aus Deutschland ist schon hinterfragenswert, nämlich insofern, als man hier ja die Krankenkassen ge­fragt hat, die kein Geld hergeben wollen. Man hat gesagt: Na ja, das und das, Darmer­krankungen und was weiß ich, Aids, dort hilft es nichts. Dann gibt es große Profes­soren in Deutschland, die sagen: Na, bitte, wie können die etwas kommentieren, wo es nicht einmal richtige Untersuchungen gibt?! (Beifall bei der FPÖ.)

Wir sind also alle aufgefordert, in Bezug auf ein tolles Mittel nicht vorurteilsbehaftet vor­zugehen. Zur Gesundheitsmedizin, Ganzheitsmedizin gehören sowohl die normale Schul­medizin als auch die Alternativmedizin – so wie die Homöopathie in Zukunft noch eine Chance haben wird oder haben sollte. Ich wünsche es mir im Sinne vieler Bürgerinnen und Bürger.

Was habe ich gehört von der Kollegin? – Es gibt 1,9 Millionen Schmerzpatienten. Ich glaube, das kann man nicht so vom Tisch wischen. – Ich danke für die Aufmerksam­keit. (Beifall bei der FPÖ.)

20.02


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesmi­nister Hartinger-Klein. – Bitte.


20.02.57

Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Mag. Beate Hartinger-Klein: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Hol­zinger! Ich darf mich – und bitte richten Sie das auch aus – bei Herrn Kolba bedanken, dass er das Thema eingebracht hat, auch aus seiner persönlichen Betroffenheit he­raus. Dafür braucht es Mut und ich danke ihm persönlich, dass er das gemacht hat.

Mir ist das Thema auch ein ganz großes Anliegen. Sie haben viele Bereiche schon an­diskutiert: Wir haben 1,9 Millionen Schmerzpatienten. Wir haben einige Evidenzen. Mir ist die Evidenz bei solchen Themen ein ganz, ganz großes Anliegen. Ich habe deshalb auch den Obersten Sanitätsrat in meinem Ministerium beauftragt, mir im Rahmen einer Taskforce Bericht zu diesem Thema zu erstatten.

Wir werden uns die klinischen Studien anschauen. Wir werden uns anschauen, wie es international ausschaut. Ich werde Ihnen einen Bericht bringen und ich bin überzeugt, dass wir uns so rasch wie möglich dann auch auf ein gemeinsames Gesetz – vielleicht schaffen wir es auch über alle Fraktionen hinweg – einigen werden können. Darauf freue ich mich schon. – Danke. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

20.03


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Diesner-Wais. – Bitte.

 


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