erwarten sich auch nicht viel mehr von ihnen. So stimmt eine Mehrheit der Aussage zu, dass PolitikerInnen nur leere Versprechungen machen; das bedeutet, dass 44 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass sie sich nicht um Dinge kümmern, die den Befragten wichtig sind.
Das ist ein trauriges Zeugnis für das Hohe Haus, da sich doch fast die Hälfte der Jugendlichen nicht abgeholt fühlt, nicht ernst genommen fühlt. Das kann nicht die Realität sein, in der wir uns befinden wollen!
Ich stehe heute nicht hier, weil ich Applaus ernten möchte. Es geht nicht um Lob, es geht hier nicht um Anerkennung. Ich will, dass die jungen Menschen endlich ernst genommen werden. Ich will, dass Sie denen applaudieren, die auf die Straße gehen, die sich für ihre Zukunft, für unsere Zukunft einsetzen; und ich fordere Sie, liebe Regierung, zum Handeln auf.
Ich würde mir wünschen, dass es, wenn ich jetzt das Rednerpult verlasse, keinen Applaus gibt. Ich möchte, dass Sie sich den Applaus für die Jugendlichen sparen, die Sie dann auf der Straße sehen, wenn Sie hoffentlich bei der nächsten Demonstration, bei der nächsten Diskussion, bei der nächsten Begegnung dabei sind. Geben Sie den Applaus diesen Jugendlichen, die sich für die Zukunft einsetzen! Die Devise heißt: „Die Jugend ernst nehmen, Klimakatastrophe verhindern.“
15.19
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Bundesminister Elisabeth Köstinger. – Bitte.
Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus Elisabeth Köstinger: Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich glaube, spätestens seit dem letzten Sommer, dem Sommer 2018, sind der Klimawandel und dessen Folgen und Auswirkungen wirklich in Österreich angekommen. Aufbauend auf die letzten Jahre war speziell der letzte Sommer trocken und heiß wie noch nie. Wir hatten massive Ernteausfälle, auch Rückgänge im Wasserbereich und massiven Schädlingsbefall. Das sind nur einige spürbare Folgen. Speziell die Land- und Forstwirtschaft ist in Österreich massiv davon betroffen. Zu Recht sprechen wir von der Klimakrise als einer der größten globalen Herausforderungen unserer Zeit.
Eines ist auch ganz klar zu sagen: Jede Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel ist richtig und wichtig, weil sie dazu beiträgt, dass dieses Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt und dass man sich auch mit den Lösungen stärker auseinandersetzt. Ja, ich finde es gut, dass sich junge Menschen so intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen, dass sie ihrem Anliegen auch Gehör verschaffen. Fridays for Future macht sichtbar, dass Klimaschutz eine Bewegung ist, ausgehend von Greta Thunberg, die mittlerweile auch auf der ganzen Welt präsent ist.
Eines ist auch klar: Die Bundesregierung nimmt die Schülerinnen und Schüler von Fridays for Future ernst. Uns ist Klimaschutz wichtig. Ich hatte auch die Gelegenheit, in einem persönlichen Gespräch mit einigen der Initiatoren diese Themen zu besprechen. Ein Ziel teilen wir auf jeden Fall: Das ist die Senkung der CO2-Emissionen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Wenn Sie, Frau Abgeordnete Cox – ich begrüße das wirklich, dass wir uns heute Nachmittag mit diesem Thema auseinandersetzen –, aber konkrete Maßnahmen einfordern, dann muss ich Sie bitten, wenn Sie die Möglichkeit haben, an Abstimmungen teilzunehmen, diese Verantwortung auch wahrzunehmen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Da haben wir ein aktuelles Thema, das ich ansprechen möchte, nämlich die Ökostromnovelle: Biomassekraftwerke müssen aufgrund des Auslaufens des Tarifs vom Netz
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite