und ich war froh, dass ich manches Mal Expertinnen/Experten gehabt habe, die dann diese Workshops gemacht haben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und JETZT.)
Ich sage nur mehr zwei, drei Sätze: Wir haben in der Vergangenheit mit vielen Vereinen gut zusammengearbeitet – Kollegin Hammerschmid wird das bestätigen, Kollege Faßmann wird das bestätigen –, indem wir Konfliktlösung mit den Schülerinnen und Schülern trainiert haben. (Ruf bei der FPÖ: Das können Lehrer nicht?) Sexualpädagogik ist ja nicht nur, über die Geschlechtsorgane mit schönen Plakaten zu reden, sondern das heißt ja auch abgrenzen, Nein sagen lernen, das heißt auch, sich selbst über seinen Körper bewusst zu sein und zu wissen, was mit dem Körper passiert, wenn man erwachsen wird. (Zwischenruf der Abg. Schartel.) Es wird nicht in jedem Elternhaus darüber geredet – leider, leider, leider! –, und nicht jede Lehrerin und jeder Lehrer will das in aller Offenheit mit den Kindern tun, auch die Kinder wollen das zum Teil nicht mit den Pädagoginnen und Pädagogen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und JETZT. – Abg. Wöginger: Aber in den Fünfzigerjahren sind wir auch nicht mehr!)
Abschließend sei gesagt, dass dann, wenn man sagt: Macht das in der Freizeit, macht das in der Nachmittagsbetreuung!, für Pädagoginnen und Pädagogen diese Stütze, diese Workshops auch mit SexualpädagogInnen von außen zu machen, nicht mehr gegeben ist, womit man den Kindern ein Stück weit auch die Möglichkeit nimmt – und das ist heute auch schon gesagt worden –, Fragen zu stellen, die sie sich der Lehrerin/dem Lehrer gegenüber nie zu stellen gewagt hätten. (Abg. Belakowitsch: Aber einen Fremden schon, den ich nicht kenne!)
Liest man den Sexualpädagogikerlass, Dr. Taschner, ganz zu Ende – die Berichtigung hat es ja eh gezeigt –, dann sieht man, dass das immer in Zusammenarbeit mit den Eltern, den Elternvereinen, mit den PädagogInnen geschieht. (Abg. Taschner: Wo sind die Vereine, Frau Kollegin? Wo machen die das?), aber unter der Prämisse, dass man da mit Fremdvereinen arbeitet, weil es so adäquater und leichter ist. Verdrehen Sie bitte nicht die Tatsachen und kommen Sie bitte im 21. Jahrhundert an! Wir wollen nicht, dass sich unsere Kinder nur über pornografische Videos aufklären, sondern wir wollen adäquate Sexualpädagogik. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und JETZT.)
21.35
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist nun niemand mehr dazu. Damit ist die Debatte geschlossen.
Wünscht die Berichterstatterin ein Schlusswort? – Nein.
Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Lindner, Kolleginnen und Kollegen, den Gegenstand an den Unterrichtsausschuss rückzuverweisen.
Wer für diese Rückverweisung ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit, abgelehnt.
Wir gelangen zur Abstimmung, die ich über jeden Ausschussantrag getrennt vornehme. (Unruhe im Saal.)
Die paar Minuten würde ich Sie bitten noch Geduld zu haben, damit wir das Abstimmungsprozedere – es ist bisher so gut gegangen – auch über die Bühne bringen können.
Wir kommen zur Abstimmung über Tagesordnungspunkt 34: dem Ausschussbericht 651 der Beilagen angeschlossene Entschließung betreffend „Sicherstellung einer weltanschaulich neutralen Sexualerziehung“.
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