Ich bin zuversichtlich, dass wir trotz alledem die Situation der Tausenden chronisch kranken Menschen, die von dieser neuen Therapieoption profitieren können, deutlich verbessern werden. Unmittelbar liegt es aber an den Sozialversicherungen, die bereits zugelassenen Cannabisarzneimittel auch tatsächlich allen Patienten, die sie benötigen, zukommen zu lassen. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
19.57
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Obernosterer. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Galerie und zu Hause vor den Fernsehschirmen! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es handelt sich hierbei um einen Antrag aus dem Gesundheitsausschuss, der einstimmig in das Plenum des Nationalrates geleitet wurde. Ich glaube, unsere Ärzte und Experten haben ausführlich berichtet und auch auf die Gefahren hingewiesen.
Wie schon gesagt, werden Sie, Frau Minister, uns einen Bericht zwecks der Freigabe von Cannabis für medizinische Zwecke für Schmerzpatienten bis Ende des Jahres bringen. Dabei sollte aber ganz klar dazugesagt werden: Es ist überhaupt nicht angedacht, Cannabis zu liberalisieren und generell freizugeben. Alles andere, glaube ich, wurde schon gesagt. Wie gesagt, wir warten auf den Bericht und schauen dann natürlich darauf, daraus das Beste für die Gesundheit zu machen. – Danke vielmals. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
19.58
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Riemer. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Zanger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Riemer –: Sei effizient!)
Abgeordneter Josef A. Riemer (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Die Debatte ist schon sehr weitgreifend gewesen. Ich möchte nur einen Aspekt hinzufügen. Wenn Ärzte sprechen, wenn Apotheker und profunde Kenner der ganzen Materie sprechen, dann möchte ich schon auch zwei, drei Gedanken einbringen. Erstens einmal geht es um Ganzheitsmedizin, also Alternativmedizin nicht nur in der Schmuddelecke drinnen, sondern in Verbindung mit der Reparatur- oder Schulmedizin. Da haben wir in Österreich noch einen Grat zu überspringen.
Hanf – sprich: Cannabis –, eine 5 000 bis 8 000 Jahre alte Kulturpflanze, hat eine Funktion. Nachdem ich mir heute die Ärzte, die einzelnen Debattenredner angehört habe, was stelle ich da fest? – Ein jeder sitzt in seinem Glashaus und beschuldigt den anderen, etwas sei nicht richtig oder nicht gut. Da gibt es zum Beispiel die Schmerzmediziner, die das ablehnen. Die lehnen das insofern ab, als sie die Cannabisblüten nicht haben wollen. Die kennen sich nicht aus! Man muss sagen: Die Ärzte kennen sich damit nicht aus, und wenn ich mich nicht auskenne, dann bin ich dagegen. Es gibt nämlich synthetische und halbsynthetische Mittel. Wenn ich halbsynthetische Mittel nehme, dann kann ich das ja wesentlich besser als Medikament verpacken. Das ist die eine Seite. Dann kommen die anderen, die Leute, die sagen, die Cannabisblüte ist das Richtige.
Was ich damit ausdrücken möchte, ist Folgendes: Die Cannabisblüte hat eine Besonderheit: Die einen sagen, wir brauchen einen vermischten Zustand, wenn man die Blüte nimmt, dann hat man 500 Substanzen, 200 Wirkstoffe oder 20 Wirkstoffe, nehmen wir die. – Jetzt stellt sich für mich als Laie und als kleiner Abgeordneter aus der Süd-
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