Polizei? Wie schaut denn das aus? Wenn wir heute die Kontrolle von Tiertransporten als Schwerpunkt haben, dann müssen zwei bis drei Polizisten dorthin fahren. Was ist, wenn gar kein Tiertransporter vorbeikommt? Wenn einer heute von Graz nach Liezen fährt – der Bezirk Liezen ist so groß wie Vorarlberg –, wie stellt man sich das vor? Haben wir die dazu ausgebildete Polizei? – Nein! Wir finden ja nicht einmal Polizisten, die das machen würden, weil sie es auch seelisch und nervlich teilweise nicht aushalten würden. Die würden das nicht aushalten.
Was ist, wenn ein Tier vor Ort geschlachtet werden müsste? Was ist, wenn die Tiere abgeladen werden müssten, wenn irgendetwas passiert? Woher nimmt man die Menschen? – So einfach ist das nicht. Es gehört die Ausstattung, das Equipment dazu – bitte, nicht einfach gleich so etwas behaupten, sondern sich die Realität anschauen! Wer Tiertransporte einmal beobachtet hat, dabei war – ich war dabei –, der weiß: Einer wird 2 Stunden lang kontrolliert und 20 fahren zum Schlachthaus. Also wie wollen wir das machen? Und wenn wir heute einige Vergehen haben – bitte, wir haben immerhin noch Millionen von Tieren, die transportiert werden. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Also die Idee mit Schwerpunktkontrollen ist nicht ganz so von der Hand zu weisen.
Der andere Punkt ist natürlich auch der Entzug der Zulassung – ja, dem werden wir zustimmen – bei schweren oder ernsten Verstößen. Was mir gut gefällt, ist die Forderung des Antragstellers, zu definieren, was ein ernster Verstoß ist. Ja, das kann vieles sein. Ob man dem die Lizenz dann für immer wegnimmt, ob für einige Jahre, das ist eine andere Geschichte, denn in der EU-Verordnung steht auch – ich lese das gerne vor –, es muss dafür gesorgt werden, dass die Tiere gefüttert und getränkt werden – ja, das ist einmal wichtig – und dass die Begleiter eine Ausbildung haben. Bitte, das gehört in der EU-Verordnung auch einmal geändert: 8-Stunden-Kurs, und dann wissen die alle, wie das geht. – Also, warten wir.
Der nächste Punkt ist ein Reduktionsplan. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, wir werden dem zustimmen, aber wie soll das reduziert werden? Der Fleischbedarf in Österreich ist steigend: 60 Kilo Schweinefleisch pro Person, 90 Kilo, glaube ich, insgesamt pro Kopf und Jahr. Wie will man das machen? 5 Millionen geschlachtete Schweine, 2,5 Millionen noch aus dem Ausland: 7,5 Millionen Schweine! Wie will man da die Fahrtstrecken reduzieren? Der Schweinefleischbedarf ist ja stetig. Wollen wir den Menschen ihr Schnitzel verbieten? – Nein, das wollen wir nicht, das sage selbst ich als Vegetarier. Nein, das wollen wir nicht! Jeder hat das Recht, das haben wir gehört, bestmögliche Lebensmittel zu bekommen, gesunde Lebensmittel zu bekommen! Die kriegen wir aber, trotz aller Kompromisse, die wir schließen müssen, hauptsächlich von unseren heimischen Produzenten.
Wir haben heute auch die Katzenkastration als Thema: Ja, dieser Antrag ist wichtig, und er freut mich. Frau Minister Oberhauser habe ich sehr geschätzt, aber da ist sie leider umgefallen. Das ist ein Dilemma: Wenn man sagt, wir haben in Österreich ungefähr 1,5 Millionen wild lebende Katzen – es gibt ungefähr so viele Hauskatzen, sagen wir zwischen 1,2 oder 1,5 Millionen –, dann sind 600 000 davon weibliche Katzen. Jede Katzenmama bringt zweimal pro Jahr vier Katzenkinder auf die Welt. Wenn nur zwei Katzen davon überleben, ist das pro Jahr eine Population von 1,2 Millionen Wildkatzen.
Das ist ein Dilemma, das gelöst werden muss, das müssen wir in die Hand nehmen, ob jetzt betreffend die Singvögel oder etwas anderes. Oder wollen wir es alle verantworten, dass, wenn wir spazieren gehen, dort Leichen von kleinen Katzenbabys liegen? – Mir hat man erzählt, man nimmt die Katzenbabys und ertränkt sie! Ja, das gibt es nämlich auch, das ist ganz einfach, etwa in bäuerlichen Betrieben – nicht alle, aber einige machen das. Oder man sagt: Nimm doch die Katze und hau sie gegen die Wand!
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