Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll68. Sitzung, 28. März 2019 / Seite 216

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Das sind letztendlich die Sozialisten vom Zuschnitt eines Maduros, würde ich meinen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich ersuche Sie, diesen Antrag anzunehmen. Ich glaube, das ist das Mindeste, was man tun kann, wenn Sie schon zu den Zu­ständen, die es in Venezuela gibt, schweigen – nur und ausschließlich deshalb, weil es dort linke Machthaber und keine rechten Machthaber gibt.

Wenn es in den letzten 40, 50 Jahren eine rechte Diktatur in Südamerika gegeben hat, hat es hier stets eine Debatte gegeben. Als Machthaber wie Maduro, Chávez und an­dere an die Macht gekommen sind, oder zum Beispiel auch der Korruptionist Lula in Brasilien, hat man von Ihnen nichts gehört.

Hören Sie auf, mit zweierlei Maß zu messen! Beteiligen Sie sich endlich an den ge­meinsamen Aktionen, wenn es um die Außenpolitik geht! – Danke. (Beifall und Bravo­rufe bei der FPÖ sowie Beifall bei der ÖVP.)

20.25

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

des Abgeordneten Reinhold Lopatka, Martin Graf Kolleginnen und Kollegen

betreffend die aktuelle politische Situation in Venezuela

eingebracht im Zuge der Debatte zu TOP 9 zum Bericht des Außenpolitischen Aus­schusses 525 d.B. zum Antrag 432/A(E)

Begründung:

Seit seiner Amtsübernahme 2013 hat Präsident Maduro die venezolanische Demo­kratie und Rechtsstaatlichkeit stetig ausgehöhlt, was 2017 in der Entmachtung der, von der Opposition kontrollierten, Nationalversammlung durch die neu geschaffene verfas­sungsgebende Versammlung gipfelte. Am 20. Mai 2018 fanden in Venezuela Präsi­dentschaftswahlen statt, aus denen Nicolas Maduro als Sieger hervorging. Die Euro­päische Union und weite Teile der internationalen Gemeinschaft erkannten diese Wah­len nicht als fair und frei an, da internationale Mindeststandards für einen glaubhaften Prozess nicht erfüllt und politischer Pluralismus, Demokratie, Transparenz und Rechts­staatlichkeit nicht respektiert wurden. In Folge blieben die Mitgliedsstaaten der Euro­päischen Union, darunter auch Österreich, der Angelobung von Nicolas Maduro zu sei­ner zweiten Amtszeit am 10.01.2019 in Caracas fern.

Am 23. Jänner 2019 schließlich wurde der rechtmäßig und demokratisch gewählte Par­lamentspräsident, Juan Guaidó, unter Berufung auf die venezolanische Verfassung zum Interimspräsidenten Venezuelas erklärt. Die Mehrheit lateinamerikanischer Staa­ten, die USA und Kanada haben Juan Guaidó als Präsidenten anerkannt. Ein be­trächtlicher Teil der EU-Mitgliedstaaten, wie auch Österreich, erachten und unterstüt­zen Juan Guaidó als Übergangspräsidenten, damit dieser freie, faire und demokrati­sche Präsidentschaftswahlen ausrufen kann.

An Massenprotesten, die sich gegen Präsident Maduro richteten, beteiligten sich laut Schätzungen mehr als 100 000 Menschen, es gab zahlreiche Tote und Verletzte. Be­richten zufolge sollen auch mehrere Hundert Demonstranten festgenommen worden sein. Weitere Proteste und ein scharfes Vorgehen gegen die Sympathisanten mit Inte­rimspräsident Guaidó wird erwartet.

Unterdessen befindet sich Venezuela am Rande des wirtschaftlichen Kollapses mit verheerenden Auswirkungen für die Bevölkerung. Auch nach der diesjährigen Anhe-


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