Die Frage ist natürlich auch: Wie ernst nehmen Sie den Klimaschutz wirklich, Frau Minister? Wie ernst nehmen Sie den Hashtag Nachhaltigkeit, der auf Ihrer Facebook-Seite überall zu sehen ist? Klimaschutz darf kein PR-Gag sein! Es geht da nicht um Wählermagneten, die man installiert, es geht um die Zukunft unserer Kinder. Es geht um meinen Neffen oder meine Nichte, der oder die bald auf die Welt kommen sollte. Es geht darum, dass wir eine Zukunft schaffen, in der ich leben möchte, in der er oder sie leben möchte, in der wir leben möchten und können. Es ist mittlerweile nicht mehr nur ein Umweltthema, es ist ein gesellschaftliches Thema, es ist ein soziales Thema, es ist ein Gerechtigkeitsthema. (Beifall bei JETZT sowie der Abgeordneten Hammerschmid und Bißmann.)
Um noch einmal auf Österreich zurückzukommen und darauf, was hier auf diesem Gebiet passiert, um zu den Daten und Fakten zu kommen, die wir auf dem Tisch haben: In Österreich haben wir einen jährlichen Treibhausgasausstoß, der zum dritten Mal in Folge angestiegen ist. Weltweit haben wir erst kürzlich wieder Höchstwerte erreicht. Starkniederschläge, extremer Frost, Waldbrände, Hitzewellen und Dürren sind Realität. Meine Damen und Herren, ist das die Welt, in der wir leben wollen? Ist das die Zukunft, die wir haben wollen? Dürren, Hitzewellen, Frost – ich wiederhole es noch einmal – dürfen nicht der Status quo sein, denn wir stehen kurz vor der Klimakatastrophe!
Obendrein müssen wir alle als Steuerzahler und Steuerzahlerinnen Folgendes bedenken: Wenn wir das EU-Klimaziel 2030 nicht erreichen, drohen Strafzahlungen und Kosten für Emissionszertifikate in Milliardenhöhe. Das bedeutet, die Klimasünde heißt nicht nur, die Erde zu verbrennen, sondern auch Geld zu verbrennen. Da geht es nicht nur um Milliarden, die dann in Strafzahlungen gesteckt werden müssen, sondern das hat ja noch weitere Ausmaße, gesellschaftlich, wirtschaftlich, und diese Kosten sind in diesen Milliarden noch nicht einmal beziffert.
Frau Ministerin! Herr Kanzler! Liebe Regierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Für uns heißt das und für uns muss die Devise lauten: Jetzt handeln! Nehmen wir die Stimme der jungen Menschen ernst! Nehmen wir ihre Forderungen ernst! Einige davon können Sie auch in meinem Antrag sehen.
Machen wir Klima- und Umweltschutz zu einer Haltung! Bringen wir sie in unsere Schulen! Da geht es auch um Förderungen von Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Um das Thema Klima- und Umweltschutz in die Schulen zu bringen, muss es Kooperationen geben. Es geht darum, Schulen dabei zu unterstützen, dass pro Schule eine Schülerin oder ein Schüler als Klima- und Umweltschutzbeauftragte, -beauftragter ausgebildet wird. Wir müssen bereits in den Schulen die Schüler und Schülerinnen mit der Zukunft konfrontieren, aber sie auch darin unterstützen, dass sie Expertinnen und Experten, Botschafterinnen und Botschafter sein können.
Frau Ministerin, wir brauchen eine stärkere Einbindung in der Schule bei der Überarbeitung der Lehrpläne und Schulbücher hinsichtlich Nachhaltigkeit. Das ist das Material, das sind die Bücher, das ist die Realität, mit der die Schülerinnen und Schüler in der Schule konfrontiert werden, und da muss man eben Maßnahmen setzen. (Abg. Neubauer: Sie sind aber nicht in der Schule, sie demonstrieren!)
Unser Ziel muss es nämlich sein, diese Generation zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, sich für unsere Gesellschaft und die Mitmenschen einzusetzen und sich politisch einzumischen. Ja, wir müssen sie ermutigen, und das fängt in der Schule an. Wir haben auch gesehen, dass es viele gibt, die sich engagieren. Ihnen müssen wir Gehör schenken. (Beifall bei JETZT.)
Im Moment sieht es nämlich so aus – und ich lese das aus einer Studie, die das feststellt –, dass Jugendliche sich von Parteien und Politikern weder wahrgenommen noch ernst genommen fühlen. Sie sind von deren Performance enttäuscht beziehungsweise
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