Die Flexibilität bei der Arbeitszeit war interessanterweise in den vergangenen Jahren auch immer Common Sense, auch in der SPÖ und bei den SPÖ-Gewerkschaftern. Ich muss Ihnen die Zitate nicht einzeln vorlesen, Sie kennen sie alle.
Es ändert sich aber auch unser Verständnis von Arbeit und Arbeitswelt. Wir erleben keine standardisierten Biografien mehr von der Wiege bis zur Bahre, die Verläufe ändern sich. Wir wollen auch rund um den Beruf veränderte Möglichkeiten haben, die Freizeit anders, flexibler gestalten können. Wir wollen einmal mehr arbeiten, einmal weniger arbeiten. Das soll kein Problem sein und ist auch der Wunsch vieler Menschen.
Um das zu fundieren, möchte ich Ihnen einige Zahlen bringen, weil immer wieder gesagt wird, alle sind dagegen, alle möchten das nicht. Laut einer Market-Umfrage – die ist übrigens von diesem Jahr und nicht von vergangenen Jahren – schätzen Österreichs Arbeitnehmer flexible Arbeitszeiten als eindeutig positiv ein. (Zwischenruf der Abg. Erasim.) Es geben 73 Prozent der heimischen Arbeitnehmer an, dass sie flexibel und bereit sind, phasenweise länger zu arbeiten. 78 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich sind davon überzeugt, dass die flexiblen Arbeitszeiten ihre Jobs sichern. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Faktum ist ganz klar, dass unsere Flexibilisierung der Arbeitszeit den Erfordernissen der Unternehmen auf der einen Seite und den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der anderen Seite entspricht. Das zeigt auch ganz eindeutig eine erst jetzt durchgeführte Studie der WKO unter Arbeitnehmern: Die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz ist unverändert hoch, sie sind genauso zufrieden wie vorher, vor allem auch mit dem Ausmaß und der Lage der Arbeitszeit. Es hat sich da also seit September nichts verändert. (Abg. Erasim: Von wann ist die Studie, Frau Minister?)
Die Studie zeigt auch ganz klar die Vorteile der Flexibilisierung der Überstundenpolster und der Arbeitsplatzsicherheit.
Daher ist meine Bitte: Bleiben Sie bei den Fakten! Bleiben Sie in der Realität des Wirtschafts- und Arbeitslebens und leben Sie nicht irgendwo in Ihren Ideen, in Ihren Vorstellungen, wie die Arbeitswelt in den Unternehmen ausschaut! Und hören Sie bitte auch auf, die Arbeitswelt so zu zeichnen, als hätten wir auf der einen Seite den Arbeitgeber als skrupellosen Ausbeuter und auf der anderen Seite den Arbeitnehmer als Zeitsklaven! In Zeiten des Fachkräftemangels und der heutigen erfolgreichen Unternehmen ist das definitiv nicht mehr so. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Diese Welt, die Sie da zeichnen, ist eine Welt der Vergangenheit. Sie ist eine Welt der Geschichte. Und ich möchte Ihnen sagen: Wer sich hier nicht rausbewegt und immer noch an diesen alten Themen festhält, wird wohl selbst bald Geschichte sein! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Bravoruf bei der ÖVP.)
Unsere Aufgabe ist es, den österreichischen Standort zu sichern und nach vorne zu bringen. Unsere Aufgabe ist es, Österreich stark zu machen und die Arbeitnehmerinnen und die Arbeitnehmer der nächsten Generationen abzusichern, und dafür tun wir alles. Da braucht es keine Panikmache und auch keine Verunsicherung, so wie Sie es betreiben. Fundierte Aufklärung und Information sowohl für die Arbeitnehmer als auch in den Betrieben, das ist gefragt. Dazu sollten Sie beitragen – im Sinne eines Konsenses und eines Miteinanders und nicht Gegeneinanders. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Tatsache ist: Die Freiwilligkeit ist keine Mär, wie Sie es uns immer erzählen wollten, nein, sie ist vielmehr gestärkt worden. (Abg. Schieder: Ist das ein Kabarett oder - -?) Und ja, es gibt zum ersten Mal ein generelles Ablehnungsrecht der Arbeitnehmer, und zwar ohne Interessenabwägung. Das gab es vorher nicht, und das wird von Ihnen
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite