gitalisierung und im Sinne dessen, dass Menschen schnell in den Beruf einsteigen können.
Ich möchte zu dieser nationalen Sicht eine lokalpolitische Sicht hinzufügen, weil Ziviltechniker und Ziviltechnikerinnen gerade für die Gemeinden – das sage ich als Bürgermeister einer sehr dynamischen Region – ganz wertvolle und essenzielle Beiträge leisten. Ziviltechniker sind mit ihrer Expertise mitverantwortlich für Stadtentwicklungen, sind verantwortlich für die Abwehr von Gefahren – ich denke zum Beispiel nur an den Hochwasserschutz – und vieles andere mehr. Wir nutzen die Expertise von Ziviltechnikerinnen und Ziviltechnikern landauf, landab das ganze Jahr über und freuen uns darüber, wenn noch mehr Ziviltechnikerinnen und Ziviltechniker in den Berufsstand kommen, um die Kommunen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Dementsprechend freue ich mich auf die Abstimmung, ich hoffe auf Einstimmigkeit und danke der Frau Ministerin für dieses Gesetz. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
14.23
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Margreiter. – Bitte.
Abgeordnete Doris Margreiter (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Klinger, das Ziviltechnikergesetz ist ja in der letzten Periode schon von der Vorgängerregierung vorbereitet worden, und Sie haben recht, es war beim EuGH, aber es hat trotzdem eineinhalb Jahre gedauert, bis wir es zum Beschluss hier vorliegen hatten – das ist schon sehr lang. Wenn Herr Kollege Stark meint, manches Mal geht es uns zu schnell, ein anderes Mal wieder zu langsam: Ich denke, dass politische Entscheidungen schnellstens getroffen werden müssen, aber es braucht halt auch Begutachtungsfristen, die eingehalten werden, und Stellungnahmen, es soll die Bevölkerung mitdiskutieren können. Das ist in unserem Interesse.
Nun zum Ziviltechnikergesetz: Es gibt hier sehr viele positive Ergebnisse, weshalb wir eben auch zustimmen werden. Zum Beispiel ist jetzt das facheinschlägige Dienstverhältnis zu einem anderen Ziviltechniker oder einer anderen Ziviltechnikerin oder einer Ziviltechnikergesellschaft, auch wenn man nicht deren Gesellschafter ist, zulässig. Weiters werden die Regelungen über die praktische Betätigung liberalisiert, wie wir gehört haben.
Was mich besonders freut: dass Mutterschutzzeiten künftig als Praxiszeiten zählen. Das halte ich für besonders wichtig, da wir gestern auch vom Genderpaygap gesprochen haben.
Besonders hervorzuheben ist auch, dass eine Öffnung der Kammer erfolgt, wie wir schon gehört haben. Es soll künftig möglich sein, als außerordentliches Mitglied auch in die Kammer aufgenommen zu werden.
Wie gesagt, das sind alles Dinge, die wir in der letzten Legislaturperiode schon auf den Weg gebracht haben. Wir müssen aber auch feststellen – und auch ich möchte das sagen, weil mittlerweile der Unmut sehr groß ist –, dass es für andere Berufsgruppen keine Maßnahmen oder wenig notwendige Maßnahmen gibt.
Wir haben es von der heimischen Start-up-Szene gehört: Da wurden Kürzungen vorgenommen, Förderungen zurückgenommen, und das wird mit der guten Konjunktur begründet. Wie kurzsichtig das ist, sehen wir heute, da Wachstumsprognosen ständig nach unten korrigiert werden. In der heimischen Wirtschaft schaut es wider Erwarten auch nicht besser aus (Abg. Hauser: International! In Österreich wesentlich weniger! International!), und das deshalb, weil von der selbst ernannten Wirtschaftspartei an-
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